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Statistik, ey

3. 03. 2011  •  48 Kommentare  •  Aus der Kategorie »Lebenslage«

Jetzt  ham’wa den Salat.

Ich weiß noch – im Grundstudium. Da musste ich diesen Statistikkram machen. Erhebungsverfahren I und II bei einem wirren Professor, dem immer das obere Gebiss auf die Unterlippe fiel. Man verstand kein Wort, weder akustisch noch inhaltlich. Die Prüfung nach zwei Semestern war ein Multiple-Choice-Test. Ich also dahin, angekreuzt, was mir plausibel erschien – mit 3,3 bestanden. Super, dachte ich mir, genügt.

Dann noch Methoden I und II. Das war genau so eine Farce. Wir schrieben eine Probeklausur, die wir mit in die eigentliche Prüfung nehmen durften. Und was sag‘ ich? Probe- und richtige Klausur waren 1:1 dasselbe. Na gut, man musste ein bisschen nachdenken und ein paar Zahlen austauschen, aber das war auch schon alles. Es gab nicht einmal eine Note. Prädikat: bestanden. Be-standen, nicht ver-standen. Ich hatte noch nicht einmal die Sache mit den Skalenniveaus gerafft.

So. Jetzt schreiben Sie mit diesen Voraussetzungen mal so ein Dissertationsdings. Jetzt stehe ich nämlich hier mit meinen Stichproben, die ich vergleichen möchte, die aber, weil es Zufallsstichproben sind, in wesentlichen Merkmalen wie dem Alter nicht übereinstimmen. Über die Grundgesamtheit ist nichts bekannt, und das Gedöns ist noch nicht einmal normalverteilt.

Gut, denke ich mir, kaufste dir mal ein schlaues Buch dazu. Am besten eins für total Doofe. Sowas wie: „SPSS für Dummies“. Und, denke ich mir, schauste mal ins Internet. Das weiß schließlich alles. Ich tippe also Suchwörter wie „spss stichproben vergleichen“ ein, lese mir Foren-Posts durch und denke mir manchmal: „Mmmh, joooo, hab zwar die Frage nicht so genau verstanden, aber irgendwie ist das so ähnlich wie bei mir.“ Ich fühle mich ermutigt – bis ich die Antworten lese:

Wenn Du explizit diese 2 a priori Hypothesen testest, dann 2 abhängige  t-Tests. Will man dabei streng sein (bzw. bei den Wilcoxon-Tests, falls die  vorgezogen werden), mit Signifikanzniveau alpha/2.“

Signifikanzniveau alpha/2 … na sowas.

Nessy: Captain, meinen Sie nicht, wir sollten auf Warp-Antrieb umstellen? Wir durchfliegen gleich einen Kometenhagel mit Signifikanzniveau alpha/2.
Picard: Sie haben Recht, Frau Nessy. Riker, Sie haben es gehört!

Ich habe mich jetzt zu den nichtparametrischen Tests durchgelesen und bin tatsächlich bei dem genannten Wilcoxon-Mann-Whitney-Test angelangt. Werde dort mal tiefer einsteigen und mich vor den Kometen in acht nehmen.

Kommentare

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  1. zimtapfel sagt:

    Ich sag nur: Multifaktorielle Varianzanalyse. (Statistik 2)
    Referat gehalten, Schein bekommen, keinen Plan gehabt, was ich da eigentlich erzählt habe. Aber bestanden.
    (Glaube, der Statistikkram war mit ein Grund dafür, das ich das mit der Diss. letztlich gelassen habe.)

    1. Nessy sagt:

      Ich wollte ja ursprünglich etwas machen, das mehr theoretischer Natur war. Oder wenigstens qualitativ arbeiten. Ein paar nette Interviews führen. Aber mein Doktorvater war anderer Meinung.

  2. juppi sagt:

    …schreiben Sie doch bei irgendwem ab.
    Merkt keine Sau, sofern Sie kein politisches Amt in der falschen Partei bekleiden.

    1. Nessy sagt:

      Die Voraussetzungen sind gegeben. Nur weiß ich grad nicht, wo ich die Ergebnisse meiner eigenen Studie abschreiben soll. Vielleicht haben Sie eine Idee.

  3. Perdita sagt:

    Beam me up, äh, Scottie…

    1. swuuj sagt:

      ja, DER passt zum Thema auch….

  4. Clara sagt:

    Meine Empfehlung: Das kann ich 1:1 aus eigenen Studienzeiten nachvollziehen und da würde ich überhaupt nicht zögern, ganz legal die Hilfe eines statistikbewanderten Studienkollegen in Anspruch zu nehmen – so jemanden kennen Sie doch bestimmt noch aus dem beschriebenen Kurs. Bloss sich nicht selbst (und schon gar nicht alleine) damit aufhalten, das ist alles Lebenszeit und es gibt Menschen, die machen das GERNE :-)

    1. Nessy sagt:

      Unglaublich, nicht wahr? Es gibt Leute, die das studieren. Freiwillig! Als eigenes Fach! Und die machen das dann beruflich, viele Stunden am Tag.

  5. der_emil sagt:

    Ich mochte nichtstochastische Methoden schon immer besser leiden.

    Mit Schaudern denke ich an mein Studium der Physik zurück …

    1. Nessy sagt:

      Physik ist ja auch so eine Sache.

  6. Stiller Mitleser ;-) sagt:

    Empfehlung: Strg + C und dann Strg + V
    Da hatt doch mal ein gewisser Herr… Mensch wie hieß der nochmal? Der Buchdrucker? Neee, der wars auch nicht? Aber so ähnlich irgendwie…
    Na ja, ich denke Sie wissen wen ich meine. ;-)

  7. Mia sagt:

    Hiermit haben Sie Riker seines stellvertretenden Kommandos enthoben, Frau Nessy ….

    1. Nessy sagt:

      Nur um der Dramaturgie Willen.

  8. Gina sagt:

    Tja, das ist er, der Grund, warum mein Psychostudium nun doch schon seit ein paar Jahren „hängt“. Alles an Stoff hab´ ich, nur das mit der Empirischen Sozialforschung… Allein dass Zahlen mit Buchstaben kombiniert und mit sonderbaren Zeichen zu mir absolut Unverständlichem verbunden werden, lässt mich (ver)zweifeln. Und immer, wenn mich mich mal wieder dran setze, kapiere ich´s. Aber dann lege ich die Bücher ermattet wieder weg – und weg isses, das mühsam erlangt geglaubte Wissen. Gut, dass ich schon das eine oder andere Titelchen mein eigen nennen kann. So darf ich, muss aber keinen Abschluss machen. Schwein gehabt.

    Will sagen: Viel Erfolg und hoffentlich irgendwann auch Spaß bei Statistik! Mir hat es zwischendurch sogar richtig gefallen! (Buchtipp: Keine Panik vor Statistik)

  9. antagonistin sagt:

    Frau Nessy, kann es sein, dass wir das Gleiche studiert haben? ;-)

    Ich teile jedenfalls die Statistik-Unkenntnis. Vordiplom Statistik bedeutete zwei Multiple-Choice-Klausuren, durch die mich eine sehr nette Kommilitonin seinerzeit geprügelt hat. Der Prof ließ zu Beginn der Klausuren durchblicken, dass er am aktuellen Weltgeschehen sehr interessiert sei, und verschwand die meiste Zeit hinter einem großen Zeitungsberg. Der fairste Prof, den ich je hatte. Ihm lag daran, dass wir am Studium nicht wegen Statistik scheitern, das nur wenige später beruflich brauchen würden und die, die es brauchen, konnten den Kram schon vorher.
    Jedenfalls war klar, für eine spätere Dissertation sind entweder 2 Zweier in Statistik erforderlich (grad so geschafft) oder eben das große Latinum (was ich nicht habe).

    Die Klausuren in Methoden I und II waren zu meiner Zeit noch erträglich. Ich hörte, das habe sich zugunsten des Mainstream drastisch geändert.
    SPSS habe ich jedenfalls nur als Begriff zur Kenntnis genommen …

    Was die Diss angeht (die ich nach wie vor im Hinterkopf habe): Ich würde das machen, was ich auch schon in der Diplomarbeit gemacht habe – qualitative Methoden anwenden. Die kann ich zumindest, und sie passen auch eindeutig besser (Positivismusstreit, Zweiter Methodenstreit und so). :-)

    (Mal ernsthaft, müssen Sie Ihr Thema zwingend mit quantitativen Methoden angehen? Und seit wann ist die Meinung des Dokorvaters wichtiger als die eigene?)

    1. Nessy sagt:

      Die Meinung des Doktorvaters ist nicht wichtiger, aber es ist ein bisschen wie beim richtigen Vater: Wenn man nach der ersten Entrüstung über seine Ermahnungen nachdenkt, hat er schon irgendwie recht …

      Außerdem sind die Daten bereits erhoben. Es geht nur um die Auswertung. Und wer hätte gedacht, dass sich dort solche Tücken verstecken.

    2. antagonistin sagt:

      Verstehe. :)

      Eine Erkenntnis meines Studiums bestand darin (Tipp vom Prof an Promotions-Interessierte), dass man als qualitativ Forschender die Gliederung nebst Forschungsdesign möglichst vollständig fertig hat, bevor man sich für eine/n Doktorvater/Doktormutter entscheidet, sonst geht man angesichts der geringen Anzahl rein qualitativ forschender Profs baden.

      Vermutlich bestand ohnehin das halbe Studium (zu meiner Zeit) in der Auseinandersetzung mit Wissenschaftsethik, qualitativer vs. quantitativer Forschung und dem Betrauern der Verdrängung hermeneutischer Methoden durch den Mainstream, was in etwa dem Untergang des Abendlandes gleichkommt. ;)

      Wie auch immer, eine Krux der Anonymität im Netz ist in dem Fall leider auch, dass wir nicht erfahren werden, worüber Sie schreiben. Schade, aber verständlich. Ich drücke die Daumen und wünsche Ihnen ein Statistik-Genie herbei, das ihnen den Kram Sendung-mit-der-Maus-like nahebringt. Es soll Menschen geben, die so was tatsächlich begreifen. :)

  10. Frau-Irgendwas-ist-immer sagt:

    Kommen Sie Frau Nessy, Zehn Vorne hat eine tolle Aussicht und Guinan ist der lebende Beweis das Statistik nicht alles ist. Nehmen Sie Rot- oder Weißwein?

    Ansonsten wäre auch mein Tipp – jemanden fragen der an solchem Zeug Spaß hat – ja, ja die soll es wirklich geben!

    1. Nessy sagt:

      Hab schon jemanden gefragt. Den Zweien macht’s zwar auch keinen Spaß, aber sie lassen sich locken.

  11. Träumer(f)isch sagt:

    *Setzt die Teufelshörnchen auf*

    Der Spiegel, Ausgabe 9/2011, Seite 39ff.:
    „Hochschulen – Alles Spitze. Deutsche Professoren verteilen beste Zensuren im Übermaß. Die weiche Welle schadet dem Ansehen der Universitäten – und den Berufschancen der Absolventen“.

    *Nimmt die Teufelshörnchen wieder ab*

    Statistik ist aber auch echt mies, wenn man sie nicht selber fälschen kann bzw. darf. Sollte aber eigentlich eine lösbare Angelegenheit sein, wenn man sich den Data mal für ein paar Sekunden bei Picard ausleiht.

    1. Nessy sagt:

      Damit meine Gutachter mir eine beste Zensur schenken können, möchte ich ihnen wenigstens einen kleinen Anlass geben. Sollte ich dann doch berühmt werden und sie sich hinterher für meine Note rechtfertigen müssen, wird es für alle leichter. Dann können sie wenigstens sagen: „Nun halten Sie mal den Ball flach, liebe Pressevertreter, Frau Nessy hat sogar einen Rangsummentest gemacht!“

  12. Vienna Beads sagt:

    Au weia, das kommt mir sehr bekannt vor. Leider sind alle mein Bücher zu dem Thema bereits seit über 20 Jahren verschenkt. War zwar mal sehr firm in der Thematik, aber der Zahn der Zeit dürfte in dieser Ecke meines Gehirns Spinnweben angesetzt haben. Gibts bei Euch viell. Dissertanten-Seminare wo man solche Probleme mit Kollegen beplaudern kann?

    1. Nessy sagt:

      Gibt es, aber zurzeit sind Semesterferien. Da schlafen alle. Es gibt auch eine statistische Beratung von richtigen Statistikern. Die schlfen aber auch jetzt. Außerdem fühle ich mich dabei immer, als würde ich mich mit Klingonen unterhalten.

  13. mikez36 sagt:

    Wende Dich an einen Psychologen, denn der hatte sich in seinem Studium ausführlich mit Statistik befassen dürfen.

    Nicht ganz ernst gemeint: Vielleicht ist ja eine Finanzierung der Auswertung über die Krankenkasse möglich…

    1. Nessy sagt:

      Diagnose: Akuter Hospitalismus in Folge kompletten Reizentzuges durch dauerhaftes Am-Schreibtisch-Sitzen. Das könne gehen.

  14. Ellen sagt:

    uuuuh. Jetzt wird mir klar, warum an meiner heimeligen, kleinen Lehrerschmiede Statistikkurse angeboten werden. Doktorandenbremse. Nicht dass wir davon nennenswerte Stückzahlen hätten.

  15. Hmmm, wäre nicht Mr. LaForge derjenige, der sich um den Warp-Antreib kümmern müsste?

    Anyway, bei stichprobenartigen Erhebungen greift man m.E. im Notfall immer auf die halbskalierende Redundanzwertung nach Haagen/Däsz zurück, die scheint mir einschlägig zu sein.

    Genauer, aber entsprechend komplexer ist das neutralrezopale Multidezonatikol in der C3-Variante, aber nur, wenn die mittlere Erhebungsdiche größer als der Schnittwert der endmiosphalen Nomatika ist, was man nicht automatisch unterstellen kann.

    Ich hoffe, ich konnte helfen …

    1. Nessy sagt:

      Vor dem Hintergrund, dass das endoplasmatische Retikulum eine wichtige Rolle bei metabolischen Prozessen spielt und Ben & Jerry’s in diesem Zusammenhang nicht weiterhelfen, ist das ein entscheidender Hinweis. Haben Sie vielen Dank.

  16. Hatte vor nicht allzu langer Zeit ebenfalls mit der Materie zu kämpfen. Habe mir einen kleinen Soziologiestudenten angelacht, der richtig Spaß und Verständnis an der Sache hatte. Am Ende hatte ich das auch. Mittlerweile lebt er glaube ich von seinen Nachhilfeschülern, weil er sich vor Weiterempfehlungen kaum retten kann.

    (und falls ich rauskriege, wie ich dieses dumme Handbuch für SPSS speichere, kann ich es auch mal schicken)

  17. Lobo sagt:

    Make it so !

    Engage !

    :-)

    Zu diesem Thema habe ich leider keinerlei kluge oder hilfreiche Kommentare beizutragen.

    Ich sach nur : Mut zur Lücke :-)

  18. knackbock sagt:

    Ich empfehle Sidney Siegel: „Nichtparametrische statistische Methoden“ Für Verhaltenswissenschaftler i.w.S. das Buch der Wahl.

    Ansonsten: Wenn man Verteilung und Meß/Skalenniveau bestimmt hat, ist das doch schon die halbe Miete… ;-)

    1. Nessy sagt:

      Nicht wahr? Wer weiß, was ein Topf ist, kann schließlich fast schon kochen.

  19. Vit sagt:

    Der Tipp ist in ähnlicher Form zwar schon gefallen, aber ich betone es nochmal:
    Einen Soziologiestudenten/Statistiker beim Stellenwerk der Uni „mieten“ für 10 € die Stunde. Sich das Ganze einen Abend erklären lassen und zur Not auch errechnen lassen. Ist alles legitim. ;)

    1. Nessy sagt:

      Sobald die Kanervalsfeiern vorüber sind, werde ich die empirische Beratung der Uni aufsuchen und mir dort einen Nerd mieten.

  20. Lillibelle sagt:

    Ah ja, Statistik. Musste ich für meine Magisterarbeit auch machen (Auswertung von Hörtests und Relevanz von Sprachveränderungen – fragen Sie nicht). Habe ich aber alles verdrängt, ich weiß aber noch, dass der Statistikkurs der Linguisten ähnlich hochwertig war wie die beschriebenen: 3 Klausuren à 30 Punkte, ab 46 Punkten war bestanden. Hatte man nur einmal seinen Namen drauf gesetzt, war man zur Nachprüfung zugelassen. Es durften Skript, Mitschriften, etc. benutzt werden, Aufgaben aus der Klausur standen wortwörtlich im Skript – ich habe mich immer gefragt, wie man da noch durchfallen kann, was tatsächlich einige geschafft haben. Langer Rede, kurzer Sinn: Einer der Gründe, warum ich meine Diss im Rentenalter dann in Geschichte schreiben möchte, ist die Tatsache, dass man da mit Quellen arbeiten kann und ohne Statistik auskommt. Ich habe mir damals die „Kurzgefasste Statistik für die klinische Forschung“ gekauft. Falls gewünscht, würde ich es zur Verfügung stellen; ich weiß sogar, wo ich es in meinem Regal vergraben habe. Ansonsten ist der „Rent a Statistiker“-Tipp nicht der schlechteste.

    1. Nessy sagt:

      Danke für die Ausleih-Offerte. Ich denke, Bücher habe ich genug, es geht mehr um das konkrete Problem.

      (Das ist wie damals im Mathematikunterricht. Ich lese die theoretische Herleitung des Mathelehrers, lese die Übungsaufgabe und denke „Mmmh, okay. Das Eine soll mir helfen, die Andere zu lösen. Aber … hä?!“)

  21. frollein sagt:

    Frau Nessy, für mich war Statistik der Horror, bis ich’s hatte und festgestellt habe, dass das alles kein Hexenwerk ist. Jetzt kommt die Punchline: Mir macht’s sogar SPAAAAAAAASS.

    Psychologie-> FernUni Hagen -> das Skript ist hervorragend und es wird sehr viel gleich anhand von SPSS-Aufgabenstellungen (schön mit Screenshots) erklärt. Weiß ja nicht, was Sie studieren und untersuchen, aber bei näherer Informationsübermittlung schaue ich gerne mal in meinem Kurs nach, ob ich da ein paar passende Stellen für Ihre Aufgabenstellung finde.

    The best Statistik-Book fanden wir übrigens: Keine Panik vor Statistik, da wird gerne auch alles mal mit Bier erklärt, was die Sache gleich sehr sympathisch macht. Ich hab grad mal gelunzt, da gibt’s auch ein Kapitel: >>11.2.4 Irgendwieverteilte Grundgesamtheit, große Stichprobe<<, vielleicht isset datt?

    Also wie gesagt, bei Bedarf einfach melden, Mail-Adresse ist übermittelt

    Statistische Grüße vom frollein :)

    1. Nessy sagt:

      Herzlichen Dank. Das Skript habe ich bereits aus anderer Quelle – als PDF auf CD. Eine „irgendwieverteile Grundgesamtheit“ gibt es in meinem Fall nicht, weil nichts über die Grundgesamtheit bekannt ist (klingt komisch, is‘ aber so).

  22. crooks sagt:

    Ich weiß wieder warum ich keine Statistik studiert habe… Ich weiß es wieder!!!!

  23. lab-maus sagt:

    Also eine Diss zu schreiben ohne vorher zumindest in der DA/MA einen Hauch von Ahnung über Methodik zu bekommen, grenzt an Übermut – Wie bitte schön soll denn da ein anständiges Design rauskommen? Wenn nicht mal Parameter der Population/Grundgesamtheit feststehen… Sorry, aber da bin ich echt sauer – das ist kein wissenschaftliches Arbeiten. Kein Wunder, dass unser QM-Dozent mal sagte: Seid nicht so genau, die anderen halten sich eh nicht dran und Ihr seid dann die Gelacktmeierten“ – hoffe nur, dass es keine medizinische oder sonstwie lebenserhaltungsrelevante Materie ist.

    „Have you disengaged the external initial dampener?“ Clearly not. Da hilft auch kein 10 Vorne…

    1. energist sagt:

      Ach, als ob das bei den Medizinern so durch die Bank perfekt wäre…
      da findet sich auch oft genug hinter einer dünnen Fassade hochtrabenden Statistikverständnisses viel viel heiße Luft.

      Außerdem, garstige Versuchsratte, ist die komplette Riege der statistischen Versuchsdurchführung und -interpretation in den meisten Fällen außerhalb der Humanmedizin (und einiger unterbeschäftiger Biochemiezweige) schlicht und ergreifend Overkill. Wenn ein Problem bspw. ausreichend simpel und isolierbar ist muß an all den Krempel keine Sekunde Denk- oder gar Arbeitszeit verschwendet werden.

    2. Nessy sagt:

      Über die Grundgesamtheit ist nach meiner Studie etwas bekannt. Irgendwer muss ja anfangen, das unbeackerte Feld zu bestellen. Es soll schließlich darum gehen, Forschungslücken zu schließen und nicht, die Arbeiten anderer nachzuplappern, nicht wahr? Da ergeben sich schon manchmal Fragen.

      Im Übrigen bin ich der Meinung: Vor dem Studium hatte ich keine Ahnung vom Studienfach, hinterher schon. Vor der Diss hatte ich nur das Grundwissen aus dem Studium. Das zu vertiefen und sich zu einem Fachmann auszubilden, ist auch Aufgabe der Promotionszeit. Da ich in meiner Arbeit drei Methoden kombiniere – die Diss besteht nicht nur aus dieser einen Befragung – muss ich mich automatisch reinarbeiten; während des Studiums wurden die Methoden allesamt nicht in dieser Tiefe behandelt. Dafür beherrsche ich sie dann hinterher auch.

  24. lab-maus sagt:

    @energist: Bin kein m.d. – aber Naturwissenschaftler, und muß mich oft – d.h. täglich – mit sowas rumschlagen, nennt sich dann auch noch Goldstandard. Logisches Denken als overkill zu bezeichnen aber Star Trek zu zitieren, finde ich aber schon ein starkes Stück. Was bitte macht die BAM? Was die Planck- und Fraunhofer-Institute? Egal ob Einzelfall oder Ländervergleich, wenn man nicht die gleiche Sprache (aka Mathe) spricht, lässt sichnichts vergleichen ergo kein Ergebnis finden.
    Sauberer Arbeiten zu verurteilen aber dann jammern, weil ein Kolben festgefressen ist oder der neue Rechner Fehlermeldungen produziert… Big L., my dear.

    @Nessy: Eine ordentliche Grad-school wünschte ich Ihnen.

    1. energist sagt:

      Liebes weißes Nagetier, möglicherweise liegt es an meinen gelblichtgeschundenen Augen… aber wo habe ich denn bitte Star Trek zitiert? Der Overkill kommt doch aus der Raumpatrouille ;)

      Außerdem habe ich – auch wenn die Ausdrucksweise sicherlich hätte präziser sein können, mea culpa – in keiner Weise sauberes Arbeiten oder gar logisches Denken angegriffen. Ich verwehre mich nur dagegen, aus Reflex, jedoch ohne Reflexion Fachwissen aus dem eigenen Gebiet als allgemeingültig zu betrachten. Außer ihrem Fachgebiet, wo man aus verschiedenen Gründen möglicherweise tatsächlich beinahe jedesmal das ganze Arsenal statistischer Verfahren auspacken muß, gibt es noch andere Realitäten, wo man das aus ebenso validen Gründen im Einzelfall oder generell nicht tut. Das ist beispielsweise immer dann der Fall, wenn man sich mit Dingen herumschlägt, bei denen der Zufall nicht ins Handwerk pfuschen kann. Wenn ein Byte einmal so gesetzt wird, wird es immer so gesetzt.

      Aber mit den Beispielen, die Sie selbst gebracht haben, kann man doch direkt wunderbar arbeiten: Glauben Sie ernsthaft, bei der Programmierung der Software, mit der Sie ihren Computer betreiben, kommen statistische Betrachtungen zum Einsatz? Oder beim Bau von Motorblöcken?

      Das maximale, was ich bisher in einer Diss unseres Fachbereiches gesehen habe waren Aussagen wie „Das Verfahren erreichte einen yield von .57 [= habe es siebenmal versucht, viermal hats geklappt], muß also weiter verbessert werden.“ Also nicht ganz Goldstandard. Weniger wertvoll sind die Arbeiten dadurch aber nicht.

      Und wenn Sie mir jetzt mit wissenschaftlicher Validität der Aussagen kommen, muß ich sie mit einem GBL-getränkten Käsewürfel vergiften ;)

  25. lab-maus sagt:

    @energist: Ok, 101 – gerade Biologie, Physik, Chemie und auch die Informatik brauchen Statistik, mein persönliches Lieblingsbeispiel: die Heisenbergsche Unschärferelation – bestimmte Dinge kann man halt nur unbestimmt, d.h. mit Wahrscheinlichkeitsfunktionen darstellen. Im Endeffekt ist alles Analysis bzw. Integral- und Differntialrechnung – und da klingelt bei Ihnen bestimmt Newton und Leibniz aus dem echoischen Gedächtnis hervor.

    Natürliche Prozesse lassen sich wunderbar als Exponentialfunktionen darstellen – leider denken Menschen eher linear.
    Selbst Angelegenheiten wie Kammerflimmern und Fellfärbungen sind das Ergebnis von zufälligen Variationen in B-Z-Reaktionen (Oszillationen sind auch Flächen unter Kurven.)

    Bei der Materialprüfung von Motorteilen brauchen wir Statistik – ist der Werkstoff ebenmäßig, welche Gemische haben welche Eigenschaften, welchen Belastungen wird wie wann standgehalten etc. (ja das gilt auch für Schmiermittel; und von der geplanten Obsoleszenz halte ich persönlich gar nichts).

    Auch PC-Bestandteile müssen getestet werden – dem Kleiner-werden der Bauteile sind physikalische Grenzen gesetzt, in denen der Zufall, z.B. in Form von Änderungen der Quantelung, durchaus eine Rolle spielt. Ach ja, unsere Rechner im Fachbereich arbeiten sehr oft „zufällig“ – nämlich bei der Erstellung von Zufallszahlen für die Planung von Experimenten (Oder mögen Sie systematische Fehler? Einen normalen, d.h. zufälligen Fehlerterm hat man eh immer dabei – den kann man ja bei der entsprechenden Versuchsanordnung schön rausmitteln).
    Lustigerweise werden auch alle Aktionen nach dem Zufallsprinzip auf 8 Festplatten gesichtert – aus Zufall kann ja mal was kaputtgehen.

    Statistik besteht nicht nur Riesenlängstschnittstudien, sondern auch Beobachtungen mit N = 1, dafür gelten halt aber auch Regeln, beispielsweise die Geschichte mit dem Nichtverallgemeinern, die mir regelmäßig bei Kasuistiken im Bunte-Blätter-Wald der Mediziner die Tränen in die Augen treibt.

    Validität kann nur bei gegebener Reliabilität untersucht werden – bis man die bei manchen Messverfahren hinbekommt (siehe Sozialwissenschaften) kann viel Zeit vergehen. Wenn Sie aber Materialeigenschaften testen wollen, sagen wir von einer Legierung, z.B. Messing, würden Sie doch sicher immer das Gleiche nehmen – also unter verschiedenen Temperaturbedingungen immer 20% Zink oder unter konstanten Bedingungen verschiedene Mischungen? Wenn Sie nicht das Gleiche messen, kommt am Ende wenig Sinnvolles heraus. Letztendlich kann man natürlich auch aus Haarfarben (nominal skaliert) einen Mittelwert errechnen – fragt sich nur wozu. Logisch richtig ist schließlich auch die Aussage: Wenn die Sonne lila ist, werden alle Vögel rückwärts fliegen. (falsche Prämisse und jede Schlußfolgerung wird richtig)

    Star Trek wurde von der Cafébesitzerin und einigen anderen zitiert – wenn Sie sich da angesprochen fühlen, lässt dass für mich 2 Schlüsse zu: die Leserschaft bildet eine starke in-group bzw. die Kommunikationsebenen sind durcheinander geraten, d.h. meine Formulierungen waren unpräzise. (das verstanden wird, was gemeint ist lässt sich auch als Wahrscheinlichkeitsfunktion darstellen)

    Mit „Raumpatrouille Orion“ kenne ich mich leider nicht aus, bin eher Quatermass-Fan.

    Letzten Endes geht es mir nur darum, Forschungsmethoden nicht zu verteufeln oder zu selbigem zu jagen. Es ist sehr schade, wenn jungen Menschen in der Schule bzw. in der Uni nicht beigebracht wird außerhalb der Alltagsbox zu denken also auch mal nichtlineares Denken zu üben, die Ausgangswahrscheinlichkeiten zu beachten (so von wegen Glücksspiel als „Steuer für Leute, die nicht rechnen können“ – der Spruch stammt von meinem QM-Prof) und sich nicht von irreführenden Darstellungen (Wieviel Tinte? Ändern sich Achsenabschnitte mittendrin?) ins Bockshorn jagen zu lassen. Damit man eben auch mal Statistiken trauen kann ohne sie selbst gefälscht zu haben bzw. sie lesen und beurteilen kann, egal woher sie kommen.

    Mathe ist eine Sprache, damit wir über das Selbe sprechen können ohne uns erst wie bei dem schönen deutschen Wort „Läufer“ ca. 15 Bedeutungen einprägen zu müssen. (Das strengt echt an.)

    Falls Sie nun immer noch oder wieder geneigt sein sollten harmlose Lab-Bewohner auszuknocken, täte es mir leid. Möchte mich nur auf der Sachebene auseinander- und für wissenschaftliches Arbeiten einsetzten – als Knock-out-Maus also gänzlich ungeeignet.

    1. Lobo sagt:

      Wo ich gerade Heisenberg lese :

      Herr Okuda (technischer Berater/Ideengeber Star Trek) wie funktionieren eigentlich die Heisenberg-Kompensatoren ?

      Okuda : Gut, Danke ! :-)

      aus : „Die Physik von Star Trek“ (nicht das ich nachher noch einen draufkriege wegen Zitateklau und so, nech.)

  26. lab-maus sagt:

    Ach, glatt vergessen: Wie wichtig das Verstehen und korrekte Anwenden mathematischer Formeln sind, sieht man sehr schön in „Margin Call“ (http://www.imdb.com/title/tt1615147/)

  27. lab-maus sagt:

    Ja, von wegen Zeigarnik:
    „Das Verfahren erreichte einen yield von .57 [= habe es siebenmal versucht, viermal hats geklappt]“ – ohne den genauen Sachverhalt zu kennen – würde bei ökonomischer Vertretbarkeit eine Wiederholung von N >= 30 anstreben – da hilft einem das Gesetz der großen Zahl, weil man aus Zufall halt auch ordentlich daneben langen kann und bei Approximation an eine liebenswerte Verteilung, wie die Gaußfunktion doch einiges leichter geht.

    Und als Kirsche auf dem Sahnehäubchen: Jeder Mensch ist ein Zufallsprodukt – zumindest alle, die die Evolutionstheorie vertreten und was von Meiose gehört haben…

    Dass mein Arm gerade im Splint steckt, war nebenbei bemerkt auch Zufall, hat mir aber mal Zeit zum Lesen und Kommentieren verschafft. (vorwärts leben und rückwärts verstehen)

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