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Siech, gekrümmt und verrotzt

26. 03. 2014  •  21 Kommentare  •  Aus der Kategorie »Lebenslage«

Wissen Sie, warum ich meinen Körper gerne habe? Er ist so fürsorglich. Plagt ihn ein Gebrechen, schafft er sich sofort ein zweites an, damit sich das erste nicht einsam fühlt.

Ich habe nämlich mal wieder sauschweren Männerschnupfen. So richtig schlimmen Schnuppen mit Rotz bis unters Dach, rasselndem Husten und diesem Unterwasser-Gefühl in den Ohren, bei dem man seine eigenen Kaugeräusche hört. Hätte ich mit dieser Krankheit nicht bereits gegenteilige Erfahrungen gemacht, würde ich sagen: Es geht zu Ende mit mir.

Als ob das nicht schon genug wäre, hat mein Körper sich gedacht: „Ach je, so ein armer, einsamer Männerschnupfen. Der kann nicht alleine bleiben! Alleine kommt er doch gar nicht zurecht. Ich stelle ihm ein Zipperlein zur Seite, damit er Gesellschaft hat.“

So hat mein Körper mich gestern niesen lassen – und Sie wissen selbst: ein Männerschnupfen-Nieser, das ist kein zartes, weibisches Hatschiiii. Das ist ein Tornado! Ich musste also niesen, und weil ich mich gerade vornüber gebeugt hatte, um etwas im Schrank zu suchen, hat es mir – zack!, den Rücken verrissen. So liege ich nun da: siech, gekrümmt und verrotzt.

Während ich vor mich hin rekonvalesziere, schaue ich in den Garten und sehe dort, dass die dicke Taube jetzt einen Liebhaber hat. Ist das nicht zauberhaft? Das Eichhörnchen tollt außer Rand und Band über Zäune und Äste; und die schwarze Katze fängt tatsächlich erfolgreich Mäuse.

Ich habe seit Montagmittag außerdem bereits acht Folgen Grey’s Anatomy geguckt und kann nach meiner Genesung direkt in eine Karriere als Chirurgin einsteigen. Wenn das alles mal keine guten Nachrichten sind.

Kommentare

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  1. Josef Frohsz sagt:

    Gute Besserung!

    1. dieliebenessy sagt:

      Danke.

  2. jpr sagt:

    Er ist gerade doppelt fuersorglich, Ihr Koerper. Zum einen zum armen, einsamen Maennerschnupfen, von dem er weiss, dass Sie Ihm nur Ablehnung entgegenbringen und zum anderen natuerlich auch Ihnen gegenueber. Was bringt einen besser dazu wirklich im Bett zu bleiben, als ein ordentliches Reissen im Ruecken? Alles fuer die Rekonvaleszenz.

    //Schoen auch, dass Ihre Naturdokus nun direkt vor dem Fenster stattfinden – gute Besserung!

    1. dieliebenessy sagt:

      Ja, er kümmert sich wirklich um mich, mein Körper. Es ist nur so, also … ich will nicht undankbar sein …, aber ein bisschen schmerzfreier wäre schön.

  3. Nihilistin sagt:

    Wissen Sie was? Ich glaube ernsthaft, daß es einen reproduzierbaren Zusammenhang gibt. Ich erinnere mich an 3-5 Erkrankungen der letzten 20 Jahre (darunter auch Erkältungen), die direkt und nahtlos in „Rücken“ (in meinem Fall: Blockade ISG) übergingen. Rückblickend betrachtet weiß ich heute, daß in allen Fällen wirklich Fürsorglichkeit der Grund war – weil ich mich nämlich trotz der Ersterkrankung nicht ausreichend geschont habe. Und mit zunehmendem Alter bekommt dann der Körper ein Eigenleben – und zack, ist das ISG/der Ischias/die Bandscheibe dicht. Sowas nenne ich inzwischen „hartes Aus-dem-Verkehr-ziehen“.

    Ich kann es Ihnen also zu 100% nachfühlen und wünsche beste Besserung.

    1. dieliebenessy sagt:

      Vielleicht haben Sie Recht.

  4. Caramellita sagt:

    Als Jahrgangskollegin sage ich: „Wir sind halt nicht mehr die Jüngsten!“ – und doch hab ich mir sagen lassen, dass die Phase, wo die Schmerzen einfach nicht mehr weg gehen, erst ab 40 beginnt :)
    Gute Besserung!

    1. dieliebenessy sagt:

      Tatsächlich? Den wetterfühligen Knöchel haben Sie aber auch schon ab 30, oder?

  5. Lobo sagt:

    Gute Besserung ! :-)

    1. dieliebenessy sagt:

      Danke.

  6. Als ich meinen Kommentar zum geänderten Kännchen kundtun wollte, war der Server indisponiert, jetzt ist es die Chefin selbst.
    „Gekrümmt“ und „verrotzt“ kann ja jeder, doch für das „siech“ kommt mein ganz spezielles Himmels… mitleid herüber gebeamt.
    Übrigens, das jetztige Kännchen ist so barock verspielt, das vorhergehende ähnelte doch mehr einem Mitropakännchen. Falls Sie es nicht richtig deuten sollten: DAS IST EIN KOMPLIMENT!

    1. jpr sagt:

      Vielleicht der Spaeteinfluss des Opernballs…

    2. dieliebenessy sagt:

      Das Kompliment geht an Herrn Jawl, der das Ganze aufgehübscht hat. Nach dem Hofball war mir allerdings auch sehr romantisch zumute.

  7. Blogolade sagt:

    Jetzt weiß ich nicht, ob ich gute Besserung wünschen soll oder viel Spaß bei der Weiterbildung zur Chirurgin?

    Egal, alles Gute! :-)

    1. dieliebenessy sagt:

      Bei der Chirurgensache gäbe es dann auch eine Menge zu bloggen.

  8. Bettina sagt:

    Niesen (vor allem schweres Männer-Niesen) und eine vorgeschädigte Bandscheibe vertragen sich leider gar nicht. Ich spreche aus leidvoller Erfahrung und habe inzwischen gelernt, beim allerersten Kribbeln in der Nase reflexartig eine rückenschonende Haltung einzunehmen. Gute Besserung!

  9. Katrin sagt:

    Gute Besserung Frau Nessy und danke für den erhellenden Einblick in das Leben vor Ihrer Tür. Made my day.

  10. antagonistin sagt:

    Diese multimorbide Entwicklung wird mit zunehmendem Alter nicht fluffiger, denk ich mal. Ich würde auch nicht darauf wetten, dass man sich daran gewöhnt. ;)

    Gute Besserung und viel Freude an den diversen Serien-Staffeln. Da lohnt dann doch wenigstens der Kauf…

  11. Jetzt heißt es aber obacht, liebenessy, dass sich nicht irgendein Teil des siechen Körpers denkt, alle guten Dinge wären gern zu dritt!
    Wohlmöglich noch irgendetwas mit Jucken oder Zähne.
    Also, gut aufgepasst und fein liegen bleiben!
    Dann wird bald alles wieder gut sein.
    Genesungsgrüße von Frau Lavendel

  12. Pst, Frau Nessy!
    Wollen Sie vielleicht was zum Lesen haben?
    Es ist ein leichtes Buch, also wortwörtlich haltbar, auch in siechem Zustand, und meine Geschichte spielt ihn Ihrer auserwählten Heimatstadt Dortmund.
    Guckense ma rein: http://die-beste-juppi.blogspot.de/2014/03/das-fuballbuch-hacke-spitze-tor.html

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