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Vier Bücher

13. 02. 2012  •  13 Kommentare  •  Aus der Kategorie »Lektüre«

Die ersten Bücher des Jahres 2012:

Fuchsberger, Kanger, Kehlmann, Mazzantini

Joachim Fuchsberger. Altwerden ist nichts für Feiglinge.
Ich hatte eine tiefschürfende Betrachtung des Lebens erwartet – Weisheiten eines alten Mannes. Stattdessen beschränkt sich Fuchsberger auf seichtes Geplauder über Beschwernisse des Alters, Stationen seiner Karriere und Episoden aus seinem Leben. Das Lesen ist unterhaltsam, aber neue Erkenntnisse gewinnt man nicht.

Thomas Kanger. Der Geheimnisträger.
Auf dem Rathausplatz in Kopenhagen wird ein Mann ohne Gesicht und Hände gefunden. Seine Identität ist unbekannt. Alles, was Kommissar Vincent Paulen als Anhaltspunkt hat, ist ein Ring mit vier eingravierten Frauennamen. Wenig später wird die kleine Stadt Korsør besetzt. Der Krimi beginnt vielversprechend und ungewöhnlich: Er liefert nämlich erst 100 Seiten Vorgeschichte, in denen verschiedene Personen eingeführt werden. Doch dann krankt er unerwarteterweise an zu wenig Nähe zu den Figuren. Kann man lesen, muss man nicht.

Daniel Kehlmann. Die Vermessung der Welt.
Das Buch ist nicht neu. Ich war bislang allerdings nie dazu gekommen, es zu lesen. Der Roman erzählt das Leben des Mathematiker Carl Friedrich Gauß und des Naturforschers Alexander von Humboldt. Der ironische Tonfall gefällt mir. Aber die Geschichte ist arm an Höhepunkten, so dass sich der Erzählstil abnutzt. Überschätzt.

Margaret Mazzantini. Das schönste Wort der Welt.
Während der Olympischen Winterspiele in Sarajewo lernt Gemma den Dichter Goijko und seinen Freund Diego kennen. Diego und sie verlieben sich ineinander, leben miteinander. Der Wunsch nach einem Kind wächst – und auf dem Balkan beginnt der Krieg. Die Geschichte beginnt verhalten. Mazzantini erzählt sehr episch. Manche Seiten mochte ich gar überblättern, dann wiederum kommen 30, 40 oder 50 Seiten mit intensiven Episoden, die fesseln. Es ist ein Buch, das erst nach dem Lesen Eindruck hinterlässt – und endlich mal eines, das den Krieg im ehemaligen Jugoslawien aufarbeitet. Zu empfehlen.

Kommentare

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  1. Mascha sagt:

    Du scheinst ja auch ein ziemlicher Bücherwurm zu sein. 4 Bücher seit Januar…nicht schlecht…ich habe eben auch mein Bücherregal durchgeschaut und ich habe ausgerechnet, daß ich im Schnitt ein Buch pro Woche lese. Da kommt schon etwas zusammen. Leider muß ich alle Bücher in Indien lassen, wenn es in paar Wochen packen heißt. Durch meinen Lebensstil musste ich mir vor paar Jahren schon angewöhnen mich von Büchern zu trennen. Das fiel mir am Anfang überhaupt nicht leicht. Wie ist es mit Dir? Sammelst Du Deine Lektüre, oder hängst Du nicht mehr daran, wenn das Lesen zuende ist?

    1. Nessy sagt:

      Bücher, die mir gefallen haben, behalte ich. Bücher, die ich nicht wieder lesen würde, verschenke ich.

  2. to sagt:

    aha, der kehlmann ist auf italienisch anscheinend auch nicht besser. und dass der fuchsberger dabei ist, wundert mich ehrlich gesagt auch ein wenig…

    1. Nessy sagt:

      Warum? Herr Fuchsberger ist an sich ein interessanter Mensch – zumindest fand ich ihn immer sympathisch. Aber offensichtlich hat er nicht viel zu erzählen. Oder möchte nicht viel erzählen.

  3. basserquote sagt:

    Liebe Frau Nessie,
    da es draußen noch nicht wärmer wird, könnte auch der Februar ein Bücher-Kuschel-Monat werden. Ich bin gespannt auf die Ausbeute und empfehle „34 Meter über dem Meer” von Annika Reich (bin aber noch nicht ganz damit durch, ist gerade erst erschienen).

    1. Nessy sagt:

      Habe es auf meine Wunschliste gesetzt. Momentan habe ich allerdings noch Einiges auf dem Nachtschrank stehen.

  4. FF sagt:

    Eins und drei hab‘ ich auch gelesen. Und Ähnliches empfunden. Bei „Blacky“ Fuchsberger erschöpft sich die Originalität bereits im Titel (der aber wohl nicht mal von ihm war, wenn ich mich recht entsinne). Also gar keine Originalität. Bis auf die scheußlich-präzise Metapher „Gorgonzola“ (für welkes Beinfleisch) habe ich alles wieder komplett vergessen.

    Kehlmann machte mir zu sehr auf pfiffiges Kerlchen und beherrscht in der Tat nur eine einzige Tonlage. Ermüdend. Wie ein quicker Box-Gegner, der immer exakt auf dieselbe Stelle haut. Eintagsfliege.

    „Krimis“, deren Klappentexte marktschreierisch mit verstümmelten Leichen werben und irgendwelche bizarren Ritualmorde insinuieren, lege ich dahin, wo sie hin gehören: ins Käseregal zu den 999 anderen.

    Nummer vier klingt zwar vielversprechend, könnte aber zu den merkwürdigen Büchern gehören, bei denen man nach zehn Seiten einfach vergißt, sie zu Ende zu lesen.

    1. Nessy sagt:

      Das kann passieren, ja. Das Buch hat intensive Momente und ist in der Gesamtschau lesenswert. Zwischendurch kriegt man aber auch mal lange Zähne.

  5. Sanníe sagt:

    Die Vermessung der Welt auf italienisch! Bei mir reichts mit viel Zeit und Anstrengung für ein einfaches Kinderbuch :-(

    1. Nessy sagt:

      Lesen Sie weiter. Irgendwann passt’s.

  6. Frau Falke sagt:

    „Margaret Mazzantini. Das schönste Wort der Welt.“ hatte ich sogar schon in der Hand, nur wartet so viel noch auf mich… Aber wenn du es nun empfiehlst, wird es wohl zu meiner Sammlung hinzu kommen. :)

    1. Nessy sagt:

      Ich empfehle, vorher mal reinzulesen und dann zu entscheiden. Ich fand es beeindruckend, aber mehr im Nachhinein als während des Lesens.

  7. Danke für die Buchtipps, den Titel von Fuchsbergers Buch fand ich gelungen, weckte meine Neugier. Jetzt werde ich es sicher nicht kaufen, vielleicht irgendwann einmal in der Bücherei ausleihen.
    Irgendwann, wenn ich den (elektronischen) Stapel abgearbeitet habe.
    Liebe Grüße vom linken Niederrhein.

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