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Ein Versuch, Worte für die Ereignisse in Japan zu finden

Es ist schwer , sich das alles vorzustellen.

Aber wenn ich es mir nun doch vorstelle.

Wenn ich mir vorstelle, dass alles wackelt, alles zerberstet. Dass Sirenen heulen. Dass ich zehn Minuten Zeit habe, um auf einen Hügel zu laufen. Dass ich in der Kleidung, die ich in dem Moment trage, in einer Jeans und in einem Sweatshirt, auf diesem Hügel stehe und sehe, wie schwarzes Wasser alles, was ist, zu Müll zermalmt.

Wenn ich mir vorstelle, dass ich danach umherlaufe, mehrere Stunden. Dass ich auf Wasser und Trümmer blicke. Dass ich bei Einbruch der Dunkelheit, wenn es kalt wird, begriffen habe, dass ich nicht mehr nach Hause gehen kann, weil dieses Zuhause weg ist.

Wenn ich mir vorstelle, dass ich dann in eine Schule oder eine Turnhalle oder wohin auch immer gehe. Dass ich mich dort in meinem Sweatshirt und meiner Jeans, also mit allem, was ich noch habe, zu den anderen Menschen auf den Boden setze und dort sitzenbleibe, weil: Was soll ich sonst tun? Wenn ich mir dies alles vorstelle, erkenne ich, dass ich mir das gar nicht richtig vorstellen kann. Und dass es vielleicht vermessen ist, überhaupt zu versuchen, sich in die Menschen, die dies erlebt haben, hineinzuversetzen.

Doch es geht weiter. Der Verlust des Hab und Guts, der vertrauten Umgebung. Es ist der nächste Morgen, und ich beginne zu verstehen, dass das Beben und das Wasser nicht nur meine Wohnung, sondern alle Wohnungen zerstört haben. Den Garten, die Nachbarschaft, den gesamten Ort, das Haus meiner Eltern, in dem ich aufgewachsen bin. Dass alles weg ist, die Zeugen meines Lebens, die Familienfotos, die Andenken und die Orte, die meine Identität geprägt haben. Dass meine Wurzeln, mein Ich, meine Erinnerungen, die immer irgendwo als Ort existierten, weg sind.

Ich sitze also da, in meinem Sweatshirt und meiner Jeans, auf dem Boden einer Turnhalle, orientierungslos in meiner zerstörten Umgebung und orientierungslos in mir selbst. Ich stehe auf und irre umher. Ich gehe und laufe, durchsuche die Umgebung nach Spuren von Menschen und Spuren von Dingen und Orten, die ein Teil von mir sind. Um irgendwie zu verstehen. Egal, was ich finde, ob es ein Buch ist oder ein Foto oder eine Socke. Ich nehme es mit, um mich daran festzuhalten.

„Und die Toten und Verletzten?“, fragen Sie. „Warum schreibt sie nur über Dinge, nicht über Menschen?“ Ja, die Menschen. Die Eltern, Kinder, Ehepartner und Freunde. Auch der Nachbar. Der Gedanke, dass sie in einer anderen Turnhalle liegen als meiner, verschnürt in einer Decke; dass sie ertrunken oder verbrannt sind; dass ich sie nicht einmal beerdigen kann; dass sie aufgedunsen zwischen Trümmern in halbhohem Wasser verwesen – das ist mit Worten nicht zu beschreiben. Das ist zu monströs.

Doch es geht weiter.

Kommentare

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  1. mercator sagt:

    Ist das ein kleiner Fluch oder eine kleiner Segen (für jemand, der sich als Erzähler versucht): diese beeindruckende Vorstellungskraft…

    Wobei die Beiträge immer sehr gerne lese.

    1. Träumer(f)isch sagt:

      Vorstellungskraft, oder auch Einfühlungsvermögen: Mal wird es Fluch sein, mal Segen. Kommt ganz auf das Thema an. So ist es jedenfalls bei mir.

  2. mercator sagt:

    Wobei ICH die Beiträge…

    1. juppi sagt:

      ich auch

  3. liljan98 sagt:

    Ich versuche seit Tagen Worte zu finden, um dieses Grauen, das sich angesichts der grauenhaften Ereignisse in mir breit gemachat hat, zu beschreiben. Es gelingt mir nicht. Aber diese Worte kommen meinem Grauen schon sehr nah. :-(

  4. FrauVau sagt:

    Danke dass Sie für etwas Worte gefunden haben für das es eigentlich keine Worte gibt..

  5. Wie wohltuend im Vergleich zu dem sonstigen Betroffenheitsgeschwurbel (Politiker, Fernsehkomentatoren, Twitterer etc.)
    Ja, eine riesige Menge an Glück wurde auf einen Schlag vernichtet, und es ist noch nicht einmal zu Ende …
    Trotzdem wird es weitergehen, muss es weitergehen, irgendwie, weil die Welt sich einfach weigert anzuhalten.

    1. Nessy sagt:

      Mein Respekt gilt den 50 Mann, die in Fukushima die Stellung halten. Auch finde ich beeindruckend, wie viele Gebäude, insbesondere Hochhäuser, bei diesem 9,0(!)-Beben dank entsprechender Bautechnik tatsächlich stehengeblieben sind. Davon redet ja kaum einer.

    2. Gute Nachrichten sind keine. „Es hätte ja noch schlimmer kommen können“ will gerade auch keiner hören. Ist auch nicht PC. Allfällig demonstriertes Mitgefühl ist gerade PC.

      Hoppala, ich glaub, ich sollte den Zynismusgenerator etwas heruterdrehen.

  6.  „Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.“ Weissagung der Cree
    Ich bin auch entsetzt! :( Und finde kaum Worte.

  7. feydbraybrook sagt:

    ich denke, daß ich mir genau das nicht genauer vorstellen will, als es eh schon in allen Medien zelebriert wird.

    Und wenn jetzt einer sagt, das sei ignorant, kriegt er gescheuert.

    http://feydbraybrook.wordpress.com/2011/03/15/kriegt-gescheuert-ehrlich/

  8. Frau Hase sagt:

    Ja irgendwie fehlen einem einfach die Worte um das auszudrücken, was in einem vorgeht. Denn das reicht von Bestürzung über Wut zu Fassungslosigkeit… Ich bin im Moment einfach nur dankbar dass ich in Frieden, Ruhe und Freiheit aufwachsen durfte und unbeschwert leben darf. Und dann wird mir bewusst dass Cattenom mal schlappe 30 km Luftlinie entfernt ist… Hoffentlich bleiben wir verschont…

    1. Nessy sagt:

      Die Situation ist hier keine andere als in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten. Es gibt keine unmittelbare Gefahr. Nichtsdestotrotz sollte man natürlich gucken, dass man die Dinger abgeschaltet kriegt, weil zum Einen die Frage der Endlagerung nicht geklärt ist und zum Anderen die Zerstörungskraft, wenn das Ein-Prozent-Risiko eines Störfalls tatsächlich mal Wirklichkeit wird, zu enorm ist. Es gibt genug Alternativen, und die Argumente, ohne Atomkraft sei der Strom teurer und man importiere den Strom dann ohnehin aus Frankreichs Atommeilern, halte ich für Lobby-Gewäsch.

      Norwegen ist ein gutes Beispiel.

  9. Zaphod sagt:

    Beklemmend. Ich hab mich bisher dem Thema Japan weitgehend verweigert, das ist alles so unfassbar, fast schon unwirklich wenn man die Bilder sieht. Dabei wird einem klar, dass man das wahre Grauen auf den Bildern überhaupt nicht erkennen kann.
    Das wahre Grauen haben Sie gerade beschrieben.

  10. Es ist einfach unfassbar und Worte zu finden fällt schwer.

  11. Träumer(f)isch sagt:

    Ein weiterer interessanter Beitrag zu diesem Thema:

    http://www.tadelloshimmelblau.de/2011/03/15/too-much-information/

    1. Nessy sagt:

      Ich finde die Berichterstattung nicht „zu viel“. Wer mag, kann sich nur die Hauptnachrichten ansehen. Wer mehr wissen will, beschafft sich mehr Informationen.

    2. teniers sagt:

      Na, da hat doch Frau Ami sich mal wieder selbst verlinkt!

    3. Träumer(f)isch sagt:

      @teniers:

      Wie auch immer Sie das meinen (vermutlich zynisch?): Ich bin jedenfalls nicht Frau Ami.

      Und einen derartigen Kommentar finde ich nicht wirklich produktiv, nichts für ungut.

  12. Perdita sagt:

    Das wahre Grauen ist in der deutschen Politik zu finden.
    Da wird erst einmal geschaut, wie man diese Katastrophe in den Wahlkampf einbauen kann. Ah, AKW`s vorläufig abschalten! Prima. Dann Atomstrom aus Frankreich nutzen- unsere Weste bleibt weiß.
    Den Menschen in Japan fehlt es an allem, was man zum Leben braucht. Darüber redet man nicht so gern.
    Die deutschen Bürger gefallen sich auch eher darin, Menschenketten gegen Atomkraftwerke in Deutschland zu bilden. Anstatt Decken und Lebensmittel zu schicken.
    Ich finde das alles entsetzlich.

    1. Nessy sagt:

      M.M.n. hat die deutsche Panikreaktion nichts mit dem Geschehen in Japan zu tun. Für und gegen deutsche Atomkraftwerke gibt es auch seit den jüngsten Ereignissen keine neuen Argumente. Schon seit Jahrzehnten sind alle Risiken bekannt. Jetzt überstürzt abzuschalten, ist populistisch.

  13. Nur reingestolpert sagt:

    Bravo! Ich weiß gar nicht was Sie wollen, Sie können es sich doch ganz offensichtlich sehr gut vorstellen. Besser als die ganzen gutgelaunten Atomkraftgegner, die dieser Tage, im Schein der ersten Frühlings-Sonnenstrahlen, breit grinsend Lichterketten bilden. Das Recht zum Protest dieser Menschen in allen Ehren, aber sie hätten ruhig ein paar Tage abwarten können, bevor sie ihre grünen Grinsebacken in die Linse halten.

  14. Nur reingestolpert sagt:

    Hier ein paar Beispiele:

    Grinsebacken 1
    Grinsebacken 2
    Grinsebacken 3
    Grinsebacken 4

    1. Nessy sagt:

      Nun ja … diese Sichtweise scheint mir so eindimensional wie die von RWE-Chef Großmann. Außerdem ist es doch wunderbar, dass in diesem Land jeder für seine Meinung demonstrieren darf, ob er nun Jutepullover trägt oder nicht.

    2. Lillibelle sagt:

      @ Nur reingestolpert: Ich kann natürlich nur von mir ausgehen, aber möglicherweise ist es angesichts des Unfassbaren in Japan eine Methode damit klar zu kommen. Das man sich auf das stürzt, wo man etwas bewirken kann. Und auch mein normales Leben geht weiter, ich scherze, ich lache, obwohl mir beim Anblick der Bilder aus Japan jedes Mal ein Kloß im Hals steckt und ich ein dumpfes Gefühl im Bauch habe.

      @ Nessy: Ich bin wirklich jedes Mal beeindruckt, wie Sie mit Worten bewegen können. Ich habe mir einmal erlaubt, Sie bei mir zu verlinken.

  15. Ich verfolge zwar was passiert, aber weil die Medien zum großen Teil selbst nicht verstehen was da gerade passiert, ziehe ich es vor meine Aufmerksamkeit wichtigeren Dingen als der Panikmache zu widmen. Mit Freunden etwa organisieren wir gerade einen GIg, dessen Erlös komplett der Japan-Sammelaktion des Roten Kreuz zu gute kommt, die damit Betroffenen Zugang zu Unterkunft, Essen und Trinkwasser verschaffen – Das, was gerade am Allernötigsten ist. Mehr dazu wie man direkt helfen kann,
    hier: http://www.drk.de/weltweit/asien-nahost/japan-hilfe-nach-erdbeben.html

  16. Sir Toby sagt:

    Das Drama, das uns minütlich als Ablenkung aufgetischt wird, aufgrund der Erdbeben und infolge Tsunamies, hat Verantwortliche, Die haben Namen und Gründe, das es so kam.

    Das Drama der daraufhin explodierenden Atomkraftwerke hat Verantwortliche, Die haben Namen und Gründe, daß es so kam.

    Im Jahre 2004 hat ein Tsunamie große Teile Asiens vernichtet, mit rund 300.000 Toten.

    Was haben sie draus gelernt?

    Nichts! Die wollen nichts draus lernen, Die wollen Profit und den maximal.

    Seit Beginn des Baus von Atomkraftwerken wird dagegen sinnvollerweise demonstriert, die Gefahren sind von Anfang an bekannt. (Tschernobl war kein Erdbebengebiet…)

    Was haben Die draus gelernt?

    Nichts! Die wollen nichts draus lernen, Die wollen Profit und den maximal.

    Das Japan-Drama und alle anderen die kommen, sind ursächlich aufgrund von Einsparungen zugunsten der Rüstung und Militärausgaben, des Globalisierungsschwachsinns und – für die Subvention der Finanzverbrecher.

    Für uns haben sie das Mitleid, die Spenden- und die Hilfsaktionen reserviert…

    DAS ist das wahre Drama!

  17. Lobo sagt:

    Erstmal ist es meiner Meinung nach relativ normal zu grinsen wenn man Gefotoknipst wird, ganz abgesehen von dem Grund.

    Zweitens ist es in meinen Augen eine durchaus positive Sache, das nun auf Grund dieser Tragödie bei uns neu über die Gefährlichkeit der zivilen Atomkraftnutzung nachgedacht wird.
    Das „geringe Restrisiko“ hat nun nämlich ein schreckliches, realistisches und hässliches Gesicht bekommen und kann nicht mehr als Panikmache abgetan werden.

    Die schrecklichen Bilder rauschen an einem vorbei, die Zahlen sind nicht fassbar und die Gesamtsituation unvorstellbar.

    Danke für das in Worte kleiden, des Unausprechlichen Frau Nessy !

  18. natalie sagt:

    Bedrückend gut geschrieben…
    Danke!

  19. Harriet sagt:

    Ich bin ebenfalls sehr entsetzt angesichts dieser verheerenden Katastrophe. Dennoch ist wohl seit Ewigkeiten klar, dass der Mensch die Natur niemals endgültig kontrollieren können wird.

    Das Risiko, welches wir immer wieder eingehen, um unsere eigene Bequemlichkeit zu sichern, kostet. Leben. Das war schon immer so und wird auch immer so bleiben. Wir sind nunmal nicht die Beherrscher des Universums und solche furchtbaren Ereignisse halten uns das einmal mehr vor Augen.

    Lernen wir daraus? Nein. Denn wir wollen ja weiterhin 24Std. am Tag Strom, Heizung, Warmwasser etc. Und wir werden weiterhin gegen Alternativen, wie z. B. Windfarmen kämpfen – weil die Teile nämlich gegebenenfalls die schöne Aussicht ruinieren. Und natürlich braucht jede Familie mindestens zwei PKW etc. etc. Fröhlich verstrahlen wir mit unseren unentbehrlichen Mobiltelefonen unsere Gehirne – und werden entsetzt aufschreien, wenn uns irgendwann die Ohren abfallen. Ich schliesse mich da nicht aus. Ich sitze hier auch nicht im Dunklen vor ein paar brennenden Holzscheiten, über denen ich meine klammen Finger wärme. Solange wir nicht bereit sind, Einschränkungen hinzunehmen und die Natur zu respektieren, werden Menschen dafür immer wieder mit dem Leben bezahlen müssen.

    Ja, was Frau Nessy in so berührende Worte gefasst hat, ist unvorstellbar, mir wird ganz schlecht, wenn ich mir das vor Augen halte. Aber Schuld daran sind wir leider höchstselbst.

    Über solche Katastrophen kann gar nicht genug berichtet werden. Die Haltung „too much information“ ist feige. Meine Generation (geb. in den 60’ern) ist mit dem Wissen aufgewachsen, dass es 5 vor 12 war. Die meisten von uns haben es vorgezogen, wegzusehen. Jetzt, wo es 10 nach ist, entsetzt, wütend oder fassungslos aufzuschreien, bringt gar nichts. Da zeigen die Betroffenen Menschen in Japan mehr Haltung. Wütend können wir höchstens auf uns selbst sein. Darüber, dass wir den Kopf noch immer nicht aus dem Sand ziehen wollen um dem Sch…. ins Auge sehen, den wir mitzuverantworten haben.

    1. Sir Toby sagt:

      „Dennoch ist wohl seit Ewigkeiten klar, dass der Mensch die Natur niemals endgültig kontrollieren können wird.“

      Atomkraftwerke haben sehr wenig bis gar nichts mit „Natur“ zu tun – und Tsunamis rollen bereits sei ewigen Zeiten, wer jedoch zu nah am Wasser baut …, Vulkane speien seit ewigen Zeiten, nur, wer unter dem Vulkan sein Haus baut … fraglich übrigens auch, ob nicht die jahrzehntelangen Atombombenversuche der Herren Militärs, gefördert von ihren Politikern, mit Atombomben die das hundert- und mehrfache Volumen von Nagasaki und Hiroshima hatten, die unterirdisch, oder unter dem Meeresboden, gezündet wurden, ob die nicht auch ein klein wenig ursächlich sind, für Erdverschiebungen … wenn schon eine kleine Geothermiebohrung Erdbeben wie in NRW oder in BaWü oder in der Schweiz, verursachen kann, ja, dazu ist doch sone Mega-Atombombe schon lange fähig… oder die vielen Meer-Ölbohrstationen, die zu den oberirdischen Ölbohrungen weltweit, auch der Erde Substanz entziehen, Hohlräume und so, oder zur Zeit, sehr beliebt, die Offshore-Windparks, tief in den Meeresboden gebohrt und erst, ganz schick, die Ölbohrungen in der Arktis – das hat und wird alles Folgen haben (Implosion). Auch hier sind Verantwortliche benennbar, das sind jedenfalls nicht „wir“, also Nachbar Huber, Meier oder Müller, die nehmen nur, weil es ihnen angeboten wird. Das ist stets dieselbe Nummer, die „haltet den Dieb“-Nummer, mit der die Verantwortlichen die „wir“-Nummer bringen, somit auf uns alles abschieben, das ist Nebelkerze, das ist sowas wie „Du bist Deutschland“. Oder „Ich bin doch nicht blöd“. Oder „Geiz ist Geil“. Und der Knaller: „Wir sind Papst“. Die da, die haben ihre perfiden und ausgefeilten Marketingabteilungen, die das schon alles sauber verticken, abgestimmt auf ein völlig verdummtes Volk … Aber was rede ich, was schreibe ich … sorry, das mir dann doch der hier blogübliche Humor abhanden gekommen ist, diese Japannummer geht mir doch ziemlich an den Nerv. Gleichwohl und an dieser Stelle, möchte auch ich mich in die Reihe derer einreihen, die der dieliebenessy, bar ihrer epischen literarischen Darstellung von Alltagserlebnissen, sie lobend erwähnen, dabei ehrfürchtig und devot im Staube wälzend…immer wieder gerne hier!

  20. Harriet sagt:

    Sir Toby, selbstredend sind Atomkraftwerke keine „Natur“. Auslöser für die sich nun entfaltende Kettenreaktion waren aber Naturereignisse. Und wenn die von Menschenhand noch begünstigt wurden, dann ist das doch unsere eigene Schuld.

    Und klar geht es um Profit. Aber wenn wir, i.e. die Menschheit so verblödet ist, sich von der eigenen Bequemlichkeit leiten und ausgeklügelten Marketingstrategien lenken zu lassen, dann ist das doch wohl auch unsere eigene Schuld.

    An der amerikanischen Westküste ist ein massives Erdbeben scheinbar längst überfällig. Interessiert’s irgendjemanden? Nein. Zu verlockend ist das Leben unter der Sonne Kaliforniens und hoffentlich erlebt man das schlicht nicht mehr. Und wenn doch, kann man immer noch fassungslos und entsetzt Aufschreien.

  21. frau musgrave sagt:

    Mir aus dem Herzen beschrieben, danke.

  22. Dee sagt:

    danke, die Worte gefunden zu haben
    http://zeitloswohnen.wordpress.com

  23. hodyshoran sagt:

    Schon die Vorstellung mir das vorzustellen macht mir Angst. Ich liebe Deinen Schreibstil, mach weiter so!

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