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Zehn Links und ein Video

13. 03. 2013  •  22 Kommentare  •  Aus der Kategorie »Zeitvertreib«

In den vergangenen Wochen habe ich interessante Sachen gelesen.

Linktipp#1: Tiere

Zum Einstieg zwei Comics vom guten – nein, vom besten Herrn Beetlebum, der dieser Tage Opfer eines Meisenknödels ist, dafür aber – und eigentlich nur wegen ein paar Streifenhörnchen – nach San Diego fahren wird.

Linktipp #2 – #5: Familie

Die liebe Frische Brise hat den Link schon vor zwei oder drei Wochen gepostet, aber das macht ja nichts: Der Text eines Mannes, der acht Kinder hat – alle mit derselben Frau. Für mich der Schlüsselsatz:

„Wir werden schätzungsweise 18 Jahre lang pubertierende Kinder im Haus gehabt haben.“

Eine zugegebenermaßen ziemlich gruselige Vorstellung.

Auch empfehlenswert von der Frischen Brise: „Hallo, ich bin Heike und mein Kind schläft schon durch“ – ein Plädoyer für mehr Gelassenheit in der Kindererziehung.

Neuentdeckung: die Mäusedoktorin. Seit sie sieben Monate auf der Forschungsstation Konnevesi in Mittelfinnland verbrachte, hat sie sich in dieses Land verliebt. Gemeinsam mit ihrem Mann hat sie drei Kinder. Der Höhepunkt des Blogs sind für mich die Saunabilder 2006 bis 2013. Außerdem die Erkenntnis: Die Sache mit dem Schnee ist andernorts noch viel, viel schlimmer.

Zum Abschluss bei den Familien-Linktipps das Plädoyer eines Vaters, der überzeugt ist,

„dass viele Männer aus Bequemlichkeit den Job als nicht diskutierbares Scheinargument ins Feld führen, um sich den unbekannten Herausforderungen der Familienarbeit nicht stellen zu müssen.“

Diesen Eindruck kann ich durchaus teilen – ohne jetzt hier in eine differenzierte Diskussion zu gehen.

Linktipp #6: Bücher kaufen

Im Zuge der Amazon-Diskussion erschien auf Carta ein Text mit der Überschrift „Dorfbuchhandlung vs. Internetriese – Gespräch mit einer Buchhändlerin„. Ich kann vieles in dem Text unterschreiben, denn ich nutze auch lieber den stationären Buchhandel als den Online-Versand – weil ich gerne flaniere und weil ich beim Einkaufen immer noch auf Haptik stehe. Was nicht heißt, dass ich niemals bei Amazon oder sonstwo online kaufe – allerdings nur, wenn es mir in dem Moment wirklich praktische Vorteile bringt. Was ich an meiner Lieblingsbuchhandlung im Viertel schätze: Sie legt tolle Bücher aus, immer ein Stück neben dem Mainstream, aber niemals zu abgedreht. Das ist auch der wichtigste Grund, warum ich dort einkaufe: Weil ich, obwohl ich Vielleserin bin und daher vieles kenne, immer noch mit Empfehlungen überrascht werde.

Linktipp#7: Frauen zählen

Frau Anne zählt Frauen. Noch vor zwei, drei Jahren hätte ich das kleinkariert und zehennägelaufrollend feministisch gefunden, aber inzwischen ertappe ich mich immer öfter dabei, wie auch ich Frauen zähle, im Beruf, in Meetings, auf Veranstaltungen, auf Bühnen, in Impressen. Das Ergebnis ist oftmals ernüchternd.

Linktipp #8-9: Wohnungsmarkt Dortmund

Die zauberhafte Sylvia hat zwei Wohnungsanzeigen ausfindig gemacht, die es so nur in Dortmund gibt. Zur Miete stehen eine Wohnung am Borsigplatz  und eine Wohnung, bei deren erfolgreicher Vermietung es sogar eine Prämie gibt. Da träumt der vom Wohnungsmarkt gebeutelte Hamburger von.

Linktipp #10: Verlassene Orte

Auf Island stand ich einmal – irgendwo im Süden, hinter eine Bergkuppe bei Höfn – vor zwei verlassenen Gebäuden. Die Häuser waren schon seit Jahren nicht mehr bewohnt, sie hatten schon keine Fenster mehr, aber innendrin konnte ich die Vergangenheit erahnen: Herd, Bilderrahmen, vieles war noch da. Seither habe ich einen Faible für verlassene Orte. Deshalb mag ich die Bilder besonders.

Zu guter Letzt ein Filmbeitrag für Videospielfreunde:

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=4wZPsFWfi3k&w=480&h=270]

Kommentare

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  1. Anne sagt:

    Ich hab bis vor nicht allzu langer Zeit auch geglaubt, dass man sich wegen Gleichberechtigung nicht so anstellen muss, aber mittlerweile seh ich das nicht mehr so. Das Zählen hilft mir ein bisschen dabei, mir darüber klar zu werden, dass ich mir das nicht einbilde, und dass Frauen immer noch in wesentlichen Teilen unserer Gesellschaft eine Minderheit bilden – und ich rede hier von Bereichen, die typischerweise als männerdominiert gilt. Natürlich muss man dann auch irgendwann was dagegen tun, aber ich finde dieses „Datensammeln“ ganz sinnvoll, weil ich dann auch wirklich sagen kann „Guck mal hier, hier und hier, da sieht man sofort, dass da was nicht stimmt“.

    1. Nessy sagt:

      Ich zähle ja jetzt auch öfter mal mit und stelle fest: Auch in nicht-männerdominierten Berufen ist der Anteil von Frauen, wenn es auf eine Entscheidungsebene geht, gering bis kaum vorhanden. Das hat sicherlich viele Gründe – Gründe, die nicht ausschließlich auf Seiten der Männer oder „des Systems“ liegen.

      In Sparten, wo es z.B. um Produktentwicklung geht, also um die Konzeption von Dingen, die zu 50 Prozent auch Frauen kaufen sollen, finde ich es umso erstaunlicher, wenn nur Männer entscheiden. Genauso wie Jüngere und Ältere an solch eine Prozess beteiligt sein sollten (wenn denn beide Zielgruppe sind), ist es doch wichtig, dass Frauen und Männer sich einbringen (wenn denn …).

      Und bei Podiumsdiskussionen, Meinungsbildung usw. ist es mir sowieso ein Rätsel, wie Debatten nur aus männlicher Sicht geführt werden können – meistens sogar aus der Sicht älterer Männer.

    2. Eines meiner Lieblingsbeispiele war eine Panel show in der BBC zum Thema Brustkrebs. 0 Frauen bei den Gästen, und ein Mann referierte darüber, wie das für Frauen ist, betroffen zu sein. Ganz ganz toll.

      Bei uns im Büro hab ich derzeit immer weniger zu zählen, da ist der headcount rückläufig.

    3. Nessy sagt:

      War da nicht letztens auch eine Talkshow (Jauch?) über homosexuelle Heirat und Kindsadoption, die ohne ein weibliches Pärchen auskam? Ich finde das ausgesprochen verwunderlich.

    4. Bärbel Reinke sagt:

      Ich zähle deshalb auch die paar Männer, die meine Kinder in der Grundschule unterrichtet haben und die paar Krankenpfleger, die mir mal vorgekommen sind. Und bin froh über jede Camerawoman, jede Tonfrau usw. die ich einstellen kann.

  2. Danke für die Anregung! Ich habe grad im Geiste die Frauen in der Seniorenresidenz durchgezählt, in der ich angestellt bin, und festgestellt, dass wir Frauen dort zwar weit in der Überzahl sind, was das Arbeiten betrifft, die „Obermufti“-Positionen allerdings allesamt mit Männern besetzt sind – mit einer Ausnahme…

    1. Nessy sagt:

      Warum ist das so? Wollen die Frauen nicht bzw. fehlt ihnen tatsächlich das Know-How? Pflegekraft zu sein, reicht allein sicherlich nicht aus, um ein Pflegeheim zu führen. Aber es gibt doch auch genügend weibliche Betriebswirtschaftlerinnen, Gesundheitsmanagerinnen etc. Oder sind wir gerade erst im Umbruch, Ihre „Obermuftis“ sind alle älteren Semesters und mit der nächsten Generation wird sich das schon regeln?

  3. energist sagt:

    Großartig, genau so ist die Situation wenn bei Tetris der lange 4er auftaucht! Aber mein Favorit sind und bleiben die Abandoned Places. Sollten nicht bei Ihnen in der Gegend auch tausende schöne Industrieruinen sein? Ich wäre vermutlich das ganze Wochenende dort :)

    1. Nessy sagt:

      Oh ja, hier gibt es ganz zauberhafte Industrieruinen. Zum Teil sind sie ja schon für den Tourismus aufbereitet. Außerdem gibt es Nicht-Industrieruinen wie zum Beispiel die Beamtensiedlung Bliersheim.

  4. Ellen sagt:

    zu #10: kennen Sie http://www.abandoned-places.com/ schon? :-)

    1. Nessy sagt:

      Oh, schön!
      (Nachdem man die Navigation verstanden hat.)

  5. Zeddi sagt:

    Auf flickr gibt es auch ein paar tolle Fotografen die (mehr oder weniger) verlassene Ruinen „Knipsen“:

    http://www.flickr.com/photos/atomhirsch/
    http://www.flickr.com/photos/xd-111/
    http://www.flickr.com/photos/klickertrigger/
    http://www.flickr.com/photos/rotweiss/

    Hier gibt es leider kaum noch schöne Buchhandlungen
    Hier gibt es entweder Thalia … die mir sehr unsympatisch sind und deren Sortiment … vorsichtig ausgedrückt … Scheisse ist. Ausserdem haben die eine kleinere Kette aufgekauft, in der ich eigentlich immer fündig geworden bin -.-
    Oder aber nur noch „Schreibwarenläden mit 2,3 Bücherregale“ … die haben auch keine gute Auswahl und müssten bestellen.

    Da bestelle ich lieber bei Amazon & Co – gerne auch mal gebraucht.

    1. Nessy sagt:

      Hach, großartige Ruinen. Überhaupt: schöne Bilder. Ich mag es ja besonders gerne, wenn dort noch Dinge rumliegen, einfach verlassen wurden.

      Sie wohnen bestimmt ländlicher, oder? In kleinen und sehr kleinen Städten ist es in der Tat schwierig, gut einzukaufen – egal ob Bücher oder Kleidung oder Elektronika. Dazu gibt’s einen ganz guten Artikel (via).

  6. Bouquinesse sagt:

    Diese neue Kategorie gefällt mir sehr gut, danke, liebe Frau Nessy!

    Noch ein Linktipp zu den verlassenen Orten:
    http://www.marodes.de
    Konzentriert sich aber eher auf den Osten der Republik.

    /wieselt raus

    1. Nessy sagt:

      Ob Ost, West, Nord, Süd ist ja wurscht.
      Wie viele verlassene Orte es gibt! Erstaunlich. Oder nicht? Kommt mir so viel vor.

    1. Nessy sagt:

      Oaaaaar! Großartig!

  7. flyhigher sagt:

    Ich stelle eine indisrete Frage aufgrund des Familien-Lesestoffs: Sind Sie schwanger???

    Was die Karriere von Frauen betrifft, so kann ich nur sagen, dass ich nie die große Karriere angestrebt hatte, weil ich den Stress und die Verantwortung, die man „da oben“ zu tragen hat, scheue. Ganz ehrlich. Mich kostet das schlaflose Nächte. Und mein Schlaf ist mir heilig. Aber ich wurde mal Key Account Manager, zuständig für den Vertrieb in ganz Österreich, was in dem Betrieb schon was ganz schön hohes war. Der Weg dorthin war mir nicht versperrt, ganz im Gegenteil, ich wollte das noch nicht mal, der Job ist mir quasi „aufgebürdet“ worden und meine Möglichkeiten, nein zu sagen, waren ziemlich begrenzt. Also kann ich persönlich nicht ganz nachvollziehen, dass es für Frauen schwierig sein soll, eine Führungsposition zu bekommen. Dass wir weniger Gehalt in vergleichbaren Positionen bekommen, unterschreibe ich gerne, so gings mir auch.

    Allerdings glaube ich nicht, dass der immer mal wieder aus der Politik zu hörende Schrei nach der Quotenregelung uns Frauen hilft. Ich glaube, dass diese Regelung eher kontraproduktiv wäre („den Job hat sie ja eh nur bekommen, weil die Firma die Quote erfüllen muss“….). Damit tut man uns Frauen keinen Gefallen, denke ich.

    1. Nessy sagt:

      Sind Sie schwanger???

      //*lacht. Nein. Ich sammel ja auch Papst-Tweets, ohne katholisch zu sein.

      Also kann ich persönlich nicht ganz nachvollziehen, dass es für Frauen schwierig sein soll, eine Führungsposition zu bekommen.

      Ich habe es in der Vergangenheit mehrfach erlebt, dass für eine Position sowohl Männer als auch Frauen zur Wahl standen – und es ist immer der Mann geworden. Im Einzelfall mag es immer Gründe für den Einen und gegen die Andere gegeben haben, aber in der Summe? Es ist schon auffällig.

      Was die Quotenregelung angeht, bin ich uneins. Auf den ersten Blick widerstrebt sie mir. Argumente der Befürworter kann ich allerdings auch nicht allesamt von der Hand weisen. Vielleicht braucht es erst einen radikalen Schubs, um etwas zu verändern – auch für Männer, die patriarchalische Führung und familienfeindliche Anwesenheitskultur satt haben? Wobei ja nicht gesagt ist, dass sich das mit Frauen am Ruder zwingend ändert. Wie gesagt: Ich weiß es nicht.

  8. Denise sagt:

    Reblogged this on Darf´s ein bisschen mehr sein? und kommentierte:
    Bei Frau Nessy gibt´s einiges an interessanten Links – nicht zu toppen ist aber der Bericht zur Karnevalsvorbereitung aus dem Kindergarten (Bastel-Bitch! Ich schmeiß mich immer noch weg) oder auch die Elternabend-Story. Darauf bin ich auch schon echt gespannt – den ersten im Kindergarten hab ich aus Krankheitsgründen verpasst…

  9. Ponder sagt:

    Ich habe den selben Kommentar auch bei Frau Schüssler gepostet, finde aber das passt hier auch gut:

    ch habe grade auch Frauen gezählt – bei einem grossen Software-Rollout in einem großen mittelständischen Unternehmen. Und wie das so ist bei Software-Rollouts sind ganz viele ITler und (in diesem Fall) ganz viele Ingenieure und Maschinenbauer beteiligt. Insgesamt kommen an den vier Ostertagen runde 90 Leute zum Einsatz, die mit neuer Software nach Ostern für wohlige Stimmung in den Ingenieurabteilungen sorgen sollen.

    Frauenzählung ergibt: 1.

    Und diese eine Frau ist in einem Trainee-Programm und rein zufällig aktuell in der Abteilung, die das Rollout federführend betreut, zählt also nicht zur “Kerntruppe”.

    Sehr schade, aber in technischen Berufen vermutlich keine Seltenheit. Was kann man draus lernen? Vermutlich nicht viel, aber die Interessen zwischen Männlein und Weiblein (oder die festgefahrenen Erwartungen? Die Erwartungen der Gesellschaft? Die Rollenbilder?) scheinen doch recht wirksam in unterschiedliche Richtungen zu gehen. Meine Frau arbeitet dafür schon länger in verschiedenen Kindergärten, Horten und anderen sozialen Einrichtungen und ist da beruflich noch nie einem Mann begegnet.

    Nachdenklich,

    der Ponder

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