Draußen nur Kännchen
Kaffeehaus mit ♥

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Zeigt her eure Füße

30. 08. 2010  •  Keine Kommentare

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Herr Banger hat einen Stock geworfen: Er möchte gerne meine Laufschuhe sehen. Von links nach rechts: Asics Gel Nimbus (haben gute Dienste geleistet), Nike Bowerman (der aktuelle Laufschuh), Adidas Stabil (der aktuelle Hallenschuh).

Ich war jahrelang ein Asics-Läufer, bin aber im Frühjahr auf Nike umgestiegen. Fühlte sich besser, weicher, leichter an. In der Halle nutze ich schon immer Adidas. Eine Ausnahme war vor circa zehn Jahren ein Hummel-Schuh, bei dem ich aber ständig Blasen unter dem Ballen hatte.

Wenn Sie übrigens mal eine Frau känguruhhaft durch einen Sportladen hüpfen sehen: Das bin ich, wie ich einen Hallenschuh anprobiere. Denn nichts ist schmerzhafter, als sich 60 Minuten lang die Zehen blauzustoßen. Deshalb muss das ernsthaft getestet werden.

Es lag ihr auf der Seele

27. 08. 2010  •  Keine Kommentare
Mutter: Ich muss da jetzt mal was ansprechen.
Nessy: Was denn?
Mutter: Da ist so eine Sache … die beschäftigt mich, seit ich das letzte Mal bei dir war.
Nessy: Ja, Mama, was denn?
Mutter: Also nur, wenn es nicht zu privat ist.
Nessy: Mama! Was denn?
Mutter: Als wir da im Internet guckten …
Nessy: Ja …
Mutter: Da hattest du ja auch kurz in deine E-Mails geschaut …
Nessy: Jaa …
Mutter: Da fiel mir was auf …
Nessy: Jaaa …
Mutter: Wer ist Peter?
Nessy: Was?
Mutter: Also, wenn da was ist, das du mir sagen möchtest …
Nessy: Peter …?!
Mutter: Von dem du so viel Post bekommst.
Nessy: Ach so! Mama … Peter ist mein Chef.
Mutter: Und er schreibt dir Briefe?
Nessy: Mama, mit E-Mails ist das etwas anders. Nicht so wie bei der gelben Post. Man schickt E-Mails auch, wenn man im Büro nebenan sitzt. Mit Dokumenten dran. Oder er leitet E-Mails von anderen weiter, damit ich sie bearbeite. Oder wir danach drüber sprechen.
Mutter: Und das macht er so oft?
Nessy: Wir arbeiten eng zusammen.
Mutter: Eng zusammen?!
Nessy: Nicht so!
Mutter: Also nichts, das ich wissen müsste?
Nessy: Nein.
Mutter: Du weißt aber, dass du mit mir immer über alles reden kannst.
Nessy: Ja, Mama.
Mutter: Dann ist ja gut.

Onkel Helmut

22. 08. 2010  •  Keine Kommentare
Onkel Helmut hat eine gute Verdauung, denn er isst nur Lebensmittel, die schon überm Datum sind.

Als seine Kinder noch klein waren, bekamen sie wochenlang Kirsch-Milchreis, kurz nach der Haltbarkeit. Kirsch ging nicht gut im Laden, aber wegschmeißen kam für Onkel Helmut nicht Frage. Als Kirsch leer war, gab es Himbeere, die ging auch nicht gut. Danach die nächste Sorte, immer eine Papp-Palette voll, bis sie leer war. Das Leben – für die Kinder war es eine einzige Vorfreude auf einen neuen Geschmack.

Warum ich das erzähle?
Onkel Helmut gibt nichts auf, solange es noch gut ist.

Er ist ein kleiner Mann. Nicht untersetzt, aber lebensfroh beleibt. Wenn er lacht, lachen seine Augen mit; und er lacht viel, das sieht man ihnen an. Sein Tante-Emma- oder besser gesagt: Sein Onkel-Helmut-Laden ist klein und vollgestopft mit allem, was man braucht, von jedem Ding eine Sorte.

Im Krämerkittel steht er hinter der Kasse und wartet auf seine Kunden: auf das kleine Mädchen, das sich Hubba Bubba kauft; auf die Hausfrau, der das Brot ausging; auf die alte Frau, die ab dem Zwanzigsten immer anschreiben lässt. Er kennt sie, und noch lieber als Brot verkauft er ihnen Neuigkeiten, Geschichten und Anekdoten. Niemals glänzen seine Augen so, wie wenn er Dönekes erzählt.

Für seine Kunden tut Onkel Helmut alles. Er bringt ihnen die Einkäufe ins Haus: fährt drei Kilometer, um ein Pfund Butter abzuliefern, schleppt Bierkästen in den vierten Stock, um zu hören: „Das Bier, das hätte ich lieber im Keller.“ Weil er über dem Laden wohnt, klingeln die Leute nachts bei ihm. Er öffnet ihnen und bedient sie zu jeder Zeit – nur diejenigen nicht, die Zigaretten oder Alkohol verlangen.

Seit Anfang August aber ist sein Geschäft dicht. Die Leute, sagt er, kaufen bei ihm nur noch das, was sie beim Discounter vergessen haben, mal drei Eier, mal ein Päckchen Salz. Es lohnt sich nicht mehr.

„Stundenweise können Sie noch was machen, oder?“ fragt ihn die Vermittlerin beim Arbeitsamt und macht sich eine Notiz in seine Akte. 62 ist er, drei Jahre noch bis zur Rente.

„Demnächst“, sagt er, und es schimmert in seinen Augen, „sitze ich bei Aldi anne Kasse.“ Niemals glänzen sie so, wie wenn er Dönekes erzählt.

Wie Sie einen tollen Tag verleben

19. 08. 2010  •  Keine Kommentare
  • Nehmen Sie den ersten sonnigen Tag der Woche.
  • Holen Sie das Cannondale aus dem Keller.
  • Radeln Sie 40 Kilometer in die Heimat und lassen Sie sich von Ihrer Mutter mit Stielmus und Heidelbeerpfannkuchen verwöhnen.
  • Hängen Sie in den folgenden zwei Stunden auf ihrem Balkon rum. Räkeln Sie sich ab und an.
  • Kurz, bevor Sie einschlafen, stehen Sie auf und radeln ein Häuschen weiter zu Opa Konni und seiner Frau Lina.
  • Lassen Sie sich dort mit frischem Salat und Toast Hawaii verwöhnen.
  • Wundern Sie sich nicht, dass Opa Konni wild telefoniert. Er freut sich, dass Sie da sind und möchte es allen mitteilen. Wenn er den Hörer an Sie weiterreicht, sprechen Sie einfach mit den Leuten am anderen Ende. Es ist der Beweis, dass Sie tatsächlich bei ihm sind.
  • Nehmen Sie die frisch gebackenen Kekse, die er Ihnen am Abend mitgibt. Packen Sie außerdem die Reste des Salats und fünf Brötchen ein.
  • Steigen Sie aufs Rad und fahren Sie 25 Kilometer in Richtung Zuhause. Genießen Sie die Abendsonne und die Stimmung in den Feldern. Halten Sie dabei aber den Mund geschlossen.
  • Steigen Sie nach 25 Kilometern an einem Bahnhof ab. Warten Sie auf den Zug nach Zuhause. Essen Sie dabei schon einmal die Hälfte von Opa Konnis Keksen. Fahren Sie die restlichen 15 Kilometer, auf denen es nur bergauf geht, mit der Bahn heim.
  • Wenn Sie zu Hause ankommen, duschen Sie schön warm. Legen Sie sich ins Bett und freuen Sie sich.

Aktion „Wein statt Milch“

18. 08. 2010  •  Keine Kommentare
Mein Lieblingskuchen. Vorzüge: süß, saftig, ohne Sahne. Diesen Kuchen können Sie hemmungslos unter Ihrem Gaumen zerdrücken, während sein saftiger Geschmack Ihren Mund erfüllt, über Ihre Zunge fließt und Ihnen schöne Gefühle macht.

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Das Rezept zur Herstellung des besten Rotweinkuchens:

300g Margarine
300g Zucker
1 Pk. Vanillezucker
3 Eier
375g Mehl
1 Pk. Backpulver
1/2 TL Zimt
1/2 TL Kakao
1/4 l Rotwein
150g Raspelschokolade

Bei 175 Grad eine Stunde backen. Wenn der Kuchen erkaltet ist, eine Glasur aus Rotwein und Puderzucker herstellen und den Kuchen liebevoll damit bestreichen. Zwischendurch nicht zu viel Wein saufen.

„Vielen Dank für Ihre E-Mail“ …

17. 08. 2010  •  Keine Kommentare
Im Urlaub sollte man nicht in seine Mails schauen, die beruflichen. Ich mache das trotzdem. Es entspannt mich sogar. Ich sehe den Betreff und den Absender und klicke danach mit Wonne das Fenster zu. Tja, leider kann ich jetzt nicht beantworten, habe Urlaub.

Die Absender – Sie machen das sicherlich auch so – bekommen die übliche Abwesenheitsnotiz: „Vielen Dank für Ihre E-Mail … blabla … Bin im Urlaub … Melde mich nach meiner Rückkehr …“.

Gestern habe ich überlegt, wie es wäre, wenn man diese Abwesenheitsnotiz absenderabhängig gestalten könnte:

Vielen Dank für Ihre E-Mail. Eine von 30 jede Woche! Können Sie sich vorstellen, dass man dadurch urlaubsreif wird? Unter anderem Ihretwegen bin ich jetzt weg. Mich erholen. Ausspannen. Neue Kräfte suchen. Noch bis um 31. August. Wenn das mal reicht!

Schön, dass Sie mir schreiben. Noch schöner: Ich werde Ihnen nicht antworten. Das war mir schon immer ein Wunsch: Ihnen einmal nicht auf Ihre blöden Anfragen antworten. Jetzt ist es endlich soweit – wenigstens bis zum 31. August.

Wie – Sie müssen arbeiten? Und es regnet auch noch? Keine 20 Grad? Sie arme Sau! Ich liege jetzt am Strand: 28 Grad, leichter Wind, das Rauschen des Meeres, meine Haut prickelt leicht von der Sonne. Am 31. August bin ich wieder bei Ihnen. Vielleicht.

Hey – Sie sind’s. Ich denke oft an Sie, am Strand, auf meiner Sonnenliege. Rein platonisch natürlich. Aber dennoch: mit Herz. Wenn ich am 31. August wiederkomme, rufe ich Sie gleich an. Versprochen. Bussi.

Mit Frikadellchen und Caprisonne

10. 08. 2010  •  Keine Kommentare
Ich erzähle Mutter, dass ich ein neues Fahrrad habe.

Mutter: Dann können wir jetzt zusammen Radtouren machen!
Nessy: Ähm …
Mutter: So wie früher … ach, ist das schön. Dann nimmst du die Kühltasche auf deinen Gepäckträger und ich …
Nessy: Ich habe keinen Gepäckträger.
Mutter: Ich dachte, du hast ein neues Fahrrad.
Nessy: Ja, aber es hat keinen Gepäckträger.
Mutter: Was hast du dir denn da andrehen lassen?
Nessy: Es ist halt ein anderes Rad als deins.
Mutter: Was willst du damit sagen?
Nessy: Mein Fahrrad ist etwas sportlicher.
Mutter: Willst du damit sagen, dass ich nicht sportlich bin?
Nessy: Doch, doch! Ich meine … nein!
Mutter: Ich bin manchmal sogar schneller als dein Vater!
Nessy: Der ja auch schon über 60 ist.
Mutter: Wir könnten uns ein Appartement an der See nehmen und Radurlaub machen.
Nessy: Ähm …
Mutter: [anklagendes Schweigen] Sag ruhig, wenn du nicht möchtest.
Nessy: Ich möchte nicht.
Mutter: Dabei hast du das früher so gerne gemacht. Mit Papa und mir auf dem Deich.
Nessy: Früher war ich sechs und durfte nicht alleine bleiben.
Mutter: Jetzt sag bloß noch, dass du auch nie Erbsen mochtest!
Nessy: …!!



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