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Dialoge an Weihnachten

27. 12. 2011  •  32 Kommentare  •  Aus der Kategorie »Sippe«

Beim Essen, jedes Jahr das Gleiche:

„Nimm doch noch Fisch.“
„Danke, ich mag doch keinen Fisch.“
„Seit wann das?“
„Schon immer.“
„Früher hast du den aber gegessen.“
„Ich habe den noch nie gegessen.“
„Als Baby schon.“

„Magst du auch keine Forelle?“
„Forelle ist Fisch.“
„Ach was, nein! Forelle ist doch wie Lachs.“
„…?“

„Vielleicht wenn du groß bist.“
„Ich bin schon ziemlich groß.“
„Nein, nein. Komm du erstmal in mein Alter.“

Kommentare

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  1. rucola sagt:

    kommt mir bekannt vor:
    – warum nimmst du dir keine linsen?
    – da ist speck drin
    – seit wann isst du keinen speck?
    – seit ich kein fleisch esse
    – ach bitte, den merkst du ja gar nicht, der ist nur für den geschmack drin
    – ich mag den speck geschmack aber nicht
    – du bist auch nie zufrieden!

    ganz gut auch:
    – was kochst du denn für uns?
    – wahrscheinlich so asiatisches gemüse mit pute
    – aber ich ess doch kein fleisch
    – pute auch nicht?

    was soll man darauf noch erwidern?

    1. Nessy sagt:

      Wenn Sie Fisch essen, könnten wir tauschen.

  2. rucola sagt:

    deal!
    ich glaube manchmal, meinen eltern würde es sowieso nicht wirklich auffallen, wenn da jemand anderer am tisch säße. hauptsache aufgegessen wird!

    1. Nessy sagt:

      Bin ein guter Esser. Das wird ihnen gefallen.

  3. rucola sagt:

    finde ich gut! ich werde dich / sie (?) rechtzeitig kontaktieren, wenn das nächste familienessen ansteht. ach ja, und pünktlichkeit ist alles. um 12 uhr wird zu mittag gessen, kommt man 10 minuten zu früh, wird man mit „na eh klar, dass du pünktlich bist, es geht ja ums essen“ empfangen, kommt man zwischen 5 vor 12 und punkt 12, ist man zu spät und muss sich anhören, dass es ja sowieso von vornherein klar war, dass man sich verspäten würde.

    1. Nessy sagt:

      Zum Glück schafft es ein anderer Zweig der Verwandtschaft, immer noch unpünktlicher zu kommen als ich. Schwarzer Peter adé.

  4. Solche Dialoge sind der Grund für die Berichte über Amokläufe im Fernsehen, wenn Leute ihre Familien über den Haufen geschossen haben.

    1. Frau Vorgarten sagt:

      gerade an Weihnachten ein beliebter Zeitvertreib!

    2. Nessy sagt:

      Nicht doch.

  5. Croco sagt:

    -Ein Gläschen Sekt?
    -Nein, danke, ich trinke doch keinen Alkohol.
    -Seit wann denn?
    -Schon seit zwanzig Jahren.
    -Auch keinen Sekt?

    1. Nessy sagt:

      -Aber sonst hast du doch immer einen mitgetrunken!

    2. Croco sagt:

      -Ja, ist genau zwanzig Jahre her. Und wer hat euch danach immer heimgefahren?
      -Achso. Ja, und du trinkst gar nichts mehr?
      -Doch, Wasser.
      -Also, kein Sekt?

  6. Die Gehörgänge der Mütter sind öfters nur auf einem Sender eingestellt!
    L.G.
    Mrs. Jones

    1. Nessy sagt:

      … und es war noch nicht einmal die Mutter!
      (Nicht allein.)

  7. jpr sagt:

    Frueher war halt doch alles besser, sogar die Aussicht, dass Sie mal Forelle, Lachs aaaeh, Fisch essen. Und was man selber mag, kann ja nicht so einer komischen Kategorie zugeordnet sein.

    Bei uns allerdings, bin ich froh zu vermelden, versucht man solche Unleidlichkeiten vorher rauszufinden und dann in der Menueplanung einfach zu vermeiden. Oder zumindest gleich Alternativen zu bieten.

    1. Nessy sagt:

      Die Vorab-Gespräche gibt es. Aber Forelle ist ja kein Fisch. Oder, anders:

      „Ich dachte, wenn du erstmal probiert hast, kommst du auch auf den Geschmack.“

  8. T.M. sagt:

    Frau Nessy, Sie sind ne Nette, drum wird das schwierig, aber in solchen Fällen hilft nichts anderes, als auf den Tisch zu hauen, dass die Gläser klirren, und mit zusammengekniffenen Augen eine Grundsatzrede mit den Worten zu beginnen „Ihr elenden Dumpfbacken widert mich alle an! Ja, Du auch, und Du ganz besonders!“ usw. Am Ende muss stehen „… und heiraten werd ich auch nicht, so!“ Es ist das Fest der Liebe, man wird Ihnen vergeben, aber Ihnen wird es augenblicklich besser gehen.

    P.S.: Sie werden übrigens sehen, wenn Sie erstmal gross sind, gibt sich das auch mit dem Fisch.

    1. Nessy sagt:

      Zumindest bleibt mein Auftritt im Gedächtnis. Vielleicht wird 2012 dann niemand mehr behaupten, sie sei nicht bekannt, die Sache mit dem Fisch. Vielleicht.

  9. – Dein Kartoffelsalat ist ja sooo lecker, Mama!

    – Danke, ich weiß ja gar nicht mehr, was ich für dich kochen soll.

    – ???

    – Dir schmeckt ja nix mehr. Früher warst du so eine unkomplizierte Esserin!

    – Was, bitte, esse ich denn heute nicht mehr?

    – Du magst kein Fleisch mehr.

    – Doch, sicher. Wie kommst du darauf?

    – Du mochtest als Kind schon keine Leberwurst. Jedes Kind mag Leberwurst.

    – Ich nicht, stimmt. Ich esse auch nicht gerne Wild, keine Innereien, ungern Schwein und generell kein Quälfleisch, aber sonst …? Geflügel, Lamm, Rind ist doch kein Problem?

    – Siehst du!

    – Wirklich sehr lecker, Dein Kartoffelsalat. Ist noch was da?

    1. Nessy sagt:

      Wenn Sie erstmal groß sind, mögen Sie auch Innereien. „Ich habe die in deinem Alter auch nicht gemocht.“ – „Und wie alt warst du, als du anfingst, sie zu mögen?“ – „Als ich deinen Vater geheiratet habe.“

  10. Susanne sagt:

    Ich bin hier gerade auf einer Famillienfreizeit. Mittagessen mit kleinen Kindern am Tisch. Glauben Sie mir, Sie sind alle unkompliziert! Und vielleicht rächen sich Eltern später auch nur – bei dem, was ich hier erlebe ein naheliegender Gedanke.

    1. Nessy sagt:

      Zu dem großen Rachefeldzug gehört dann auch das Schenken selbstgemalter Bilder. VHS-Kurse können so toll sein. Für alle.

  11. Lobo sagt:

    Ich muß ja so ein klein bisschen widersprechen ….

    Im Kindesalter waren mir einige Gerichte zuwider, die ich heute sehr mag. Viele Suppen zum Beispiel.

    Auch probiere ich immer wieder, denn der Geschmack ändert sich tatsächich, auch wenn bestimmte Sachen mir heute noch nicht munden (Leber und Rosenkohl zB).

    Als Kind hab ich es übrigens sehr genossen, dass meine Oma bei Sachen die ich nicht sooo gerne mochte, immer extra Pudding gemacht hat, übrigens auch noch als ich schon erwachsen war und die Gerichte mittlerweile fast Lieblingsspeisen waren. ;-)

    1. Nessy sagt:

      Meine Tante hat mir immer Pudding gekauft. Mit Chemie und allem, aus dem Supermarkt. Auf eigenen Wunsch. Weil ich zu Hause nur Selbstgekochten bekam. Das muss man sich mal vorstellen.

  12. wiederhoeren sagt:

    -Nimmst Du auch ein Glas xy ?(beliebiges alkoholisches Getränk einsetzern)
    -Nein Danke, ich trinke keinen Alkohol.
    -Warum nicht?
    -Weil ich Alkohol nicht mag. Einfach so.
    -Aber warum? (Es folgen zum Teil sehr indiskrete Fragen zu Schwangerschaft, Religion, Sucht ect. selbst von nur flüchtige oder mir gar nicht bekannten Personen)
    —inzwischen stehe ich im jeweils im Mittelpunkt einer ungläubig und misbilligend blickenden Runde—
    -Ich mag den Geschmack einfach nicht.
    -Aber trink doch wenigstens etwas zum Anstossen!
    -Nein danke. Ich stosse einfach damit (Getränk in meinem Glas) an. ok?
    -Aber das geht doch nicht. Du MUSST mit *Alkohol* anstossen.
    ………allgemeines Gemurmel: Die ist aber komisch — Warum spielt die sich so auf–da steckt sicher xy(etwas schlimmes einsetzen) dahinter–wie kann man nur usw.–

    1. Nessy sagt:

      Die Diskrepanz, wenn man nicht mitsäuft. Oder irgendwann aussteigt. Kenne ich. Erstaunlich doch, welchen Stellenwert Alkohol oft hat.

  13. richensa sagt:

    Ich könnte noch einen ähnlichen Wortwechsel zu Eintöpfen beisteuern, der dann auch ins ähnlich Sinnlose führt, oder einen mit Fleisch, der zu „Wurst ist doch gar kein Fleisch“ gipfelte. Wobei letzteres sogar inzwischen leider stimmen kann!

    1. Nessy sagt:

      Eine schöne Scheibe Analogkochschinken, da lacht doch das Vegetarierherz.

  14. to sagt:

    also, wer kinder hat weiß, dass das mit solchen dialogen eigentlich schon früh los geht. und irgendwann wahrscheinlich böse endet.

  15. RS75 sagt:

    Ersetzen sie bei mir den Fisch durch Leber/Rosenkohl/Senfeier/Schlagsahne, dann kann ich den ersten Absatz so wortwörtlich übernehmen…
    Aber wie ich lesen konnte, stehe ich mit dem Problem nicht alleine, ein beruhigendes Gefühl !
    Gibe es sowas wie einen geheimen Kodex bei Eltern ? Warum tun sie so, als wissen sie nichts mehr von dem, was man hasst oder gehasst hat ? Und warum scheinen wirklich ALLE Eltern so zu sein ? Das wäre mal eine Studie wert !

  16. Ellala sagt:

    Ich verstehe das Problem. Aber ich verstehe nicht, wie man keinen Fisch mögen kann. Mmh… Sushi, Bouillabaisse, Fisch im Salzmantel, Fish ’n‘ Chips… gerade gefasster Vorsatz für 2012: Mehr Fisch essen!

  17. féizào sagt:

    Bei uns ist das andersrum.
    Da mein Bruder und ich früher unwahrscheinlich krüsch waren und fast nix gegessen haben, sind unsere Eltern Jahre später immer noch völlig von den Socken, wenn wir anstandslos irgendwas „ungewöhnliches“ (Senf, Fleischwurst, Fisch, Tee) zu uns nehmen.
    Dafür versucht meine Mutter mir jedesmal (jedesmal!) einen Kaffee anzudrehen. Mein Geschmack hat sich wirklich sehr geändert, aber Kaffee wird wohl immer auf der Schwarzen Liste stehen.

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