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28. 05. 2011  •  51 Kommentare  •  Aus der Kategorie »Lektüre«

Vier Bücher, vier Empfehlungen:

Bücher: Benioff, Franzen, Morgan, Rosenfeld

David Benioff. Stadt der Diebe.
Die Strolche Lew und Kolja sollen im ausgehungerten Leningrad des Jahres 1942 zwölf Eier auftreiben: Die Tochter eines Obersts möchte auf ihrer Hochzeit einen Kuchen haben. Als Gegenleistung werden sie nicht erschossen. Ein Road Movie durch die belagerte Stadt beginnt. Brutalität, Gewalt, Witz und Irrsinn begleiten die Geschichte. Abstoßend und fesselnd zugleich.

Jonathan Franzen. Freiheit.
Patty und Walter Berglund, ihre Kinder Joey und Jessica. Eine typische Familiengeschichte nach Franzen, in der wenig passiert, den Figuren hingegen viel Raum gegeben wird. Ich bin zwiegespalten: Die Handlung zieht sich wie Kaugummi, aber die Charakterstudien sind wirklich gut. Geschmacksache.

Morgan Callan Rogers. Rubinrotes Herz, eisblaue See.
Florine ist 11, als ihre Mutter verschwindet. Der Verlust klafft in ihr wie eine offene Wunde. Doch mit der Zeit nehmen das Leben und die Pubertät ihren Lauf. Kein besonderes Buch: Die Sprache ist einfach, die Handlung auch. Trotzdem hat es mich gepackt.

Astrid Rosenfeld. Adams Erbe.
Ed Cohen lebt in Berlin und hat ein Modelabel. Sein Großonkel Adam Cohen lebte 1938 ebenfalls in Berlin – bis er den Spuren einer verschollenen jüdischen Freundin folgt und verschwindet. Ed liest seine Geschichte und führt sie zu Ende. Eine traurige Erzählung, die mich allerdings fröhlich zurückgelassen hat. Ein prima Buch.

Kommentare

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  1. Mella sagt:

    Ah. Das erste klingt gut. Ich danke ihnen für den Tipp. Mein Lesetischchen ist momentan nämlich so leer. Und gleich hab ich meinen aktuellen Wälzer ausgelesen. Da muss Nachschub her.
    Mögen sie Krimis & Thriller? Dann hätte ich im
    Gegenzug auch ein paar Tipps :)

    1. Nessy sagt:

      Für Tipps bin ich immer aufgeschlossen. Kann nur ein bisschen dauern, bis die Bücher dann hier auftauchen – ich lese nämlich sehr stimmungsabhängig.

      Also: nur zu.

    2. seutendeern sagt:

      *räusper*
      (stimmungsabhängiges Lesen kommt mir bekannt vor)
      – Fitzek: Seelenbrecher / Die Therapie (…und alle anderen Bücher, die der Herr geschrieben hat)
      – Kutscher: Der nasse Fisch (Berlin Krimi zur Zeit der Weimarer Republik)

    3. Nessy sagt:

      Bücher über psychiatrische, von der Außenwelt abgeschnittene Kliniken kann ich aus Gründen nicht lesen. Aber der Herr Fitzek an sich: Er ist mir schon in anderen Zusammenhängen begegnet. Ich hatte allerdings den Eindruck, er produziere Massenware. Ist das so?

      Von Volker Kutscher habe ich „Der stumme Tod“ gelesen. Kam nicht gut weg.

    4. Mella sagt:

      Oh weh oh weh! Dann lag ich ja völlig daneben :D
      Fitzek finde ich grandios, weil er so verworren schreibt, dass man immer erst am Ende begreift, was eigentlich passiert ist.

      Der Stumme Tod war der einzige der bisherigen drei Bände, den ich wirklich gut fand :).

      mh. Finde ich noch was in meiner Bibliothek, was ihnen gefallen könnte. *suchen geh*
      Haben sie sicher auch schon gelesen:
      Chemie des Todes und seine Nachfolger
      oder Tana French? „Grabesgrün“ und „Totengleich“

    5. Nessy sagt:

      Dann werde ich demnächst auch mal einen Fitzek lesen. Zur Probe.

      „Chemie des Todes“ usw. kenne ich. Solide Sache, wenn auch mit jedem Buch nachlassend.

      Die beiden anderen setze ich mir mal auf die Liste. Haben ja sehr unterschiedliche Kritiken.

  2. gminggmangg sagt:

    Merci, genau rechtzeitig, ich muss doch noch Lesbares fürs Spitaltischchen haben und „Die Stadt der Diebe“ klingt als möchte es von mir gelesen werden.

    1. Nessy sagt:

      „Die Stadt der Diebe“ könnte nicht konträrer zum Thema Ihres Spitalaufenthaltes sein.

    2. gminggmangg sagt:

      Eben darum wird es genau das Richtige sein. Voller Hormone will ich nicht auch noch Hormongeschwängertes lesen.

  3. féizào sagt:

    Puuh. Das erste, also das erste… klingt einerseits nach Wow, muss ich lesen. Andererseits hasse ich es, wenn es um Hunger (oder Durst oder klaustrophobisches Eingesperrtsein) geht. Mal sehen, ob es das in der Bib gibt. Kann ich mal reinlesen. :)

    1. Nessy sagt:

      Es geht um Hunger, und es geht um Kälte. Wenn Sie das nicht mögen, sollten Sie das Buch beiseite lassen.

      (Ich kann übrigens keine Bücher lesen, die auf Schiffen spielen. Völlig unmöglich.)

    2. jpr sagt:

      Sie wollen sagen, dass Ihnen in Ihrer Jugend die Geschichten von Kapitaen Hornblower entgangen sind? Und der Seewolf?

    3. Nessy sagt:

      So ist es. Den Seewolf habe ich nur in Verfilmung erlebt, mit Raimund Harmstorf.

  4. jpr sagt:

    +1 fuer Adams Erbe. Allein, dass ich das in zweieinhalb Zuegen ausgelesen habe spricht fuer mich dafuer. Und wie Sie sagen: eine schoene, traurige, aber versoehnlich endende Geschichte.

    Weil es vom zeitlichen Setting passt: Ich habe gerade ‚LTI‘ von Victor Klemperer fertig. Das hat eher Sachbuchcharakter zeigt einem aber schoen, wieviel Sprache ueber einen aussagt und wie leicht man sich adaptiert.

    1. Nessy sagt:

      Klemperer klingt anstrengend. Nichts für die anspruchslose Feierabendlesung in der Bahn.

    2. jpr sagt:

      Klemperer ist so – so. Es ist nicht wirklich ein hartes Fachbuch voller theoretischer Ausschweifungen, sondern schon Prosa. Aber etwas wach sollte schon sein, ja.

  5. eurolitnet sagt:

    Von mir gibt es dazu:

    Max Scharnigg – Die Besteigung der Eiger-Nordwand unter einer Treppe.

    Rocco Schamoni – Tag der geschlossenen Tür

    Jakob Hein – Vor mir der Tag und hinter mir die Nacht

    Hatte bei allen dreien das Gefühl, etwas besonderes in den Händen zu halten, und mich dar↔ber riesig gefreut.

    1. eurolitnet sagt:

      Rocko Schamoni, natürlich. und das unten soll darüber heißen.

    2. Nessy sagt:

      Habe ich alle drei noch nicht gelesen. Danke für die Tipps.

      Aber der Scharnigg: 157 Seiten, 18 Euro? Man soll die Qualität von Büchern ja nicht an der Anzahl ihrer Seiten messen, aber das ist kein attraktives Angebot.

    3. Das ist allerdings wahr, ich würde da warten, bis den einer günstiger bei A****n anbietet.
      Ich hab den gottseidank durch meine praktikumsstelle bekommen und bin richtig froh drum
      (Ich kann ihnen meine Ausgabe auch zusenden, sobald ich damit fertig bin)

      ps: der Beitrag war von mir, habe vergessen mich aus dem Arbeitsaccount auszuloggen.

    4. Nessy sagt:

      Auf das Angebot komme ich gerne zurück.

    5. eurolitnet sagt:

      Ich brauch vielleicht noch 2-3 Tage, dann schick ich es gerne zu.

    6. und wieder ausloggen vergessen -.-

  6. piri sagt:

    Stadt der Diebe habe ich verschlungen. … und das rubinrote Herzbuch liegt da zu lesen. Die anderen kenne ich nicht, werde aber mal schmökern gehen. Danke für die Tipps!

    1. Nessy sagt:

      Sehr gerne. Den Franzen muss man mögen; „Adams Erbse“ gefällt Ihnen bestimmt, wenn Sie „Stadt der Diebe“ mochten.

  7. zebra sagt:

    Ihre Buchrezensionen gefallen mir immer wieder ausnehmend gut!

    Abgesehen davon gehe ich mit Ihrer Kritik zu Jonathan Franzen absolut d’accord ..

    1. Nessy sagt:

      Herr Franzen kriegt die Charakterstudien wirklich sehr gut hin, ich wollte mehrmals „Ja! Ja! So isses!“ rufen – aber ein bisschen mehr Handlung wäre wünschenswert. Dann wäre das Buch zwar weniger intellektuell, aber besser.

  8. jovan haut sagt:

    [Werbung entfernt.]
    Die liebe Nessy

  9. arborette sagt:

    mich hat noch keine ihrer empfehlungen enttäuscht :-)

    wenn es mal wieder was thrilliges sein soll: ich kann jo nesbo mehr als empfehlen! … hatte ihn jahrelang ignoriert und jetzt mein herz für ihn entdeckt … „headhunter“ konnte ich gar nicht mehr aus der hand legen…

    1. Nessy sagt:

      Von Nesbo habe ich den „Schneemann“ gelesen, ein gutes Werk. Den „Fledermausmann“ habe ich hingegen wieder weggelegt, zu abstrus. „Headhunter“ wurde mir schon von anderer Seite empfohlen und steht jetzt auf meiner Wunschliste.

  10. kinderdok sagt:

    äh…
    benioff liegt schon hier, franzen und rosenfeld sind seit wochen in meiner amazon-wunschliste…
    frau nessy – haben sie sich hier irgendwie reingehackt?

    1. Nessy sagt:

      Hat was mit der inneren Sicherheit zu tun. Darf ich nicht drüber sprechen.

  11. Gastleser sagt:

    Die Stadt der der Diebe ist schöne Popcorn Literatur. Die Geschichte ist spannend und gut geschrieben. Besonders fasziniert hat mich, was die da so allles gegessen haben. Und ich mein jetzt nicht nur den Kanibalismus, sondern so was wie Buchrücken, zuckerhaltige Erde in Wasser gelöst, Fensterkitt…
    Allerdings braucht nicht jeder Roman eine Liebesgeschichte und die Wahrscheinlichkeit auf im 2. WK auf eine weibliche Partisanin zu treffen, dürfte eher gering gewesen sein. Aber das gehört heute wohl dazu, genau so wie die Tatsache, dass alle Wehrmachtssoldaten als grausame Schlächter dargestellt werden.

    1. Nessy sagt:

      Gute Sicht auf die Dinge; so kritisch habe ich das Buch noch nicht betrachtet. Spannend an der Geschichte finde ich, dass man nicht weiß, ob das, was erzählt wird, auf wahren Begebenheiten beruht (zuckerhaltige Erde etc.) oder der Fantasie des Autors entspringt. Was bleibt, ist der Verdacht, dass alles noch weitaus schlimmer war, als man es sich vorstellen mag.

  12. danke für die Tipps!
    apropos Bücher – alle LESERATTEN aufgepasst: auf meinem Blog habe ich zum Bücher-Tausch aufgerufen. alle sind herzlich eingeladen mitzumachen!
    Earny

  13. Tänzerin sagt:

    Hey das ist cool, sowohl Die Stadt der Diebe als auch Adams Erbe stehen schon auf meiner Wunschliste. Ich lese das Blog noch nicht so lange, aber es gefällt mir sehr gut, ich sollte mir dann vielleicht auch mal die anderen Buchtipps anschauen… Vielen Dank!!

    1. Nessy sagt:

      Tun Sie das gerne. Allerdings sind es nicht nur Tipps, sondern auch Nicht-Tipps. Es muss ja kein Zweiter schlechte Erfahrungen machen.

  14. Gastleser sagt:

    Der Hunger seine Auswirkungen sind korrekt beschrieben. Inkl. der Zuckererde und den abgeschnittenen Arschbacken. Sowas wie die Kanibalen, die sie in ihrem Haus besuchen, ist natürlich Fantasie und schlimmer war es wohl kaum. Die stärkste Szene in dem Buch war für mich der Junge auf dem Dachboden mit dem Huhn bzw. Hahn im Mantel und dem toten Vater nebenan. Realistisch und erschütternd. Historisch korrekter berichtet „900 Tage“ von Harrison Salisbury über das Thema. Oder auch die Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Leningrader_Blockade.

    Für mich ist diese Frage spannender: Wieviele deutsche Offiziere mag es wohl gegeben haben, die fähig waren, einer jungen Frau am lebendigem Leib ein Bein abzusägen? Und bitte nicht falsch verstehen – mein Vater ist Däne und meine Mutter Deutsch-Russin – ich entstamme also überwiegend der Opferseite ;-)

    1. Nessy sagt:

      Ich denke nicht, dass es viele waren – egal, auf welcher Seite. Es gibt Stimmen und Studien, die besagen, dass 75 Prozent der Soldaten nicht einmal ihre Waffe abfeuerte, geschweige denn Hand töteten. Ich kann mir vorstellen: Gerade, wenn man sich Aug‘ und Aug‘ gegenübersteht, erkennt man vor allem den Menschen im Feind.

  15. svenja sagt:

    Merci für die Tips.

    Einer noch von mir: Shantaram, Gregory David Roberts, 1088 S., 9,95 Euro. Wenn es für Sie inhaltlich nichts ist, so fallen Ihnen sicherlich noch andere Verwendungszwecke für den Backstein ein: Bildschirm erhöhen, Mücken totklatschen, … . Das Preis-Leistungsverhältnis sollte auch dafür recht geeignet sein.

    1. Nessy sagt:

      Ich will ja nicht mäkelig sein, aber 1088 Seiten sind schwierig im Bus zu transportieren. (Allerdings gibt es ja auch Urlaubstage ohne Fahrzwang, und das quantitative Preis-Leistungs-Verhältnis reicht an „Unendlicher Spaß“ ran. Nun ja – fast.)

  16. Thomas sagt:

    Hier auch noch ein Tip, wenn auch schon älter:
    John Harris-Vaterland
    Das Buch ist deutlich besser wie die Verfilmung, der Autor ( Historiker ) beschreibt in dem Roman einen eigentlich unbedeutenden , also langweiligen, Kriminalfall. Spielt in Berlin in den 60igern…nur geht er davon aus das Deutschland den Krieg gewonnen hat bzw sich noch Im Krieg befindet… Sehr spannend, weil man sich dauernd fragt : könnte es wirklich so ausgesehen haben?

    1. Nessy sagt:

      Ein bekanntes Buch, das ich bislang nicht gelesen habe. Die Runenschrift auf dem Cover war einfach zu abschreckend.

    2. jpr sagt:

      Vaterland habe ich nur noch ein wenig verschwommen in Erinnerung, dass ich es recht voller Klischees fand (die Geschichte muss ja auch viel extrapolieren). Enigma hat mir da besser gefallen. (gibt’s beide ohne Fraktur auf dem Cover, wenn das die Ordnung im Regal stoert)

    3. Thomas sagt:

      Das mit den vielen Klischees stimmt schon, ich weis aber nicht ob man es hätte anders lösen können. Enigma fand ich eher fad.
      Für schlechte Tage / Wetter: Wiglaf Droste-Begrabt mein Hirn an der Biegung des Flusses
      Lg

  17. Liebe Nessy, Bücher habe ich genügend, aber der putzige Hund von Ihnen weckt mein Begehren. Kann man ihn mal im vollen Ornat sehen und wo kann man ihn käuflich erwerben?

    1. Nessy sagt:

      Tut mir leid: Ich erinnere mich nicht mehr, woher ich den Hund habe. Ich glaube, ich habe ihn vor vielen Jahren auf irgendeiner Reise in irgendeinem Nippes- und Einrichtungsgeschäft gekauft.

  18. Schade – aber vielleicht bedenken Sie mich mit einem Legat in Ihrer letzten Verfügung. Schließlich kommt Thorsten als Erbe nicht infrage. Die Besamungsaktion würde ich übrigens doch lieber den Bienchen überlassen , das gibt mit Sicherheit Mehrlingsgeburten – auch wenn man die Seitentriebe abschneidet. Schließlich sollen Thorstens Nachkommen doch zahlreich sein, oder?

  19. Ich muß sagen, ich fand Freiheit genau so, wie es hier beschrieben ist: http://karinkoller.wordpress.com/2011/05/29/diese-woche-konsumiert-12/

    Die Handlung ist hanebüchen, die verschiedenen Charaktere unglaubwürdig . Insbesondere Patty´s Tagebuch ergibt überhaupt keinen Sinn. Jessica wird über lange Strecken überhaupt vergessen. Und die Grundtendenz des Buches, dass Umweltschutz eh für die Katz´ist, halte ich auch für gefährlich.

    1. Nessy sagt:

      Ich finde, es geht überhaupt nicht um den Umweltschutz, deshalb ist im Grunde egal, was mit diesem komischen Singvogel ist. Anhand dieses Buches eine Umweltschutzdebatte anzustoßen, halte ich für verfehlt. Es geht um nichts, was auch nur im Entferntesten Handlung ist. Das macht das Buch auch so langatmig.

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