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Zwei Erzieherinnen in der U-Bahn

23. 01. 2013  •  56 Kommentare  •  Aus der Kategorie »Broterwerb«

Zwei Damen in der U-Bahn. Ich steige mitten im Gespräch ein.

(…)
„Im Urlaub bin ich in Spanien.“
„Wie kommste denn dahin?“
„Mit dem Auto.“
„Ja, aber, wie kommste dahin?“
„Hä?“
„Erdkunde war echt nie mein Ding.“
„Durch Frankreich.“
„Ach so.“
„Bist du dumm, odda watt?“
“ ‚Schab doch abgebrochen. Hab ich dir doch schomma erzählt.“
„Schule, odda watt?“
„Nache Neunten. Weil, ich bin da einfach nich‘ mehr hingegangen. Wurde auch gemobbt und so. Und dann hat meine Mutter gesacht: Dat bringt ja allet so nix mehr. Die zehn Pflichtschuljahre waren ja auch voll.“
„Und wieso machse getz Erzieherin?“
„Weil, wird gebraucht, hat die vom Amt gesacht. Wat has‘ du eigentlich vorher gemacht?“
„Industriekauffrau. Abba hab‘ ich nich‘ zu Ende gemacht, die Lehre. Bei der Prüfung war ich damals ja schwanger und ich war auch so aufgeregt, da bin ich durchgefallen und nich‘ mehr hingegangen. Abba getz, wo ich 30 bin und mein Sohn außem gröbsten raus is‘, dachte ich, da starte ich nomma durch.“
„Erzieherinnen werden gesucht.“
„Dat hamwa schon allet richtich gemacht.“

Kommentare

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  1. Busse sind manchmal besser als jedes Programm der privaten Sendeanstalten ;)

    1. Nessy sagt:

      Es ist schon lange her her, dass ich zuletzt etwas in Bus & Bahn erlebt habe. Bestimmt zwei Monate. Es wurde mal wieder Zeit.

  2. Erzieherinnen? Im Ernst? Auauauhauerha…

    1. Nessy sagt:

      Noch nicht. Aber bald. Wenn sie nicht abbrechen. Oder schwanger werden. Oder die Pflichtschuljahre voll sind.

  3. Ansku sagt:

    Ich muss weinen….

    1. Nessy sagt:

      … und Ihre Kinder erst.

  4. Juliane sagt:

    Alles richtig gemacht… ich sollte auch öfter mal Bus & Bahn fahren!

    Viele Grüße und „schöner Tag noch“,
    Juliane

    1. Nessy sagt:

      Kann ich sehr empfehlen. Nicht nur wegen der guten Gesellschaft. Auch wegen der guten Bücher, die man beim Fahren lesen kann.

  5. murmel sagt:

    Und das ist so wahr. Leider. Ich glaub, die beiden sitzen bei mir in der Klasse :-(

    Und werden den Abschluss machen weil die Anforderungen kontinuierlich gesenkt werden. Damit auch wirklich jeder besteht …

    Und werden dann Eure Kinder erziehen …

    1. Nessy sagt:

      Es werden halt ErzieherInnen gebraucht.

  6. Jasmin sagt:

    … und ich werde immer komisch angeschaut, wenn ich sage, dass ich Abitur habe und die Erzieher-Ausbildung mache. Gruselig, der Gedanke, dass man später vielleicht mal mit solchen Leuten zusammenarbeitet.

    1. Nessy sagt:

      Nun ja, in anderen Berufen hätten Sie andere Leute. Die gibt’s wohl überall, nur in verschiedenen Ausprägungen.

  7. Au Backe! Mehr fällt mir dazu ehrlich gesagt nicht ein. Außer: Arme Kinder!

  8. Änni sagt:

    Kicher. Zumindest sind die beiden nicht abgehobene Akademikerinnen, was? :-)
    Die Ausbildung „Erzieherin“ kann ich nicht ganz einordnen – ist das in Deutschland eine Berufslehre? Und wen und wie genau „erzieht“ eine Erzieherin? Ist das vergleichbar mit Sozialpädagogin? Oder eher mit Lehrerin? Oder mit „Fachfrau Betreuung“?
    Liebe Grüsse aus der Schweiz,
    Änni

    1. Nessy sagt:

      Das können Ihnen am besten die hier kommentierenden Erzieherinnen beantworten – wobei ich nicht einmal weiß, ob „Erzieherin“ die korrekte Berufsbezeichnung ist. Wenn ich die Damen richtig interpretiere, werden Sie wohl Erzieherinnen im Kindergarten/Hort – also mit dreijähriger schulischer und praktischer Ausbildung.

      SozialpädagogInnen haben bei uns ein Studium.

    2. Ponder sagt:

      Erzieherinnen sind die (meist, bei uns im Ort zu 100%) Damen im Kindergarten. Neben Erzieherinnen gibt es da auch noch Kinderpflegerinnen (nach aktueller Zählung bei uns im Ort auch zu 100% weiblich besetzt). Beides sind Ausbildungen, die zur Kinderpflegerin ist glaube ich kürzer und hat etwas andere Schwerpunkte. Die Gruppenleitung in einem Kindergarten oder einer KiTa hat eine Erzieherin inne.

      Für genaue Details müsste ich dann allerdings meine Frau fragen. Pädagogik und Sozialpädagogik sind auch in DE Studiengänge.

      Es grüßt,

      der Ponder

    3. murmel sagt:

      Hi Änni,
      bei euch in der Schweiz sind das die Kindergärtnerinnen. Die müssen allerdings bei euch genau wie die Grundstufenlehrer an der PH studieren und vorher Matura haben.
      Fachfrau Betreuung ist eine Stufe drunter, oder?

      Bei uns sind es 3-4 Jahre praxisnahe Schulausbildung nach der 10. Klasse. Schulform ist eine Fachschule, an der nebenbei auch Matura gemacht werden kann.

      Arbeiten können Erzieherinnen in Kinderkrippe, Kindergarten, Hort, Jugendwohnheim und mit Behinderten.

    4. Änni sagt:

      Danke für die Aufklärung! Richtig, in der Schweiz ist auch für KindergärtnerInnen ein Studium erforderlich – vergleichbar wäre die Ausbildung wohl mit „Fachfrau Betreuung Schwerpunkt Kinder“, eine dreijährige Berufslehre.
      (Die Sache mit Spanien belustigt mich immer noch.)

  9. Franzi sagt:

    Ich fürchte mich.

  10. Markus Auer sagt:

    ..und es wird schlimmer! Spätestens im sommer wenn der Kita garantiert ist und es die Kommunen nicht darstellen können.

    1. Nessy sagt:

      Eins konnte ich dem Gespräch immerhin entnehmen: Es waren keine Schlecker-Frauen.

  11. Mea sagt:

    Sowas treibt mir die Tränen in die Augen.
    Ich muss nur noch herausfinden, ob vor Lachen oder Weinen…

    1. Nessy sagt:

      Bei der Spanien-Sache dachte ich erst, es sei ironisch. War’s aber gar nicht.

  12. Chris sagt:

    Autsch. Da bin ich ja froh, das wir bisher verschont geblieben sind.

    1. Nessy sagt:

      Bislang habe ich, das sollte ich vielleicht zum Ausgleich erwähnen, nur kompetente ErzieherInnen in der U-Bahn angetroffen – also die mit den Kindergruppen, die sonst niemand in seinem Waggon haben möchte.

  13. Croco sagt:

    Sie treiben mit Entsetzen Scherz, gnädige Frau.

    Ja, so ist die Wirklichkeit. Aber andererseits machen die Mädels ja nur Ausbildung.
    Alles andere wird zu anstrengend werden, glaube ich.
    Und dann ist ja noch die Mobberei.
    Und dann schulen sie um auf Altenpflegerinnen.

    1. Nessy sagt:

      Die werden auch gebraucht.

  14. Gminggmangg sagt:

    Mir bangt um meiner Kinder geistige Gesundheit. Aber bestimmt ist es nur bei euch in Deutschland so. Bestimmt. (Abwehrmechanismenfunktionstest erfolgreich bestanden.)

  15. frauvau sagt:

    Ach du Sch…… und meinen Sohn haben sie nicht haben wollen .. (vielleicht weil er IQ hat?)

    1. murmel sagt:

      Nee, mit DER Krankheit darf er nicht in die Kita!

  16. Allabouteve sagt:

    Nu seid doch nicht so. Die beiden sind vielleicht nicht besonders helle, aber das heißt doch nicht zwingend, dass sie sich nicht gut um Kindergartenkinder kümmern können. Klar wäre es gut, wenn sie Kindern Wissen vermitteln könnten. Andererseits ist Dreijährigen doch völlig wurscht, wo Spanien liegt, solange das Kindergartenfräulein nett zu ihnen ist und toll mit ihnen spielt.

    1. jpr sagt:

      Das eine nicht vollendet haben schliesst eine Eignung fuer anderes nicht aus, das muss ich so unterschreiben. Andererseits ist das halt schon auch eine Zeit, in der man viel ‚Warum‘ erklaeren muss, und dann waere es schon schoen, ist das nicht immer nur ein ‚is halt so‘.

      Und um nicht ganz ohne Stichelei abzugehen: sehen wir es alle doch positiv – es heisst ja immer, dass die Kleinen immer problematischer werden und weniger Chancen haben – genau da koennen die beiden Damen mit Eigenerfahrung zur Seite stehen.

    2. Ponder sagt:

      Im Kindergarten geht es schon sehr lange nicht mehr um „ausreichend mit Kindern spielen und sonst Kaffee trinken“. Heute sind die Anforderungen (ja, auch an die Kinder) schon deutlich höher als in der guten alten Zeit(TM) – und dazu braucht es auch entsprechend gutes Personal. Erste Kontakte mit Zahlen, Buchstaben und ganz allgemein die Vorschularbeit erfordern auf Seiten der Erzieher und Erzieherinnen doch ganz erheblichen Einsatz und pädagogisches Wissen.

      Es grüsst,

      der Ponder

    3. Allabouteve sagt:

      Boah…danke, Ponder. Fühle mich jetzt uralt. ;) Die guten alten Zeiten als Kinder noch Kinder sein durften und nicht schon im Kindergarten aufs Abi vorbereitet wurden. Eigentlich traurig. Heute.

    4. „… als Kinder noch Kinder sein durften“??? Kinder wollen lernen! Gerade in dem Alter! Und da fällt es ihnen auch noch richtig leicht. Sie in der Zeit nur irgendwie zu beschäftigen ist einfach nicht fair Kindern gegenüber.

    5. Ponder sagt:

      Als Kinder noch Kinder sein durften? Hm. „Lernen“ im Kindergarten ist schon noch sehr spielerisch, und dafür braucht es eben gutes Personal. Und die Kiddies völlig unvorbereitet in die Schule werfen ist auf keinen Fall besser.

      Im örtlichen (bayrischen) Kindergarten gibt es recht viel an Programm, und die Erzieherinnen geben sich unglaublich viel Mühe – und da findet viel Lernen einfach spielerisch im Rahmen des Programms statt.

      Es grüßt,

      der Ponder

  17. susa sagt:

    Und bei den von Arbeitslosigkeit bedrohten Schleckermitarbeiterinnen ging ein Aufschrei durchs Land … *tz

    Meine beste Freundin ist Erzieherin. Die arbeitet für ihre Gruppe zwei Projekte im Jahr aus (so wie Sendung mit der Maus, „was geschieht in einer Bäckerei?“ oder „auf dem -natürlich Bio- Geflügelhof!“), das bedarf schon einer fundierten Allgemeinbildung und der Fähigkeit, sich Informationen zu beschaffen. Mit Aufsicht führen und Lego bauen ist es doch heutzutage nicht mehr getan.

    Positiv stimmt mich, dass die beiden wenigstens versuchen, irgendwas zu tun. Oder sie haben den Trick mit den Rückenschmerzen noch nicht raus (verhindert auch zuverlässig den Einsatz in der Altenpflege)

  18. Iche sagt:

    Dramatisch ist nur, dass es bei meinen Mitstudenten (Lehramt) nicht unbedingt besser ist. Nur anders. Was dazu führt, dass sich immer mehr Kollegen überlegen, vlt doch an die Uni zu gehen/dort zu bleiben. Nicht, dass es dort besser wäre. Nur anders…

  19. Erlebnisse in Bus und Bahn, ohja…In diesem Zusammenhang möchte ich auf diesen jungen Mann verweisen: http://www.youtube.com/watch?v=avs7pKyLFDk (Aber Achtung: ab 18).

  20. monisertel sagt:

    Hallo Nessy,
    das ist jetzt nicht wirklich wahr, oder?????
    Wenn doch, dann sollten wir uns fürchten!!!
    Lieben Gruß
    moni

  21. Marie sagt:

    Ich weine bitterlich um meinen Berufsstand!

  22. Mascha sagt:

    Solche Weiber machen den Ruf der Erzieher kaputt und schaden den Kindern. Könnte kotzen!!! Und welcher Vollhonk hat dazu geraten, daß diese Tante in einen Kindergarten gehen soll???!!

    1. Friederich sagt:

      Ist doch klar. Den Kommunen geht das Gesäß auf Grundeis, weil sie demnächst mit dem Rechtsanspruch auf einen KiTa-Platz konfrontiert sind und richtig teure Schadensersatzforderungen von Eltern fürchten, denen sie keinen anbieten können. Also bekommt das Arbeitsamt Weisung: »Schafft uns Erzieherinnen!« Der Bund hat den Rechtsanspruch geschaffen, aber keine Qualitätsstandards. In Dresden wird eine ehemalige Kaserne zur Mega-Kita umgebaut. Das ist halt der Preis für die Vergesellschaftung der Frau. Man muß dann eben diese lästigen Kinder irgendwo einlagern, und da die nicht unters Tierschutzgesetz fallen, interessiert das auch nicht, ob das nun wirklich artgerecht geschieht. Willkommen in der DDR2.0.

      Wie hatte Lenin gesagt:

      Die Regierung der proletarischen Diktatur bietet … alles auf, um die rückständige Auffassung der Männer und Frauen zu überwinden … . Eine Selbstverständlichkeit ist die volle Gleichberechtigung von Frau und Mann in der Gesetzgebung. Auf allen Gebieten zeigt sich das aufrichtige Bestreben, die Gleichberechtigung durchzuführen. Wir gliedern die Frauen in die soziale Wirtschaft, Verwaltung, Gesetzgebung und Regierung ein. Wir öffnen ihnen alle Kurse und Bildungsanstalten, um ihre berufliche und soziale Leistungsfähigkeit zu heben. Wir gründen Gemeinschaftsküchen und öffentliche Speisehäuser, Wasch- und Reparaturanstalten, Krippen, Kindergärten, Kinderheime, Erziehungsinstitute verschiedener Art. Kurz, wir machen Ernst mit unserer programmatischen Forderung, die wirtschaftlichen und erzieherischen Funktionen des Einzelhaushaltes der Gesellschaft zu übertragen. Dadurch wird die Frau von der alten Haussklaverei und jeder Abhängigkeit vom Manne erlöst. … Die Kinder erhalten günstigere Entwicklungsbedingungen als daheim. 

    2. Sowas gibt’s schon länger. Ich (u.a. Ausbilder im IT-Bereich) hatte schon vor 7 oder 8 Jahren eine Praktikantin hier, die sich bei uns auf die Abschlußprüfung als Informatikkauffrau vorbereiten sollte. Die Guteste hatte von Technik keine Ahnung (hat vorher Klamotten verkauft) und auch kein Interesse daran. Die ist in die Umschulung reingerutscht, weil sie auf dem Amt mal gesagt hat, sie würde gern mehr im PC Bereich lernen… Da haben sie sie in ne Umschulung für den ach so boomenden IT Bereich geschickt… Heute arbeitet sie in nem Callcenter.

      Wahrscheinlich haben die beiden Madames auch aufm Amt erwähnt, dass sie gut mit Kindern können (und sich zuhause ja auch um Schastinn, Schakkeline und Kävin kümmern).

      Zu ein paar anderen: Man kann ohne auch nur rudimentäres Allgemeinwissen Kinder erziehen? Echt? Das erklärt einiges, was mittlerweile so auf der Strasse rumläuft. Man muss nicht unbedingt Kant, Nietzsche usw. gelesen haben, aber IRGENDWAS sollte man mal gelesen haben, was nicht überwiegend aus Sprechblasen oder bunten Bildchen besteht. Und in ganzen Sätzen sprechen (die nicht mit „Alda“ beginnen oder enden) wäre auch ein Pluspunkt.

      Und mal n bischen Werbung nebenbei, weils grad so schön zum Thema passt: Alle Interessierten sollten sich mal den Film „Idiocracy“ ansehen. So und nicht anders sieht es in nicht allzu ferner Zukunft auch bei uns aus!

    3. Mascha sagt:

      Gebe Dir völlig recht!!!

  23. Rupa sagt:

    DANKE, Allabouteve, für den einzig anständigen Kommentar hier! Was ist los, Frau Nessy? Hat die Krankheit Sie so sehr gezeichnet, daß Sie jetzt solch voyeuristische und herablassende Artikel veröffentlichen müssen?

    Ich denke, man kann unter Umständen ganz hervorragend Kinder erziehen, ohne im Detail zu wissen, wie man mit dem Auto nach Spanien kommt. Kämen Sie ohne Umweg in Barcelona an, ohne vorher Karte oder Navigationsgerät zu konsultieren?

    1. Ponder sagt:

      Muss … widerstehen … Trolle … nicht … füttern …

      Mist. Nicht geschafft.

      Ich finde das mal wieder eine ausgesprochen gute Alltagsbeobachtung von Frau Nessy. Und dass den beiden Damen nicht nur der geographische Aufbau Europas ein Rätsel zu sein scheint wird auch klar.

      Sie haben keine Kinder und noch nie etwas mit aktuellen Kindergärten zu tun gehabt, richtig? Ganz nebenbei gilt fast bundesweit für die ErzieherInnen-Ausbildung: „Zugangsvoraussetzung ist in der Regel ein Realschulabschluss.“

      Trotzdem viele Grüße,

      der Ponder

  24. claudia sagt:

    Ich möchte mal anmerken…..

    Nur weil es ein Defizit in Erdkunde gibt sagt das so rein gar nichts über Allgemeinwissen aus. Nur weil die Sprache nicht so ausgefeilt ist wie bei einigen anderen bedeutet es nicht das sie Kindern nichts beibringen können. Das was wir hier lesen ist ein Mikroausschnitt aus dem Leben dieser beiden Frauen ………..

    Im „richtigen“ Kindergarten ( vielleicht in einem Brennpunkt) werden die Damen unter Umständen sehr gute Arbeit verrichten. Wissen sie doch wie es ist wenn man eine Ausbildung abgebrochen hat, erst mal Kinder bekommt und dann doch noch was macht aus seinem Leben;nämlich eine Ausbildung. Sie starten noch mal durch und verharren nicht einfach in ihrem Alltagstrott und Harz 4. Ich finde das sie unseren Respekt verdienen. Warum man da Oh Gott sagt ist mir ein Rätsel.

    Unser größtes Problem in D ist das Kinder ja schon gar nicht mehr Kinder sein dürfen, alles muss pädagogisch Wertvoll sein, ich höre nur noch Kinder wollen doch lernen, wir müssen sie fördern und fordern.

    Wie hat es eigentlich die Generation davor es geschafft überhaupt was auf die Beine zu stellen im Leben?. Hatten sie doch kein Englisch , keinen Computerkurs oder Chinesisch im Kindergarten?…..
    Bei allem Verständnis dafür das es schön ist wenn kleine Kinder schon Spaß an Dingen haben und ihnen heute viel mehr ermöglicht werden kann als Früher. Manchmal fehlt mir so ein wenig das Mittelmaß.

    Claudia

    1. Ponder sagt:

      Ich würde Kinder ja lieber von gut qualifizierten (in der Schweiz ist das ein Studium!) und vor allem gut bezahlten Erzieherinnen (und wenn wir schon dabei sind dürften auch Erzieher dabei sein) betreuen lassen, nicht von jemandem der das nur macht weil „da werden grad Erzieherinnen gebraucht und das Amt hat mich hingeschickt“.

      Welches der zahlreichen pädagogische Programme ein Kindergarten fährt und ob Kinder „nicht mehr Kind sein dürfen“ wenn ein spannendes und vielfältiges Angebot vorhanden ist … hm. Ist ein Kind mehr Kind wenn die Erzieherinnen den ganzen Tag ausser Kaffee trinken nichts sonst machen? Zum Glück gibt es in den meisten Orten mehr als eine Wahlmöglichkeit, was den Kindergarten angeht (bei uns im Ort mit ~15.000 Einwohnern mindestens vier verschiedene KiTas mit verschiedensten Ansätzen) und die Eltern können sich den passenden aussuchen.

      Viele Grüße,

      der Ponder

  25. murmel sagt:

    „Wie hat es eigentlich die Generation davor es geschafft überhaupt was auf die Beine zu stellen im Leben?. Hatten sie doch kein Englisch , keinen Computerkurs oder Chinesisch im Kindergarten?…..“
    DAS ist nicht die wichtige Kompetenz von Erzieherinnen. Im Gegenteil.

    Solche Programme werden v.a. auf Drängen von ehrgeizigen Eltern oder von nicht ganz so kompetenten Erzieherinnen gemacht. Fitte Erzieherinnen fördern im alltäglichen, intensiven Spiel. Sie erkennen, wann ein Kind engagiert ist und greifen die Themen zielgerichtet auf, machen daraus Projekte.

    Dabei kommen sie mit den Kindern ins Gespräch und fragen, was ihnen wichtig ist. Im besten Fall können sie das in vernünftigem Deutsch – gerne auch im regionalen Dialekt. Dann braucht man auch kein Sprachförderprogramm.
    Um die Themen umfassend zu erkennen und darauf zu reagieren ist schon ein gewisses Maß an Allgemeinbildung nötig. Kinder fragen schon mal „Was ist Spanien?“.

    Ist schon gut, dass sie sich um eine weitere Ausbildung bemühen. Aber muss es unbedingt ein Beruf mit solch einer Verantwortung sein? (Frage an die Arbeitsvermittler …)

  26. Lobo sagt:

    Mal ne Frage : Ich meine mich zu erinnern, dass ein Kundin mir erzählte sie studiert Erzieherin in den Niederlanden, das Studium werde hier allerdings nicht anerkannt. Sind die dann überqualifiziert (das Unwort des Jahrtausends übrigens) ?

    1. Ponder sagt:

      Meine Frau (studierte MA-Pädagogin) arbeitet zur Zeit auch in einer KiTa in einer Schulkindergartengruppe (eigentlich schulpflichtige Kinder, die aus irgend einem Grund zurückgestellt wurden). Die Anerkennung des Studiums als ausreichend für eine Erzieherinnenstelle ist möglich, aber etwas aufwändig (das ist aber etwas vom Träger der Einrichtung und vom Bundesland abhängig), es braucht Referenzen über bisherige Tätigkeiten und entsprechende Schwerpunkte im Studium. Einerseits verständlich – in der Ausbildung zur Erzieherin kommen garantiert Inhalte vor, die während eines Studiums nicht oder nur am Rande behandelt werden, andererseits dann doch ärgerlich, zumal das damit erreichbare Erzieherinnengehalt den Aufgaben und Anforderungen nicht gerecht wird. Stellen für Leute mit Pädagogik-Uni-Abschluss gibt es in einem gewöhnlichen Kindergarten nicht.

      Viele Grüße,

      der Ponder

  27. Frau Morag sagt:

    Ich.will.keine.solche.Kollegin.

    Dann wechsle ich lieber den Beruf.

    Dieser Kommentar empört mich. Echt mal jetzt!
    „solange das Kindergartenfräulein nett zu ihnen ist und toll mit ihnen spielt.“

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