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Mama Souvlaki

14. 02. 2012  •  44 Kommentare  •  Aus der Kategorie »Anrainer«

Neben der Sporthalle hat ein neues Restaurant eröffnet.

Ein griechisches. Das Schild hat eine geschwungene Schrift, aber den Namen habe ich vergessen. Er ist auch egal. Denn bei uns Handballhühner heißt der Laden schon jetzt „Mama Souvlaki“ – nach der Besitzerin.

Mama Souvlaki ist eine kleine, korpulente Frau in den Vierzigern mit langem, gelbblond gefärbtem Haar. Sie hüpft durch den Laden wie ein Flummi, ist bei den Gästen, hinter der Theke und wieder bei den Gästen. Sie lacht immerzu, ist eine dicke Sonne inmitten antiker Statuen und blau-weißer Servietten. Schon vor dem Essen gibt es den ersten Ouzo aufs Haus.

„Seid ihr das Sport-Team?“ fragt Mama Souvlaki und setzt sich zu uns.
Wir bejahen.
„Spielt ihr dort in der Halle?“ fragt sie und deutet in Richtung Theke.
Wir bejahen.
Sie gibt uns noch einen Ouzo aus. „Ist gesund für Sportler“, sagt sie.

Wir essen Fleisch- und Salatberge. Als wir bezahlen möchten, kommt sie zu uns, wieder mit einem Tablett Ouzo. Wir sind inzwischen schon ein bisschen betrunken. Sie erzählt von ihrem Onkel, der auch ein griechisches Restaurant hat. Dort hat sie bislang gearbeitet. Aber jetzt sei es an der Zeit, etwas Eigenes zu starten. Sie winkt einen kleinen, dünnen Mann herbei.

„Das ist Stavros, mein Mann“, stellt sie ihn vor. Papa Souvlaki nickt und lächelt in die Runde. „Stavros“, sagt sie zu ihrem Mann, „das ist die Handballmannschaft von der Sporthalle drüben.“ Stavros nickt und lächelt.

Sie hebt ein Pinnchen mit Ouzo, sagt „Jamas!“, und wir trinken. Im Aufstehen sagt sie: „Wenn ihr gutes Essen nach dem Spiel braucht, kommt zu mir. Wenn ihr guten Ouzo braucht, kommt zu mir. Wenn ihr neue Trikots braucht, kommt zu mir. Dann essen wir und trinken wir und sprechen wir.“

Wir mögen Mama Souvlaki.

Kommentare

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  1. wie herzlich.. :) da fühlt man sich ja gleich wohl.

    1. Nessy sagt:

      … und nach dem dritten Ouzo noch wohler.

  2. buecherhase sagt:

    ein Grieche ist doch immer was feines :)

    1. Nessy sagt:

      Einen Italiener tät ich auch nehmen.

  3. NähMa! sagt:

    Neinnein, das ist jetzt ganz falsch!
    Griechen sind bankrott und Griechen finden Deutsche blöd, nehmen aber trotzdem unser Geld, wollen aber nicht sparen.
    So ist es richtig!
    Du kannst doch jetzt nicht einfach die erst ganz neu gebildete Meinung so mir nichts dir nichts zerstören!
    Also echt, wo kämen wir denn dahin?

    Super deine Mama Souvlaki. Das hört sich an, als würden wir geneigten Leser noch von ihr hören.
    Und so ein ordentlicher Griechenteller ist schließlich konzentrierte Sportlernahrung. :o)
    Was steht denn dann demnächst auf euren Trikots?

    LG
    Die NähMa!

    1. Nessy sagt:

      Auf dem Bauch steht:
      „Bifteki formte diesen Körper“

      Hinten auf der Hose steht:
      „powered by Mama Souvlaki“

    2. jpr sagt:

      Jeweils in rosa Flauschbeflockung?

    3. Nessy sagt:

      Rosa Flock auf rosa Trikots? Dann kann das doch niemand lesen.

    4. jpr sagt:

      Endlich dezente Trikotwerbung. Aber wenn rosa natuerlich schon fort ist bleibt Platz fuer den hellenischen Touch: blauweiss gestreift.

    5. Nessy sagt:

      Blau-weiß löst bei einem Großteil der Mannschaft schweren Juckreiz aus. Hat in dem Fall nichts mit Griechenland zu tun, sondern ist so eine Ruhrgebietskiste.

    6. Konrad sagt:

      Was ist gegen den VfL einzuwenden?

      Konrad

  4. Frau Dinktoc sagt:

    So einen Griechen hat auch unsere Volleyballmannschaft und ich möchte ihn nicht missen. Die 14 Tage Betriebsferien pro Jahr, die er sich gönnt, sind für uns gefühlte vier Wochen lang.

    1. Nessy sagt:

      Wie wär’s in dieser Zeit mit einer kleinen Mannschaftsfahrt nach Naxos, so zum Saisonabschluss?

  5. Zaphod sagt:

    Oh schön, so eine Souvlakimama kenn ich auch, da fühlt man sich jedes mal wie in Big Fat Greek Wedding, auch ohne Hochzeit. Einen besseren Trikotsponsor könnte ich mir nicht vorstellen, leider hab ich keine Handballmannschaft.

    1. Nessy sagt:

      Die Trikots müssen wir dann allesamt eine Nummer größer bestellen – quasi als Investition in die Zukunft.

    2. jpr sagt:

      Ach, Trikots. Ich wuerde ja eher versuchen Catering bei Auswaertsveranstaltungen zu bekommen.

    3. Nessy sagt:

      Auch bei Heimveranstaltungen. Immer. Nur an ihrem Waffelrezept muss Mama Souvlaki noch arbeiten.

  6. Tolle Einstellung hat Mama Souvlaki.
    Mir persönlich schmeckt beim Griechen der Ouzo am Besten :-) Jamas!

    1. Nessy sagt:

      Ein Ouzo schmeckt. Der zweite schmeckt so lala. Der dritte geht nicht mehr. Der vierte ist dann wieder lecker.

  7. zimtapfel sagt:

    Heißen wir Mama Souvlaki als neues Gesicht im Nessy-Universum herzlich willkommen und freuen uns auf viel unterhaltsamen Blogcontent! :-)

    1. Nessy sagt:

      Mama Souvlaki dankt!

  8. Dr. Bloch sagt:

    … ach die Erinnerungen … vorletztes Wochenende waren wir erst wieder bei „Papa Dionysos-Platte“ … Fleischessen bis zum Gichtanfall …

    1. Nessy sagt:

      Mit Käse überbacken!

    2. jpr sagt:

      Und just faellt mir ein, dass noch Kritharaki im Schrank sind. Muss wohl spontan den Speiseplan fuer diese Woche aendern.

  9. Silke sagt:

    Die Reibeplätzchen, die ich eigentlich heute machen wollte, können warten. Heute MUSS ich zum Griechen, Ouzo trinken, Grillteller verputzen und in griechischer Gastlichkeit schwelgen. Danke für die wunderbare Anregung. :-)

    1. Nessy sagt:

      Reibeplätzchen – die könnte ich auch mal wieder machen …

    2. Silke sagt:

      Die Reibeplätzchen gibt es heute. :-)

  10. Werner sagt:

    Mit 18 war ich eine Weile mit einer Tochter Souvlaki liiert, Mama Souvlaki hat die Küche und Papa Souvlaki den Gastraum geschmissen.
    Heute würde ich das gewichtstechnisch nicht mehr überleben. Schön war’s.

    1. Nessy sagt:

      Es gab kein Happy End mit Big Fat Greek Wedding? Och.

    2. Werner sagt:

      Nein, kein Happy End. Lag aber an mir, oder an der Welt, die war einfach zu groß und unbekannt und interessant. Diese galt es zu entdecken, da war dann kein Platz mehr für Tochter Souvlaki und Mama Souvlakis Calamares…

    3. Julia sagt:

      Ich war auch mal mit einem Sohnemann Souvlaki zusammen, allerdings (leider?) ohne angegliedertes Restaurant.
      Die Gewichtsverteilung in der ehelichen Beziehung der Eltern war lustigerweise exakt so wie hier beschrieben.
      Mit Zitaten aus „My Big Fat Greek Wedding“ macht man im Übrigen bei Griechen nie etwas falsch, können Sie sich merken.

  11. FF sagt:

    Manchmal – immer aus gegebenem Anlaß – beschleicht mich der Verdacht, daß eine Gastwirtschaft im eigentlichen Sinne in unseren Breiten eigentlich nur noch von Nicht-Germanen halbwegs passabel zustandegebracht wird.

    Warum das so ist? Pffffffft…

    1. Nessy sagt:

      Nein, nein, ein wenig gutes Gastronomenblut fließt auch bei unseren Landsleuten. Nur etwas verhaltener. Aber nicht minder liebevoll.

    2. Illy sagt:

      Kennen Sie „Frühstück bei Stefanie“ von NDR 2?
      Jene?
      http://www.ndr.de/ndr2/start/fruehstueck_bei_stefanie/fruehstueck130.html

      Also, ich kenn einen Haufen Gastwirtschaften und Frühstücksbistros, in denen man auf diese Golddamen trifft. Allerdings sind das eher nicht so die hippen beige-braun-lounge-look Orte.

    3. Nessy sagt:

      Ist auch im Ruhrgebiet bekannt. Nehme ich als Podcast mit.

  12. So sind sie, die Griechen … So habe auch ich sie kennen gelernt.

  13. Das klingt doch mal richtig gut ^^

    Griechische Restaurants gibt es viele. Gute gibt wenige. Herzliche… selten.

  14. JayMom sagt:

    Fein, so ein Grieche nebenan, nicht wahr?! Wir haben gleich 3 davon für unsere Schützendamen. Immer im Wechsel, da gibt’s ddann gleich noch ein bisschen Abwechslung. Und bei allen dreien ist es herrlich familiär.
    Weiterhin viel Spaß mit Mama Souvlaki, und guten Hunger! :-)

    1. Nessy sagt:

      Drei Restaurants im Wechsel? Kann man da überhaupt eine Beziehung zum Wirt aufbauen?

  15. kvinna sagt:

    Ich gratuliere von Herzen zu dieser Wirtin!

  16. JayMom sagt:

    Sicher, das geht. Praktiziert über viele, viele Jahre, und wenn die Wirte (wie in unserem Fall) dann auch noch alle Vereinsmitglieder sind. Geht ganz super. Mus halt wachsen, so über die Jahre.

  17. to sagt:

    spricht ja lupenreines hochdeutsch, die gute! erinnert mich an die studienzeiten, wo wir öfter mal bei einem griechen waren, dessen frau „meine pumuckl“ hieß. ihr mann, der chef, hatte beim bedienen immer eine zigarette im mund oder in der hand unter dem teller, tolle atmo!

    1. Nessy sagt:

      Spricht sie. Kanaksprak wird ja hier ansonsten lautsprachlich wiedergegeben – wegen der Authentizität.

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