Draußen nur Kännchen
Kaffeehaus mit ♥

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Die Lieblingstweets im Juli

31. 07. 2014  •  4 Kommentare

Twitter-Lieblinge 07/2014:

Die Anderen: Bananen, Ei im Glas, ein Kaufhaus, eine Reise und viel mehr

29. 07. 2014  •  4 Kommentare

Es gibt mal wieder ein paar Link- und Lesetipps:

Im Bestatterblog geht’s um Benehmen im Hotel.

Herr Hibbe macht zu: Henning Sußebach schreibt darüber, wie ein Neustadt am Rübenberge ein Kaufhaus schließt und warum ein Onlinehändler aus Zürich Erfolg hat.

Astronaut Alexander Gert (@astro_alex) hat dem Mutzelchen geschrieben.

Frau Gminggmangg hat Kinder, Mann und Hund in den Gefährten gepackt und ist wieder auf der Reise. Drei Monate lang wird sie unterwegs sein. Bislang ging es von der Schweiz über Italien und Kroatien nach Bosnien-Herzegowina. Der beeindruckendste Bericht für mich bislang, wie Gaga vom Balkankrieg erzählt.

Wie viel Prozent einer Filmcrew ist weiblich?

Den Bananen dieser Welt geht es gar nicht mal so gut.

Gesa hatte mehrere Wochen lang Mustafa zu Gast, einen afghanischen Jungen, der in Deutschland im Herzen operiert wurde. Was sie mit Mustafa erlebt hat, können Sie bei ihr nachlesen. Bei „Was machen die da?“ gibt es eine Zusammenfassung.

Zwei Seiten eines Selfies im Konzentrationslager Auschwitz.

Wer steckt hinter Flightradar24?

Paulus Müller wird in der Händematte erschreckt.

Seit 17 Jahren wird Lego an die Küste Cornwalls gespült. Warum das so ist. Es gibt auch eine Facebook-Seite dazu.

Frau Nessys Apfelwähe

28. 07. 2014  •  6 Kommentare

Dieser Tage sagte mir mein Vater, er habe Äpfel im Zugriff, einen ganzen Haufen Äpfel, er werde damit zugeschüttet – und fragte, ob ich welche haben wolle.

Ich erinnerte mich an ein Rezept, dass ich vor langer Zeit einmal rausgeschrieben hatte: Apfelwähe.  Ich sagte: Natürlich möchte ich!, und er brachte mir viele kleine Äpfel vorbei.

Äpfel aus dem Garten

Das Aufwändigste an einer Apfelwähe ist das Schälen und Schneiden der Äpfel, besonders wenn sie so klein sind. Der Teig ist einfach.

Wähenteig-Grundrezept:

300 g Mehl  (plus Mehl zum Bearbeiten)
1 gestrichener Teelöffel Salz
1 Päckchen Backpulver
150 g Butter

Ich habe 200 g normales Mehl und 100 g Dinkelmehl genommen, weil ich es gerne mag, wenn der Teig ein Hauch vollkornig ist, ohne gesund und spaßbefreit zu wirken.

Die Menge reicht für zwei Bleche oder, etwas dicker, für zwei Spring- oder Pizzaformen.

Rollen Sie den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu einem Rechteck aus. Falten Sie die beiden Schmalseiten danach zur Mitte. Danach klappen Sie den Teig ein weiteres Mal zusammen, so dass vier Lagen entstehen. Rollen Sie den Teig danach noch einmal aus und wiederholen Sie das Ganze. Der Bäcker sagt dazu „eine Tour geben“. Geben Sie dem Teig noch zwei weitere Touren.

Wähenteig und Nudelholz

Bewahren Sie den Teig danach mindestens 30 Minuten im Kühlschrank auf. Wenn Sie ihn nicht direkt verarbeiten möchten, können Sie ihn auch gut einfrieren.

Rollen Sie ihn danach noch einmal aus. Legen Sie ihn auf ein Blech oder in eine Form. Stechen Sie ihn hier und da mit der Gabel ein und belegen Sie ihn mit Äpfeln. Bestreuen Sie die Äpfel mit einem Esslöffel Zucker. Die Wähe kommt jetzt für 10 Minuten in den Ofen, unterste Schiene, 225 Grad (bei Umluft etwas weniger).

Apfelwähe, bevor sie in den Ofen kommt

Während die Wähe das erste Mal backt, können Sie sich um den Guss kümmern.

Zutaten für den Wähen-Guss:

3 Eier
250 g saure Sahne
3 Esslöffel Zucker
½ Teelöffel Zimt
50 g Rosinen (habe ich weggelassen)

Verrühren Sie alles mit einem Schneebesen und geben Sie es nach 10 Minuten über die Äpfel. Backen Sie die Wähe danach weitere 20 Minuten auf der untersten Schiene.

Apfelwähe im Ofen

Auf dem Blech wird die Währe arg dünn. Das nächste Mal werde ich wohl eine Springform nehmen. Allerdings hat die dünne Variante den Vorteil, dass man einfach mal ein Stück naschen kann und nicht gleich so ein voluminöses Ding auf dem Teller hat.

fertige Apfelwähe

Weil ich aktuell fast jeden Tag irgendetwas aus dem Garten esse, muss ich öfter mal an Inocencio denken. Sie erinnern sich: meinen andalusischen Bruder im Geiste – „todo ecológico”, alles ökologisch. Ich fühle mich schon ganz reich an Vitaminen.

Wie geht’s eigentlich Thorsten?

27. 07. 2014  •  2 Kommentare

Lange haben Sie nichts mehr von Thorsten gehört.

In diesem Jahr habe ich erstmals drei Thorstens angepflanzt: den klassischen Balkonzauber, Black Cherry und Oxheart – auf Empfehlung und mit freundlicher Samenspende von Torfrau i.R. und Obertomatenmutti A.

Thorsten ließ sich in diesem Jahr Zeit mit seiner Entwicklung: Früh gepflanzt, war er zögerlich und schüchtern, eine eher introvertierte Tomate. Die neuen Sorten gaben sich mimosenhaft dünnhäutig, einige Setzlinge verabschiedeten sich frühzeitig aus dem Diesseits. Hinzu kamen stürmische Rückschläge. Was übrig geblieben ist, gedeiht allerdings kräftig und lebensfroh. Mein erster Oxheart-Thorsten:

Der Oxheart-Thorsten, noch grün

Neu-Leser fragen sich vielleicht, warum ich meine Tomaten „Thorsten“ nennen, ob ich ihnen auch Musik vorspiele oder anders: ob ich sie nicht alle aufm Zaun habe. Letzteres kann ich nicht zweifelsfrei dementieren, der Grund aber, warum Thorsten Thorsten heißt, ist: Als Torfrau A mir meine erste, meine allererste Tomatenpflanze schenkte, als sie heranwuchs und ich zum erstmals ihre kleinen, haarigen Arme sah, fühlte ich mich prompt an einen Schulkameraden erinnert, der schon in jungen Jahren einen beträchtlichen Armhaarwuchs aufwies. Er hieß – Sie ahnen es.

Kurioserweise heißen seither alle Tomatenpflanzen in meinem Bekanntenkreis, bei der Torfrau, der Doktorandin und sogar im fernen Sauerland Thorsten.

Die Terrassenthorstis, ihres Zeichens Nachzügler in der Zucht, haben nun auch das Erwachsenenalter erreicht:

Vier Terrassentomaten

Das feuchtwarme Wetter ist Doping für Thorsten. Ich habe die Pflanzen schon zweimal ausgegegeizt – zwei Armvoll Buschwerk habe ich aus den Pflanzen herausgeholt. Sie wuchern trotzdem wie blöde. Die ersten Früchte werden nun auch bald rot:

Die Balkonzauber-Thorstens, noch grün

Ich schätze, dass genau in der Zeit, in der ich im Urlaub sein werde, die große Ernte anfällt. Die Nachbarn wird’s freuen. Denn es ist ja klar: Was unter den eigenen, gießenden Händen reif wird, darf man behalten.

Jour Fitz am 7. August in Berlin: Frau Nessy liest!

25. 07. 2014  •  3 Kommentare

Donnerstag! 7. August! Berlin!

Dann lädt der Taubenvergrämer Jan-Uwe Fitz zum Jour Fitz nach Berlin – und ich bin dabei.

Kommen Sie zahlreich, trinken Sie, lauschen Sie, lachen Sie im 4010 Telekom-Shop! Gemeinsam mit mir sind dort: Matthias Sachau, Frédéric Valin, Erasmus von Meppen und Nutellagangbang

Musik gibt’s auch! Vom Duo MeystersingerRoman Shamov und Luci van Org (Kennen Sie von damals, gell?)

Jour Fitz im 4010
Alte Schönhauser Straße 31
7. August 2014, 20 Uhr
Eintritt: frei
Mehr Infos

Ferienflieger über Gartensalbei

23. 07. 2014  •  11 Kommentare

Ich lebe in einer Einflugschneise.

Ferienflieger im Gegenlicht

Schon bevor ich diese zauberhafte Wohnung mit Garten und Balkon erwarb, bevor ich hier einzog und Rotkohl und Mangold und Thorstis pflanzte, lebte ich in einer Einflugschneise. Es ist schwierig, in Dortmund nicht in oder am Rande einer Einflugschneise zu wohnen, zumindest nicht, wenn man in einigermaßen netten Stadtteilen leben möchte.

Mir macht es nichts aus, Dortmund ist ja kein Großflughafen. Es gibt Tage, an denen fliegen nur drei oder vier Maschinen übers Haus, von denen ich etwas mitkriege. An anderen sind es ein paar mehr. Ich schaue in den Himmel, betrachte den Flieger und überlege mir, woher er wohl gerade kommt, was für Menschen darin sitzen und ob sie froh sind, wieder zu Hause zu sein, oder eher nicht. Manchmal gucke ich ins Flightradar, oft aber höre ich die Maschinen kaum, vor allem nicht, wenn ich alleine bin und etwas arbeite.

Trotzdem frage ich mich, ob wir so viele Flughäfen brauchen. Denn Dortmunds Flughafen ist defizitär – und mal ehrlich: Es gibt wirklich genug Alternativen rundherum. Düsseldorf, Köln/Bonn, Münster/Osnabrück, Paderborn/Lippstadt – für Urlauber und andere Flüchtende sollte es kein Problem sein, von hier fort zu kommen. Alle umliegenden Flughäfen sind nur zwischen 70 und 130 Kilometer entfernt, und auch wenn man nicht in Dortmund wohnt, sondern in Hagen oder Arnsberg oder Castrop-Rauxel sieht es mit der Strecke, die man zum nächsten Flieger zurücklegen muss, nicht anders aus. Was Frachten angeht, kann ich den Bedarf schlecht beurteilen, aber er scheint mir immerhin genauso fragwürdig.

Ich selbst bin in den vergangenen zehn Jahren nur einmal vom Dortmunder Flughafen aus geflogen: eine eintägige Geschäftsreise nach München. Zu allen anderen Zielen bin ich aus Köln oder Düsseldorf gestartet. Da frage ich mich schon, was das soll und ob so ein Flughafen nicht auch ein Prestigeobjekt ist, etwas, das man haben muss, um Bändchen durchzuschneiden und Sektchen zu trinken, um zu sagen: „Wir tun etwas, um attraktiv zu sein!“ – für Menschen und für Firmen, auch wenn diese ihn gar nicht brauchen und ohnehin niemals ins Ruhrgebiet kommen würden, sondern sich lieber direkt in Düsseldorf ansiedeln, weil es dort auch den Rhein gibt und weil alle meinen, es sei dort nicht so asi und schmuddelig wie in Dortmund. Dabei ist es in Düsseldorf mindestens genauso uselig wie in Dortmund, wenn man mal aus der hübschen, alkoholseeligen Altstadt rausfährt – wenn nicht gar noch schäbbiger (ich habe fünf Jahre in Düsseldorf gewohnt und kann das beurteilen). Aber das ist eine andere Geschichte.

Wo war ich stehen geblieben? Mir soll es wurscht sein. Sollen sie starten und landen, wie sie mögen. Ich stelle mir jedenfalls vor, wie die Menschen im Flieger sich freuen – einige, weil weil sie heim kommen, und einige, weil sie fort fliegen.

 

 

Mangold-Quiche

22. 07. 2014  •  27 Kommentare

Der Mangold im Garten ist reif und bettelt darum, gepflückt und verarbeitet zu werden.

Mangold im Garten

Sein Begehren kommt mir gerade recht, denn die liebe Frische Brise hat in den vergangenen Tagen ein vielversprechendes Rezept für eine Mangold-Quiche gebloggt. Also ab in den Garten, Mangold jagen und auf geht’s:

Mangold vorm Zerschnibbeln

Der einzige Grund, warum ich übrigens nicht Pizzabäckerin geworden bin, ist, dass ich eine Vollnulpe im Teigausrollen bin. Wirklich: Einen größeren Honk als mich gibt es in dieser Sache nicht. Entweder klebt der Teig an der Arbeitsplatte oder am Nudelholz – niemals aber lässt er sich vernünftig ausrollen, ganz unabhängig davon, wie die Konsistenz des Teigs ist, wie viel Mehl und Wasser ich nehme, ob ich den Teig mit extradick Mehl bestreue oder ihn mit den Händen auseinanderschiebe. Sollten Sie mir jemals einen Heiratsantrag machen, bedenken Sie bitte vorab dieses rettungslose Unvermögen.

Mangold-Quiche in Vorbereitung

Das Auskühlgitter, das unter der Kuchenform steht, und den Messbecher hat übrigens mein Opa geschmiedet.

Ich habe meinen Opa nicht kennen gelernt: Er starb recht jung Ende der 1960er Jahre. Was von ihm geblieben sind, sind seine vor und während des Krieges selbst hergestellten Küchenuntensilien, die bis zu ihrem Tod meine Oma benutzte und die ich schließlich von ihr erbte. Ich benutze sie jedesmal mit Freunde, weil nicht nur eine Menge Erinnerungen darin stecken, sondern weil sie von außerordentlich guter Qualität sind.

Die Quiche ist ausnehmend lecker geworden:

Ein Stückchen Mangold-Quiche

Statt normales habe ich Dinkelmehl verwendet. Weil ich nur noch drei Eier hatte, ist eins weniger als im Rezept in die Quiche gekommen, was sich aber nicht als Nachteil erwiesen hat.

Die Nacktschnecken-Apokalypse

14. 07. 2014  •  79 Kommentare

Das feucht-warme Wetter gefällt meinem Gemüse. Es explodiert geradezu. Noch mehr gefällt es aber einer anderen Berufsgruppe in meinem Garten: den Nacktschnecken. Seit einer Woche herrscht eine Invasion in meinen Beeten, die Spielberg-artige Ausmaße annimmt. Hans Zimmer komponiert schon.

Anfangs habe ich es mit Schneckenkorn versucht. Aber die täglichen Gewitter spülen es weg. Was bleibt, schimmelt. Insgesamt ist es nur mäßig effizient und kostet, gemessen an der Fläche, die ich bedecken muss, Unsummen.

Parallel habe ich die fetten Schleimer liebevoll abgesammelt: morgens und abends Handschuhe an, raus in den Garten, Schnecke vom Rotkohl gezupft, gegen das Gartenhaus geworfen. Dort schlugen sie mit einem satten „Plonk!“ gegen die Wand, schüttelten ihre Fühler aus und krabbelten wieder zurück. Sisyphos gefiel das.

Seit einer Woche greife ich nun zum Äußersten: Bierfallen. Funktionsweise: Löcher graben, Becher mit Bier reinstellen, die Schnecken denken: „Mmmh! Lecker Bier!“, kriechen rein und ersaufen. Manch einer kennt das von sich selbst – Stichworte: Mallorca, Bierkönig, Mannschaftsfahrt.

Bierfallen sind das aller-ekeligste, was Sie sich vorstellen können. Ich verzichte hier bewusst auf eine fotografische Wiedergabe. Ich sage nur: fahle, aufgequollene Schleimschnecken. Leider findet nicht jede Schnecke persönlich den Weg ins Becherchen. 80 unorientierten Spezln musste ich heute Abend den Weg weisen.

Doch das schäumt gehörig. Und schleimt. Gerade, wenn das Bier frisch ist. Und wenn der Becher voll ist, kriechen sie wieder raus, gestützt auf 20 tote Freunde. Deshalb werde ich sie das nächste Mal in kochendes Wasser werfen.  Denn der Kampf hat gerade erst begonnen.

 

 



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