Draußen nur Kännchen
Kaffeehaus mit ♥

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Küche kaputt

18. 04. 2014  •  8 Kommentare

So träumte ich heute Nacht, ich hätte nur eine Kinderküche gekauft.

Während ich abspülte, einen Lappen nahm und über den Herd wischte, franste das Kochfeld an einer Ecke seltsam aus. Ich wischte noch einmal drüber: alles nur aufgemalt.

Ich dachte: Wie blöd!, dachte aber auch: Vielleicht muss ich das Kochfeld einfach nur neu streichen. Ich ging in den Baumarkt und erklärte das Problem.

„Kennen Sie Tafelfarbe?“, sagte der Baumarktmann. „Damit können Sie eine Wand streichen und danach haben Sie an dieser Wand eine Tafel, an die Sie mit Kreide schreiben können.“

„Kenne ich“, sagte ich.

„Das Gleiche gibt es als Ceranfarbe. Sie streichen Ihren Herd neu und danach können Sie wieder darauf kochen.“

Das ist super, dachte ich und kaufte die Ceranfarbe. Der Herd wurde wie neu, und die Platten wurden wieder heiß.

Aber ärgerlich ist es trotzdem, dass ich die Küche schon nach so kurzer Zeit reparieren musste.

Hallo, Kohlrabi! Grüß dich, Erdbeerspinat!

17. 04. 2014  •  6 Kommentare

Ganz im Ernst: Die sind schon gewachsen! Sind sie doch, oder?

Kohlrabisetzling

Sie haben außerdem neue Nachbarn bekommen: Mangold und Erdbeerspinat. Mit einer Akribie, die ich nur beim Gärtnern an den Tag lege, habe ich das Plätzchen neben den Salaten und Kohlraben von Buschwerk und Brennnesseln befreit, es umgegraben und eingesät.

Immer, wenn ich im Garten etwas aufräume oder umgrabe, finde ich etwas. Bislang habe ich verschiedene Blumenkübel, eine Regentonne, Johannisbeerbüsche, Stacheelbeeren, eingegrabene Flachmänner und Hundespielzeug zu Tage befördert. Diesmal habe ich einen Baumstumpf mit einem zerlegten Stamm gefunden. Auch wenn bislang nicht der Eindruck entstand: Offenbar haben meine Gartenvorgänger vor vielen Jahren einmal gegen den Wildwuchs angekämpft – wenn auch am Ende erfolglos.

Den gefundenen Stamm habe ich dann direkt wiederverwendet: als Beetbegrenzung.

 Beet mit Mangold und Erdbeerspinat

Gartenarbeit eignet sich übrigens hervorragend als Fitti-Ersatz. Das Umgraben, Unkraut-Rupfen und ständige Auf und Nieder, das Harken, Häkseln und Einsähen, noch dazu an frischer Luft, ersetzt ohne Probleme eine Trainingseinheit.

(Bitte sehen Sie es mir nach, dass hier momentan fast ausschließlich Gartencontent stattfindet. Ich sach ma‘: Augen zu und durch! Wir schaffen das schon gemeinsam.)

 

Schulferien

14. 04. 2014  •  10 Kommentare

Das Gute an Schulferien ist, dass keine Schüler da sind. An der Haltestelle nicht, im Bus nicht, in der Bahn nicht. Kein Geschrei, kein Gerempel, freie Sitze.

Das Schlechte an Schulferien sind, dass überall Schüler sind. In der Innenstadt, im Einkaufszentrum, in der Fressmeile. Überall Zahnspangen mit Primark-Tüten und Bubble-Tea. Und mit ihren Eltern.

„Was möchtest du essen, mein Junge?“
„Pommes.“
„Du suchst dir selbst etwas aus, ja?“
„Pommes. Hab ich doch gesagt.“
„Aber du hattest doch am Samstag schon Pommes.“
„Ist doch egal.“
„Wie wär’s mit Nudeln?“
„Du hast doch gesagt, ich darf mir etwas aussuchen.“
„Natürlich. Aber vielleicht …“
„Pommes.“
„Nur Pommes?“
„Ja.“
„Kein Ketchup?“
„Doch. Mit Ketchup.“
„Also keine Nudeln?“

Sie sind aus dem Sauerland hier eingefallen und aus dem Münsterland. Die Kinder müssen für den Sommer eingekleidet werden, die Eltern haben Urlaub. Sie parken ihr Auto in einem Parkhäuser und fallen über die Läden her wie Heuschrecken. Sie plündern die Snackbars, die Asia-Restaurants und Fast-Food-Ketten.

„Zweimal Pizza Hawaii.“
„Ich mag aber keine Ananas!“
„Früher hast du die immer gerne gegessen.“
„Ananas ist ekelig.“
„Was denn dann? Prosciutto?“
„Margherita.“
„Aber da ist doch gar nichts drauf.“
„Tomaten und Käse.“
„Nicht doch lieber
 Thunfisch?“
Würgegeräusch.
„Also wirklich! Benimm dich!“

Ich hätte vorbereitet sein sollen. Ich hätte mir für meine Mittagspause Schnittchen mitnehmen und woanders hingehen sollen. Nicht dorthin, wo sie alle sind. Stattdessen in die U-Bahn oder in den Bus. Dort ist es  schön ruhig jetzt am Mittag. So ohne Schulschluss.

Rasen kämmen

10. 04. 2014  •  23 Kommentare

Je älter man wird, desto schneller vergeht die Zeit.

Ein offenkundiger Beleg dafür ist mein Rasen. Nur ein Wimpernschlag, und er muss wieder gemäht werden. Damals™ als Teenager, unter der Knute meiner Eltern, wurde ich zum Rasenmähen versklavt. Entsprechend mäßig war mein Vergnügen dabei. Jetzt aber habe ich meinen eigenen Rasen. Mit etwas Eigenem ist das natürlich etwas anderes. Jetzt ist Rasenmähen eine Arbeit, bei der ich Wonne und Glückseligkeit empfinde.

Die Vorbesitzer meines Gartens haben mir einen elektrischen Mäher dagelassen: ein älteres Modell der Marke „Blockbeschaller“. Er ist nur unwesentlich leiser als ein Raketenstart. Aber er tut noch. Weil ich allerdings das Rumgetue mit dem Kabel nicht erbaulich finde, meinen Nachbarn nicht auf den Senkel gehen will und ich es, abgesehen von allem anderen, übertrieben finde, meine wenigen Quadratmeter mit dieser Höllenmaschine zu trimmen, habe ich mir einen Handrasenmäher zugelegt.

Rasenmäher auf Rasen

Der Handrasenmäher ist wunderbar leise, und ich brauche ihn nur losschieben. Man kann in der Anwendung praktisch nichts falsch machen. Hat man erst die Schnitthöhe eingestellt, schnurrt das Ding.

Es gibt nur einen Haken: Mein zauberhafter Damenmäher mäht nur bis zu einer Rasenhöhe von fünf Zentimetern. Steht das Gras höher, kämmt der Mäher es wie ein zartfühlender Frisör: streicheln, bürsten, legen. Nur mit roher Gewalt kriege ich den Karren dann so durch die Hecke geschoben, dass er funzt, wie er soll. Der Rasen sieht seither etwas zerrupft aus.

Aber kurz ist er allemal. Was soll’s also! Ein bisschen Schwund ist immer.

Vielleicht sollte ich es das nächste Mal allerdings doch mit dem Raketenmäher versuchen. Oder einfach öfter mähen. Bevor das Kraut wadenhoch steht.

 

Frühe Siedler

6. 04. 2014  •  24 Kommentare

Als ich im vergangenen Jahr in mein neues Heim einzog, war mein Garten wild und schön – aber vor allem wild.

Die Verwandtschaft aus dem Sauerland kam, brachte eine Motorsäge mit, haute drei Bäume weg und beschnitt mit der Gründlichkeit eines atomaren Erstschlags das übrige Grün. „Das kommt wieder!“ war ein Satz, der mehr als einmal fiel, den ich allerdings an mehr als einer Stelle anzweifelte.

Doch tatsächlich: Es kommt wieder, alles. Der Kirschbaum zum Beispiel: Er blüht zart in weiß.

Kirschbaumblüte

 

Der Kirschbaum trägt weiß

Auch die übrigen Büsche treiben. Erst vorsichtig wagten sich vor einigen Wochen die ersten Knopsen hervor. Nach den warmen Tagen und dem Regen nun, schlagen sie voll aus. Nicht mehr lange, und sie stehen in vollem Grün.

Buschwerk mit kleinen Teichen

Dort, wo einstmals die große Tanne stand – hoch wie das Haus und mit bestimmt sechs oder sieben Metern Umfang – habe ich ein Gemüsebeet angelegt. Auf Knien habe ich Efeu herausgerissen, Wurzeln gezogen und mit Hacke, Harke und Mistgabeln den Boden umgegraben. So müssen sich die frühen Siedler gefühlt haben, als sie das Land urbar machten.

Gemüsebeet mit Salat, Kohlrabi und Rotkohl

Ich habe zunächst Kohlrabi, Rotkohl und Lollo angepflanzt. Die Gesellen schienen mir robust und deshalb für ein Experiment jenseits von Tomaten geeignet. Bis jetzt halten sie sich tapfer – der Kirschbaum hat vor Freude Konfetti gestreut.

Kohlrabi, Romana-Salat und Lollo

Auch im übrigen Garten sprießt es überall. Finken, Spatzen, Meisen, viele neugierige Rotkehlchen, die dicke Taube und sogar ein Eichelhäher besuchen mich regelmäßig. Wäre ich Rentnerin, ich säße den ganzen Tag auf meiner Terrasse und beobachtete das Leben beim Wachsen.

Blümchen

Was auch immer es ist: Es wächst

Ein alter, bewachsener Baumstumpf

Die Behaglichkeit häuslichen Daseins

4. 04. 2014  •  17 Kommentare

„Wir können mal wieder durch die Kneipen ziehen!“, sagt sie.

Oh Gott, denke ich. Durch die Kneipen ziehen.

„Wir glühen bei mir vor. Dann ziehen wir los.“

Ausgeschlossen.

„Um neun Uhr treffen wir uns bei mir, und um zehn geht’s los. Ja?“

Um zehn bin ich schon das erste Mal eingenickt.

Natürlich, früher™, da haben wir uns um neun Uhr abends getroffen, haben uns Wodka in Colaflaschen gekippt (Wir hatten ja nix! Nicht mal Alkopops!) und danach sind wir in irgend’ne Disko gezogen. Aber damals™ war ich achtzehn. Heute bin ich doppelt so alt, doppelt so müde und brauche doppelt so viel Ruhe.

„Wir könnten auch was Schönes kochen“, sage ich. Danach ein Gläschen Prosecco auf dem Sofa, ein bisschen klönen, und um zwölf gehen alle ins Bett.

„Eine gute Grundlage für die Nacht!“, sagt sie. „Sehr gut!“

Freunde mit Kindern erwähnen gerne, dass sie nicht mehr so wie früher™ um die Häuser ziehen können. Dass sie nun zu Hause bleiben müssen. Dass sie nicht mehr einfach so ausgehen können. Ich kann auch ohne Kinder nicht ausgehen.

„Komm schon!“, sagt sie. „So richtig einen drauf machen! Cocktails und’n bisschen dancen!“

„Vielleicht nächstes Wochenende“, sage ich.

Wahrscheinlich aber nicht.

Elefant, Hitler & Co.

1. 04. 2014  •  26 Kommentare

Eisbär, Affe & Co., Elefant, Tiger & Co., Giraffe, Erdmännchen & Co., Leopard, Seebär & Co., Nashorn, Zebra & Co., Panda, Gorilla & Co., Pinguin, Löwe & Co., Seehund, Puma & Co., Wolf, Bär & Co., Das Waisenhaus für wilde Tiere.

Vergangene Woche lag ich krank danieder, litt, röchelte, schaltete den Fernseher ein und traf auf: siehe oben. Dieses Ausmaß war mir nicht bewusst. Weltkriegs-Dokus habe ich daraufhin gar nicht erst angefangen zu zählen. Überall Bomben, Zeitzeugen, Kriegsmaschinerie, Schützengräben. Wer guckt sowas? Ich meine, es muss ja ein Publikum dafür gehen, sonst würden sie es nicht senden.

Ich habe mal spaßeshalber Auslandseinsätze gegoogelt. Die aktuellen der Bundeswehr, nicht die der Wehrmacht. Also etwas, das im weiteren Sinne mit meinem Leben und meiner Generation zu tun hat. Es sind derzeit 14. Das sind vier mehr, als es Zoo-Dokus gibt. Erstaunlich, oder? Könnten Sie sie nennen?

Nicht, dass ich jetzt nur noch Flecktarn sehen möchte. Aber ein bisschen weniger Eisbär, Panda und Hitler, und ich hätte nicht die gesamte achte Staffel Grey’s Anatomy gucken müssen. Denn OH MEIN GOTT, SIE SIND MIT DEM FLUGZEUG ABGESTÜRZT UND CHRISTINA VERLÄSST OWEN UND MCDREAMY IST SO SCHÖN UND ICH MUSS SOFORT DIE NEUNTE STAFFEL RUNTERLADEN !!!11 EINSELF



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