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Das Drei-Monats-Experiment

8. 04. 2013  •  36 Kommentare  •  Aus der Kategorie »Lebenslage«

Ein Beitrag Ihres Service-Blogs.

Was bisher geschah:

Anfang Januar ereilte mich, als Spätfolge einer Waschmaschinen-Aktion, ein Bandscheibenvorfall, der sich fürderhin als Bildungsbandscheibe entpuppte und die unschöne Begleiterscheinung des Tennisball– (formally known as Piriformis-) Syndroms mit sich brachte.

Zustand nach 3 Monaten:

Gestern: das erste Mal joggen. Mit Wärmehose, die ihrem Namen alle Ehre macht – die Suppe lief aus den Beinen wieder raus. Aber Hauptsache, Hintern und Rücken haben es kuschelig. 45 Minuten ohne Pause, allerdings in ausgesprochen gemächlichem Tempo. Trotzdem:  Ich hatte es quälender erwartet.

Vor zwei Wochen bin ich ins Handballtraining eingestiegen. Vorsichtig, vielleicht 40 Prozent. Etwas laufen, etwas werfen. Immer gucken, dass nichts kaputt geht.

Seit drei Wochen mache ich dynamische Kräftigungsübungen: SitUps und so’n Zeug. Innendrin bin ich inzwischen Heidi Klum. Von außen leider weiterhin Cindy aus Marzahn. Letzte Woche habe ich ein Youtube-Video „Pilates mit dem Teraband“ nachgeturnt. Brauchte an den zwei Tagen danach einen Radlader, der mich im Bett wendete. Seit Abklingen des Muskelkaters stehe ich allerdings kurz vorm Sixpack (innerlich).

Zeitplan für Nachahmer:

  • nach 2 Wochen: Schmerzmittel reduziert
  • nach 2 Wochen: wieder arbeiten
  • nach 3 Wochen: Piriformis tritt auf den Plan.
  • Woche 3-6: Die nächtliche Hölle beginnt. Dehnen bis zum Anschlag.
  • nach 7 Wochen: Schmerzmittel auch nachts abgesetzt
  • nach 8 Wochen: Entdeckung von Keltican forte
  • nach 8 Wochen: erstes Laufen in der Halle
  • nach 9 Wochen: keine Gefühlsstörungen mehr
  • nach 9 Wochen: die ersten dynamischen Kräftigungsübungen
  • nach 11 Wochen: das erste leichte Handballtraining
  • nach 13 Wochen: das erste Mal wieder joggen

 

Die drei schönsten Momente:

  1. nach der Krankengymnastik.
  2. das erste Mal problemlos Socken anziehen.
  3. das erste Mal joggen – und sich danach super fühlen.

 

Pro-Tipps für Nachahmer:

  • In den ersten zwei Wochen können Sie nichts tun. Leiden Sie still vor sich hin.
  • Nehmen Sie Schmerzmittel. Dafür wurde das Zeug erfunden.
  • Lassen Sie sich keine Operation aufschwatzen.
  • Gehen Sie spazieren, das ist gut für den Rücken. Aber nicht zu viel, das ist schlecht für den Hintern.
  • Kaufen Sie sich fürs Sitzen ein Gelkissen und benutzen Sie es auch.
  • Turnen Sie, so oft und so gut es geht. Dehnen, dehnen, dehnen.
  • Verzagen Sie nicht. Alles wird gut.

 

Kommentare

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  1. Vorerst: In der Überschrift „Zeitplan für Nachhahmer“ ist ein „h“ zuviel, das ich gerne ignorieren würde, welches aber mit einem rostigen Nagel über meine Bindehaut kratzt.

    Dann: Dem Satz mit den Schmerzmitteln kann ich nur zustimmen. Es ist zwar latent heldenhaft und vorzeige-körperbewusst, darauf zu verzichten („Nein, ich nehme keine Chemie!!!11!1!11“), aber man tut sich selbst bzw. seinem Körper keinen Gefallen damit (Stichwörter: „Folgebeschwerden durch Schonhaltung“), und letztendlich läuft man Gefahr, durch den Verzicht auf Schmerzmittel und dem daraus folgernden Wehklagen und generell eher mieser Stimmung dem Umfeld gegenüber zu einer wirklich grausamen Bestie zu mutieren.
    (Frau Banger verzichtet ab und zu bei Kopfschmerzen latent heldenhaft auf die Einnahmen von Aspirin o. dgl. Das Ergebnis animiert zum Weglaufen, was man aber auch nicht immer machen kann.)

    1. Nessy sagt:

      Früher war ich auch heldenhaft und habe keine Schmerzmittel genommen, aber gerade bei Rücken rate ich eindringlich, es zu tun. Schonhaltung, kein Schlaf keine Alternative zum Medikamentenverzicht. Natürlich hatte ich anfangs Bedenken und daher jeden Tag das Bestreben, die Dosis zu reduzieren – aber erst, als ich nicht mehr streng mit mir war, ging’s von ganz alleine.

  2. „fürderhin“ <3

    Abgesehen davon, dass wir eine Leidenschaft fürs selbe Lieblingswort teilen: Gute Besserung!

    1. Nessy sagt:

      Letztens bin ich dem Wort „spornstreichs“ wieder begegnet und warte seither auf eine Gelegenheit, es unterzubringen.

    2. jpr sagt:

      Sie koennen nicht sponstreichs hier eine Geschichte schreiben, die sich fuerderhin als Gelegenheit erweist allerlei bemerkenswerte Worte unterzubringen, deren Gebrauch nicht mehr allgegenwaertig ist, wie Blaupause, Bandsalat und Beutelschneider?

    3. Ponder sagt:

      Ich finde ja „Schlüpfer“ ein viel zu selten genutztes und gehörtes Wort.

      Ansonsten gilt – gute Besserung und wie immer recht herzlichen Dank für den hochgehaltenen Servicegedanken hier im Blog!

      der Ponder

    4. Nessy sagt:

      Sie meinen eine Geschichte, mit allem Brimborium, möglicherweise über die Hoffart eines Hahnrei oder eine Tusnelda, die ein Bratkartoffelverhältnis unterhält. In jedem Fall blümerant. Und mit Schlüpper.

    5. jpr sagt:

      „Brimborium“! Hurra.

    6. Orinoko sagt:

      Bitte reichen Sie Thusnelda doch das h, das der Nachahmer nun nicht mehr braucht. Im Übrigen finde ich das Wort „Höschen“ weit anzüglicher als „Schlüpfer“. Keine Ahnung warum „Schlüpfer“ zunehmend aus dem Sprachgebrauch verschwindet.

    7. Nessy sagt:

      Höschen … jetzt wird’s aber schlüpfrig.

    8. Croco sagt:

      Der Purzelbaum darf auch nicht aussterben, wenn wir schon beim Schutz der vernachlässigten Wörter sind.

    9. Nessy sagt:

      Hier in der Region wird der Purzelbaum auch „Kusselkopp“ genannt.

  3. susa sagt:

    Wünsche fürderhin gute Besserung und danke für den Keltican forte Tipps, werde das einmal mit dem Orthopäden mV diskutieren.

    1. Nessy sagt:

      Die (gesetzliche) Krankenkasse bezahlt Keltican nicht, weil die Wirkung nicht erwiesen ist. Ich habe es als Tipp von einer Kollegin bekommen, war skeptisch, aber dachte mir: Eine Packung (20 €) kannst du ja mal testen.

      Nach anderthalb Packungen und 30 Tagen Anwendung kann ich nun sagen: Mir hat’s geholfen (auch wenn es natürlich möglich ist, dass die bis dahin noch verbliebenen Gefühlsstörungen auch ohne Keltican weggegangen wären – es gibt leider keine Kontrollgruppe bei diesem Experiment).

  4. apostelchen sagt:

    ist jetzt alles überstanden?offiziel,meine ich?

    1. Nessy sagt:

      Ich hoffe. Wer macht sowas offiziell? Gibt es einen Bandscheibenwart?

    2. jpr sagt:

      (Und wie Sie ja wissen, gibt’s beim Doc zumindest Bandscheibenwartung).
      //*höhö

    3. Nessy sagt:

      Dort habe ich tatsächlich nächste Woche nochmal einen Termin. Zum TÜV. Werde zu dieser Gelegenheit das Supernessy-Cape anlegen.

  5. Croco sagt:

    Klingt nach ordentlichem Plan.
    Klingt ebenfalls nach ordentlicher Heilung und nie wieder Waschmaschine.
    Und alles, was Vitamin B enthält, hilft bei allem, was Nerven enthält.
    Hoffentlich bleibt ihr Bildungshunger erhalten.
    Denn was täten wir den Ihren!

    1. Nessy sagt:

      Vitamin B – gut, dass Sie es sagen. Ich nehme schon zusätzlich Magnesium, wegen dieser Muskelgeschichte. Hat auch geholfen.

  6. jpr sagt:

    Und dann so fuersorglich als schrittweise Anleitung zum Nachmachen aufgelistet. Wahrlich ein Serviceblog hier. Ich bin mir allerdings immer noch unsicher: Wollen Sie das nicht vielleicht doch als Kurs anbieten? ‚Frau Nessy: Bildungsbandscheiben fuer alle‘ – insbesondere, wo Sie doch das Geraet (die Waschmaschine) bereits da haben.

    1. Nessy sagt:

      Die Waschmaschine kann ich, wenngleich sie gut steht, wo sie nun steht, gerne für Selbstversuche zur Verfügung stellen. Wenn wir ein bisschen herumfragen, finden sich bestimmt noch Leute, die umziehen und jede Hilfe in Anspruch nehmen. Wir müssen ihnen ja nicht sagen, dass wir unsere eigenen Interessen verfolgen.

  7. WIchtig ist auch ein kleiner Blick in die Zukunft.
    In drei bis sechs Monaten auf keinen Fall einen Sessel allein hochkant von A nach B tragen und dabei den Rücken unbedacht nach vorn beugen. Denn sonst heißt es:
    Liebe Nessy, gehe nicht über Los, nimm nicht 2000 Geld ein und begibt Dich sofort zurück in die Bandscheibenhölle.

    1. Nessy sagt:

      Es hat sich erstmal aus-getragen. Keine Waschmaschinen, keine Sofas, nichts Schweres von weit unten.

  8. Freut mich wirklich, wirklich, dass es Dir wieder besser geht!
    Sehr schön!

    Phu.

    Du warst aber auch wirklich fleißig.
    Und den Tipp mit dem Keltican merke ich mir. Wobei es wahrscheinlich nach 3 Jahren nicht mehr hilft :-/

    1. Nessy sagt:

      Das mag sein. Ich schließe auch nicht aus, dass es bei manchen Menschen gar nicht wirkt. Sonst würde die Kasse es ja bezahlen. Für mich war’s das Richtige.

  9. mrslimdown sagt:

    der cursor von keltican forte iss ja luschtig !!!

    1. Nessy sagt:

      Wenn er jetzt auch noch funktional wäre, wär’s super!

  10. flyhigher sagt:

    Liebe Frau Nessy, ein von Herzen kommendes „GOTT SEI DANK“ für die weitgehende Beschwerdelosigkeit, und ein „BITTSCHÖN“ dafür, dass es so bleiben möge!
    Was die Schmerzmittel betrifft: Ich liege jetzt bei 1 Diclofenac und 20 Tröpferl Tramal jeden 2. Tag. Ich habe mir erlaubt (!!!) mit der Entwöhnung zu warten, bis es draussen etwas heller, wärmer, trockener und freundlicher geworden ist. Seither geht es auch wieder leichter, ich kann also Ihrem Exkurs in dieser Sache nur zustimmen!

    1. Nessy sagt:

      Das klingt doch prima: 1 Diclofenac, das ist ja nicht mehr der Rede wert – vor allem, wenn man die Geschichte kennt.

  11. antagonistin sagt:

    Apropos Service-Blog: danke für den YouTube-Pilates-Link. Der hat was, v.a. gibt es vom gleichen User noch eine ganze Liste mit halbstündigen Pilates-Videos bei YouTube. Freut mich. :)

    1. Nessy sagt:

      Sehr gerne. Ich habe das für Sie ja auch schonmal durchgeturnt. Machen Sie sich auf was gefasst. Sie werden danach nicht so frisch sein wie die kleine Asiatin.

  12. Spazierengehen ist schlecht für den Hintern??

    Danke, deshalb also!

  13. chickofprey sagt:

    Kann mich den Warnungen nur anschließen: Trageentwöhnung, und wenn, dann körpernah & beidseitig (Rucksack). Hätt ich mich früher dran gehalten, hätte mein chicer Sequester nach dem ersten Vorfall vielleicht Ruhe gegeben – so hab ich das Ganze nach eineinhalb Jahren alles nochmal durchgemacht. Keltican klingt gut, danke, vielleicht spür ich ja irgendwann mal meine linke Achillesferse wieder ;)
    Und: Tramundal ist das ein bisschen bessere Tramal, hilft auch gegen Flugangst, Stress, Kater und wahrscheinlich sogar gegen Motten.

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