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Zehn

24. 08. 2011  •  47 Kommentare  •  Aus der Kategorie »Turnen«

Seit fast drei Monaten befinde ich mich im Boot Camp.

Anfang Juni hatte der Trainer den Beginn der Saisonvorbereitung ausgerufen: zwei Hallen-Einheiten pro Wochen plus zwei zusätzliche Laufeinheiten. Damals war ich in erstaunlich schlechter Verfassung. In den Monaten zuvor hatte ich alles mitgenommen, was im Kaufhaus der Bagatell-Erkrankungen angeboten wird: Erkältung, Bänderriss, Magen-Darm, noch eine Erkältung, ausgerenkter Rückenwirbel, Bronchitis. Bei meiner ersten Fünf-Kilometer-Laufrunde musste ich dreimal gehen. Es war erniedrigend.

Jetzt hat der Trainer den Endspurt eingeläutet. Fünf Testspiele und zwei Turniere in drei Wochen. Außerdem der große Konditionstest: ein Zehn-Kilometer-Lauf.

10.
Zehn.
Zeeeeeeeeeeeeeehn.
Wenn man es so lang ausspricht, gewinnt man einen Eindruck von der Strecke.
Zeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeehn.
Zeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeehn.

Na gut, habe ich mir gedacht. Muss ja. Am besten gar nicht erst Respekt aufkommen lassen. Gestern sind wir deshalb zu Dritt zur Laufstrecke gefahren und haben getestet. Einmal rund um den See, zehn Kilometer. Ich habe ein pinkes Shirt angezogen – damit ich gefunden werde, falls ich ohnmächtig in die Uferböschung kippe.

Schon nach 1 Stunde 10 waren wir wieder am Parkplatz. Das ist sensationell. Das ist der Hammer. Das ist unglaublich: Ich. Der Konditionsklaus. Die Lauflusche. Zehn Kilometer. In 70 Minuten. Heute morgen tat mir nicht einmal etwas weh. Stattdessen bin ich 20 Kilometer Rad gefahren und habe am Abend zwei Stunden in der Halle trainiert.

Ich glaube, ich bin gut drauf.

Kommentare

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  1. michathecook sagt:

    Das lag bestimmt am pinken Shirt.
    Nun weiss ich endlich wie’s geht..Am Wochenende wird Pink gekauft und dann gehts los….

    1. Nessy sagt:

      Steht ihnen sicherlich wunderbar. Uns Blonden schmeichelt Pink.

    2. michathecook sagt:

      Das versucht mir meine Frau auch immer (erfolglos) zu erzaehlen

    3. jpr sagt:

      Fuer Herren gehen auch zartrosa Polohemden. Aber nur, wenn der Kragen hochgestellt ist.

    4. Nessy sagt:

      Und nur mit Segelschuhen. Sonst wirken sie unglaubwürdig.

  2. Marco sagt:

    Bewundernswert.
    Nicht die 10Km.
    Sondern daß Sie Zeit dafür haben.

    1. Nessy sagt:

      Dauert 1 Stunde 10 – plus duschen danach.

  3. Na geht doch. Obwohl mir aus trainingstechnischer Sicht total unklar ist was ein 10k-Lauf für Handballerinnen bringen soll.
    Wahrscheinlich hab ich nur keine Ahnung von dieser hochkomplexen Materie … ;)

    1. Nessy sagt:

      Das ist mir auch unklar, abgesehen von der Grundlagenausdauer.

  4. Herr Banger sagt:

    Ich gratuliere Ihnen zur Bezwingung der ungeliebten Distanz! Und was Ihren zweifelnden Tweet angeht: Die Kunst ist, 10 Kilometer lang nicht zu denken.
    Da fällt mir auf: Es gibt genügend Zeitgenossen, die schaffen selbiges alltäglich. Da wären „10 Kilometer Fresse halten“ eine charmante Nebendisziplin.

    1. Nessy sagt:

      Ich war froh, dass ich jemanden dabei hatte, mit dem ich mich unterhalten konnte. Sonst wäre es sehr lang geworden.

    2. zimtapfel sagt:

      Wie, Sie konnten sich dabei auch noch unterhalten?
      *japps* *umfall*

    3. Oh, so als Tipp: Wenn Sie auf die Unterhaltung verzichten, schaffen Sie die 10 Kilometer auch unter einer Stunde. Aber ich glaube, das gehört für Mädels eher in die Kategorie „Bestrafung“, ja?

    4. Frau Vorgarten sagt:

      Nanana, Herr Banger.
      Regelmäßiges Luftholen ist soooo wichtig für Puls und so weiter, beugt Seitenstechen vor und wasweißichnoch.
      Wenn man sich gar nicht auf die Atmung konzentrieren muss, geht das alles noch viel besser.
      ich glaub, diese Herren, die Schweigsamkeit zur höchsten Lebensform auserkoren haben, das sind die potenziellen Seitenstich-Kandidaten.
      Die sich dann sagen, ach was solls, fünf kilometer reichen doch…
      und das mit Lästerei kaschieren.
      So machen Sie sich keine FreundInnen!!

    5. Ach, Frau Vorgarten, eigentlich spricht aus mir nur der kaschierte Neid, den Sport mit Konversation verbinden zu können. Ich gehe da viel zu leistungsorientiert heran.

      (Ganz ehrlich: Ich kann rein mental kein Tempo laufen, in dem ich mich noch unterhalten könnte. Wenn Sport, dann bis zum Anschlag, ansonsten wird mir furchtbar langweilig, und früher oder später sitze ich dann wieder auf dem Sofa. Ich muss beim Laufen immer ein wenig leiden, um mir dann hinterher auf die Schulter klopfen zu können und daraus Motivation für die nächste Einheit zu schöpfen.)

    6. Nessy sagt:

      @Herr Banger: Betreiben Sie parallel eine Mannschaftssportart. Dort können Sie Ihren Drang zu siegen voll ausleben.

      @Frau Vorgarten: Die Herren, die schnaufend und Schweiß spritzend an mir vorbeiziehen, treffe ich am Ende am Parkplatz wieder, bleich und taumelnd.

  5. jpr sagt:

    Ich seh’s kommen, Sie werden noch Gefallen finden und uns hier von Ihren Marathonvorbereitungen erzaehlen. Zweiundvierzigkommaeinsneunfuenf enthaelt ja auch die Laenge schon ein wenig besser, als das schnoede 10.

    Der trainingstechnisch beeindruckende Part ist sonst klar ‚heute tat nix weh, ich habe einfach noch oben draufgelegt‘. Respekt. Sie sind glaube ich gut drauf.
    (Zum Glueck kommt demnaechst der Winter, in dem sich das alles mit gepflegtem Fuesse auf dem Sofa hochlegen wieder ablegen laesst).

    1. Nessy sagt:

      Dass ich nicht groß etwas gemerkt habe, hat mich auch gewundert. Der Plan ist natürlich jetzt, im Winter durchzulaufen. Den habe ich übrigens jeden Winter.

  6. Michael sagt:

    Bei diesen Temperaturen sind zehn Kilometer schon die Härte. Jetzt sind Sie fit für Testspiele und Turniere. Und wenn mal eins verloren wird … der Gedanke an die zehn Kilometer in 70 Minuten wird Sie wieder aufrichten.

    1. Nessy sagt:

      Auch wenn ich das Wetter sonst bescheiden finde: Dieser Sommer hatte bislang ideale Lauftemperatur. Wir hatten ja nur an ein, zwei Tagen mal 30 Grad.

      In der Halle ist es um Einiges schlimmer.

  7. arborette sagt:

    … bei dem thema bin ich raus – ich halte mal die finger still ;-)

  8. Frau Vorgarten sagt:

    Hat der Trainer eichentlich irgendwelche zeitlichen Vorgaben für die Strecke gegeben? Oder war es ihm egal, Hauptsache alle kommen an?

    Und was die (alljährlichen) Pläne betrifft, den Winter hindurch weiter laufen zu wollen: ich kenne kein Mittel, das besser gegen diese lästigen Erkältungen hilft.
    Ehrlich, Sport im Winter macht gesund. (Sofern man sich nicht was reißt, staucht, bricht, wenn mal Schnee…. ach, was red ich, es ist SOMMER!!)

    1. Nessy sagt:

      Die Vorgabe des Trainers ist: durchlaufen. Maximal 90 Minuten. Nun, das ist tatsächlich zu schaffen.

  9. saphiera sagt:

    Super-Nessy!!!! Sie brauchen ein T-Shirt wo ein großes N drauf steht und einen Umhang. Unbedingt!

    1. jpr sagt:

      Pink, aye. Aber keinen Umhang, das ist zu gefaehrlich

    2. Nessy sagt:

      Sie haben Recht. No Capes. Gerade in Hinblick auf meine bisherige Karriere als Bridget-Joney-Double.

    3. saphiera sagt:

      Ja das ist doch zu gefährlich aber ein Super Nessy T-shirt in Pink ist drin!

  10. Martin W. sagt:

    Respekt, Frau Nessy, Respekt. Und nicht den Hauch von Muskelkater oder so?

    Aber ich persönlich genieße es geradezu, wenn ich abends alleine durch den Wald trabe und mich nicht ständig unterhalten muss. Laufen und Reden passen für mich so gar nicht zusammen. Eine Unterhaltung steht dem Abschalten entgegen, was für mich den eigentlichen Reiz des Laufens ausmacht.

    1. Nessy sagt:

      Sehe ich sonst auch so. Ich mag es, dabei Musik zu hören. Aber auf längeren Strecken ist schon schön, wenn jemand anders da ist.

  11. energist sagt:

    Kenne ich! Mein Bootcamp hieß damals Grundausbildung. Und mein Gesicht, als plötzlich zwölf Kilometer in Formation rum waren, muß ziemlich lustig ausgesehen haben. Dummerweise dachte niemad daran, ein Photo zu machen.

    Die Moral der Geschicht lautet also wohl: wenn man sich vorher keine Gedanken darum macht, sind die Hürden nur halb so hoch.

    1. Nessy sagt:

      Unsere Bundeswehr, ein Verein, der mancherlei Herausforderungen bietet. Ich kann das hautnah beobachten.

  12. Martin W. sagt:

    Musik geht für mich auch gar nicht. Was ist das Rauschen des Waldes oder das Plätschern eines Baches gegen die schönste Musik?
    Auf langen Strecken hilft mir da das gute alte Kopfkino. Ein Zieleinlauf bei einem großen Lauf beispielsweise. Ist gut gegen den „Laufkoller“. Sonst kann es in der Tat sehr lang werden…

    1. Nessy sagt:

      Statt des Rauschen des Waldes höre ich das Schnaufen der Nessy.

  13. freidenkerin sagt:

    Wow! Hut ab! Ich würde wahrscheinlich schon nach einem halben Kilometer aus den Latschen kippen…

    1. Nessy sagt:

      Unterschätzen Sie sich nicht. Zwei, drei Kilometer schaffen Sie bestimmt.

  14. Respekt und Gratulation! Eine Frage hätte ich da noch: Wenn man dann endlich mal so dermaßen gut drauf ist, so richtig fit und alles, ist man dann auch mit seinem Körper zufrieden? Gibts da nen Punkt, wo man sich wohlfühlt und mal wieder gerne in den Spiegel schaut? So als netten Nebeneffekt quasi…

    1. Nessy sagt:

      Das ist das große Manko.
      Nichts.
      Sie sehen: nichts.
      Dabei müsste ich straff sein wie eine Gitarrensaite.

    2. schade, so hatte ich mir das auch vorgestellt, also so voller körperspannung und so. jegliche motivation dahin ;) naja, ich hoffe weiter. obwohl ich auch langsam glaube, dass täglich fahrrad fahren gar nichts bringt…

  15. Frau-Irgendwas-ist-immer sagt:

    Wow – Respekt – auch für den Mut bei der Farbauswahl des T-Shirts. Und, schon Termine für den Halbmarathon in Ihrer Nähe rausgefunden?

    1. Nessy sagt:

      Ganz bestimmt. Nicht.

  16. Jeanie sagt:

    Mensch… ich bin echt SCHWER beeindruckt und zolle allerhöchsten RESPEKT!!

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